Gretchen aus dem Keller

6. Dezember 2012, 20:05
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"Faust 1-3" gastiert mit Elfriede Jelineks Sekundärdrama "FaustIn and out" am Freitag und Samstag am Landestheater Niederösterreich

St. Pölten - Faust boomt. Enrico Lübbe hat vor wenigen Wochen einen exzellenten Urfaust am Volkstheater hinterlegt, Peter Konwitschny erarbeitet am Grazer Schauspielhaus eine komprimierte Fassung der beiden Teile (Premiere 14. 12.). Und das Landestheater Niederösterreich zeigt heute und morgen als Gastspiel eine um ein Sekundärdrama von Elfriede Jelinek zu Faust 1-3 erweiterte Version.

Jelineks Kurzdrama heißt FaustIn and out; eine Überschreibung der Gretchentragödie, die auf den realen Tatbestand Bezug nimmt, dass junge Frauen in Kellerverliese gesperrt werden, gepeinigt und hinter Dämmwänden unhör- und unsichtbar gemacht.

Jelineks Sekundärdrama soll, so die Autorin, stets mit Goethe im Verbund inszeniert werden. Bei der Uraufführung am Zürcher Schauspielhaus im März des Jahres - der Standard berichtete - war FaustIn and out als Kommentar im Keller des Theaters für einen kleinen Zuschauerkreis zu sehen, während der alte Faust auf der Hauptbühne spielte. Vom Verlies wurde per Video nach oben übertragen.

Dieses Konzept des tschechischen Regisseurs Dusan David Parízek wird auch am Landestheater Niederösterreich eingehalten. 50 Zuseher haben im Keller der Werkstattbühne ihre Sitzplätze.  (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)

14. und 15. 12.

  • Frank Seppeler (li.), Edgar Selge und Sarah Hostettler in "Faust 1-3", aus Zürich zu Gast in St. Pölten.
    foto: toni suter

    Frank Seppeler (li.), Edgar Selge und Sarah Hostettler in "Faust 1-3", aus Zürich zu Gast in St. Pölten.

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