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Dieser Krokus hat sich auch dem Schnee beugen müssen. Wer seinen Garten im Frühjahr wiederbeleben möchte, muss rechtzeitig zur Schere greifen.
Endlich Dezember! Kaum ein anderer Monat zwischen November und Jänner hat so viel zu bieten wie der Dezember. Gehen Sie durch den Garten. Genießen Sie das Schmatzen der nassen Beete unter Ihren Füßen, spüren Sie das leichte Einsinken im Rasen und erfreuen Sie sich an den Pflanzenresten. Wo einst Beseeltes war, steht nun ein trauriger Korpus im kalten Wind.
Der Dezember hat viel zu bieten, halten Sie sich die Wochenenden für Gartenarbeit frei. Sie haben ein Gräserbeet? Ja großartig! Schnappen Sie sich Bast oder Draht und binden Sie die Gräser zu lustigen Büscheln zusammen, das macht Freude! Endlich wieder Kopf unten und Po oben. Räumen Sie ein wenig das Laub zur Seite. Sie werden sich wundern. Denn darunter treibt der Kerbel ein frischgrünes Leben. Kosten Sie auch vom frischen Majoran. Als ob er auf andauernde Kälte und Feuchte gewartet hätte. Eventuell wird Dezembermajoran bald als Spezialität auf saisonal ausgerichteten Speisekarten aufscheinen.
Lasch und letschat
Selbst der zärtlich filigran wirkende Fenchel hat neu ausgetrieben und verströmt die Süße seiner Blätter - wenn zerbissen. Die größte Freude aber bereiten die Funkien. Lasch liegen die letscherten Blätter rosettenartig auf dem Boden, bereit, sich Schneck und Assel hinzugeben. Das Farbenspiel des Verrottungsprozesses am noch lebenden, subterrestrischen Körper ist einmalig. Von bizarrer Schönheit sind auch die tiefschwarzen, toten Triebe der Fleißigen Lieschen Impatiens walleriana. In Totenstarre von sich weggestreckt, bar jeder Belaubung, setzen sie ihr Verzücken bis zur totalen Auflösung fort.
Wer sich gar nicht auflöst, sondern kräftig geschnitten werden möchte, ist die Hydrangea, auch Hortensie gerufen. Ob Bauernhortensie Hydrangea macrophylla, oder Ballhortensie Hydrangea arborescens, beide brauchen kritischen Blick, scharfes Messer und beherzte Hand. Die Ballhortensien, aber auch die Rispenhortensien blühen am neuen Holz, also am Holz, das innert einer Saison wächst.
Ratzfatz mit Stufenschnitt
Dafür sorgt man, indem man das alte Holz der ablaufenden Saison kräftig bis bodennahe zurückschneidet. Ratzfatz. Je höher Sie das alte Holz stehen lassen, desto höher wächst auch der Strauch, jedoch auf Kosten der eh schon bedingt vertrauenswürdigen Standfestigkeit der blühenden Triebe. Interessant ist ein abgestufter Schnitt, wo Sie das alte Holz im Gartenhintergrund ein wenig höher stehen lassen als jenes im Vordergrund.
Die Macrophylla-Hortensien sind da ganz anders. Sie blühen am alten Holz. Wer also bei seiner Macrophylla einen Bodennahschnitt durchführt, darf sich nicht wundern, wenn im kommenden Jahr keine Blüten auftauchen. Da wachsen dann erstmals die Triebe, auf denen im Folgejahr heftig geblüht werden kann. Wenn man aber stets das alte Holz der aktuellen Saison stehen lässt, werden die Triebe länger, da sie immer von der äußersten Knospe neu austreiben. Lange Haxen mit wenig Stehkraft sind das Ergebnis. Schön ist das nicht.
Geh ins Licht!
Bei den Macrophyllas muss man daher mit einer gemischten Strategie vorgehen. Lichten Sie den Busch aus, indem Sie manche Triebe bodennahe abschneiden, ein Investment in das zweite Jahr, und kürzen Sie das Holz der aktuellen Saison nur ein wenig ein. Schneiden Sie halt nicht gleich die fettesten Knospen raus. So kann man den Hortensienstrauch in Form und blühend halten.
Mit den abgeschnittenen Blütenständen können Sie gerne biederen Schabernack anstellen. Machen Sie es wie alle anderen auch: Sprayen Sie die Blüten mit Lackspray bunt an und stellen Sie sich diese Eigenkreationen staubfangend in Ihre winterlich geschmückte Wohnung. Aber auch am Komposthaufen machen sie ganz gute Figur - sie, nicht Sie. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 07.12.2012)
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
Heute: Wir basteln uns eine einfache Welt mit Rankings - Das funktioniert natürlich auch mit dem eigenen Garten, meint Gregor Fauma und präsentiert die kultiviertesten Top Ten des Jahres 2012
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Meine etwa dreijährige hortensie habe ich noch nie zurückgeschnitten, dafür hat sie heuer im frühjahr und aus den neuen trieben im herbst geblüht. was mich eh gewundert hat. soll ich sie jetzt zurückschneiden???
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