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vergrößern 600x437Historische Aufnahme einer Roma-Familie im Planwagen auf einer Landstraße im Rheinland (1935). Aktuelle Genanalysen haben nun bestätigt, dass sich ihre Vorfahren vor rund 1.500 Jahren von Indien aus auf den Weg nach Europa machten.
New York - Die etwa elf Millionen Angehörigen der Roma, die heute verteilt über Europa leben, und das "Mosaik aus Sprachen, Religionen und Lebensstilen", das sie formen, geht auf eine "Gründerpopulation" zurück, die vor etwa 1.500 Jahren im Nordwesten Indiens beheimatet war. Die Ergebnisse bestätigen damit vorangegangene Erkenntnisse aus linguistischen Untersuchungen.
Gendaten von insgesamt 152 Menschen aus 13 Roma-Gruppen aus Nord-, West- und Osteuropa, die ein Forscherteam um David Comas von der Universitat Pompeu Fabra in Spanien und Manfred Kayer von der Erasmus Universität Rotterdam sammelten, legen nach dem Aufbruch der Roma aus Indien eine relativ zügige Migration durch den Mittleren Osten und den Kaukasus nahe.
Die Population der Gründerväter und -mütter schrumpfte auf dem Weg in Richtung Europa zunächst stark, zeigten die Analysen weiter. Die Roma blieben während ihrer Migration weitgehend unter sich. Im Erbgut fanden die Forscher nur wenige Spuren von Angehörigen anderer Völker, denen die Roma auf ihrem Weg begegnet sind, etwa aus dem Mittleren Osten, dem Kaukasus oder aus Zentralasien.
Vor etwa 900 Jahren begann sich die Volksgruppe vom Balkan aus in einer westlichen und einer östlichen Linie über Europa zu verteilen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Was die Vermischung mit Europäern angeht, zeigt sich ein heterogenes Bild: Während es bei Gruppen in Mitteleuropa und am Balkan jüngst mehr Vermischung zu geben scheint, deuten die Daten aus Litauen und von der iberischen Halbinsel auf weiter zurückliegende Vermischung und Isolation in jüngeren Zeiten hin.
Die Marginalisierung von Europas größter Minderheit scheint auch ihre Sichtbarkeit in wissenschaftlichen Studien beeinflusst zu haben, sagen die Studienautoren über die Roma. Das Verständnis ihres genetischen Erbes sei aber notwendig, um eine genetische Charakterisierung aller Europäer abzuschließen. (pum/red, DER STANDARD, 07.12.2012)
Abstract
Current Biology: Reconstructing the Population History of European Romani from Genome-wide Data
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Also ich find das ergebnis richtig cool, ein unheimlich faszinierendes volk.
Aber warum sind sie um 1.500 aus Indien ausgewandert?
Warum hatten sie's im Mittleren Osten und am Kaukasus so eilig? Hatten sie damals pferde&zelte, wie alle 'steppenvölker' in der Völkerwanderungszeit?
Haben die Hunnen alle vor sich her getrieben, sie mitgenommen/verschleppt?
Und warum haben sie um 1.100 den Balkan verlassen?
Warum in zwei gruppen?
Gebt's zu, die verfolgung ist der blanke neid, weil wir nicht mehr wissen, von welchem stamm wir abstammen, weil wir allesamt hundertmal durchmischt sind. Bei den Juden ist's dasselbe: wir sind einfach neidig, dass sich leut erfrechen, sich nicht mit uns zu mischen, und so stur anders bleiben.
Ha, hab was ganz tolles gefunden, was zeitlich in etwa 1500 PB passt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gupta-Reich
Und weil wer schuld sein muss, waren's dieda:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hephthaliten
Sie können es halt nicht lassen - der "Bastard" sitzt den Biologen immer noch im Genick. Exakt die Rechtfertigung durch solche Erbgutanalysen kostete mindestens 220.000 europäischen Roma und Sinti im Nationalsozialismus das Leben.
"Exakt die Rechtfertigung durch solche Erbgutanalysen kostete mindestens 220.000 europäischen Roma und Sinti im Nationalsozialismus das Leben."
...zeigen Sie mir bitte EINE, nur EINE DNA-Analyse oder mtDNA-Analyse von vor 1945. Oder ein Foto von Hitler bei der PCR.
HÄTTE es so etwas gegeben, wäre Adi wohl ziemlich schnell diskreditiert worden :D
Im Ernst, das einfach wegdenken von Mikroevolution und genetische Traits in lokalen Populationen und Subpopulationen führt zu wesentlich böserem "Weißer Mann=Standard" in der Medizin, was jetzt erst geändert wird.
Ja, alle sind miteinander verwandt - nein, nicht alle haben die gleichen Allelen, wir haben nur 2.
Die idiotische "Rassenlehre" hatte keinerlei Zugang zum Genom des Menschen; die DNA wurde 1953 entdeckt.
Alle Behauptungen der Rassenlehre haben sich als Hetzlügen herausgestellt: Innerhalb einer nach außen hin ähnlichen Population (etwa "Deutsche") gibt es starke genetische Variationen, es gibt keine homogene "deutsche Rasse". Je mehr ein Forscher über DNA weiß, desto intensiver scheint er Hausfrauen-Trottelkategorien wie "Rasse" abzulehnen.
Insofern bin ich zuversichtlich, dass -- allem Gekläffe der Forumsnazis zum Trotz -- hier außer Frage steht, dass die Roma ebenso Europäer sind wie die nur ein paar Jahrhunderte früher eingetroffenen Germanen usw
Denn abseits der künstlichen Gutmenschenempörung haben Sie - zumindest teilweise - Recht mit Ihrem Posting.
Natürlich ist der wissenschaftliche Aspekt alleine harmlos. Doch dabei bleibt es leider nicht. Die Erforschung der "Volksgene" (Haplogruppen) wird - wer es sich etwas näher anschaut - in gefühlten 90% der Fälle von Rechtsextremen, Ultranationalisten und selbsternannten Rassetheoretikern verwendet, um diese oder jene abstruse These zu "untermauern".
Viele vergessen hierbei, daß die Ethnogenese ein ständiger Prozess von Assimilation ist. Sie vergessen auch, daß das Bekenntnis und die Sprache viel mehr über die ethnische Zugehörigkeit sagen als ein paar Gene.
Was am Ende übrig bleibt ist - leider - die 'moderne' Rassenforschung.
Nein, was übrig bleibt, ist eine - wie Sie richtig gesehen haben - Instrumentalisierung und bewusstes falsch verstehen, was dann wiederum Uninformtierten ungut aufstößt.
Aber dann könnte man genauso gut deutsche oder überhaupt indogermanische Sprachen und Sprachwissenschaft ächten!
so kann man es auch nicht sehen.
natürlich war die wissenschaft in ihrer geschichte oftmals nicht wertfrei, praktisch immer haben forscher einen "bias".
aus dem setup oben kann man aber keinen rassismus schliessen, Y-DNA Analysen werden heutzutage für alles und jedes gemacht, vom hausrind bis zum karnickel und eben auch für die wanderbewegungen der frühen menschheit.
Da geht's um keine Rassen, sondern um die Geschichte von Haplogruppen. Das sagt über die tatsächlich vererbten Merkmale so gut wie nichts aus. Rassentheorie kann man darauf keine aufbauen, genauso wenig wie man aus dem Reifenprofil auf die Automarke schließen kann.
Das Konzept des Biologismus bestand schon vorher. Dieses wurde mit dem Rassenkonzept verknüpft, aber auch das Rassenkonzept gab es schon vorher. Also, beides hat bereits existiert als die Nazis an die Macht kamen. Die NS-Zeit wird oft als tragischer Ausrutscher unserer Geschichte dargestellt, jedoch die entsprechende Geisteshaltung und Ideologie, sind bereits Jahrzehnte davor entwickelt worden. Der Nährboden bestand, die Verbrecher und Mörder konnten sich verwirklichen, hatten quasi freie Bahn.
Wobei man gleich dazusagen sollte, dass das keinesfalls ein deutschsprachiges Phänomen war. Die Briten waren da führend, die Rassenkonzepte waren europaweit verbreitet.
Die Nazis waren halt die einzigen (ersten?), die aggressiven Kapitalismus (Rohstoffe, Märkte) und Rassenideologie mit industriellen Methoden und Massenmedien verknüpften. Sehr effizient!!
Na, konkret der Massenmord an Linken, Roma und Juden ist vielleicht kein direkter Ausdruck des Rohstoffhungers des Kapitals. Wenn man sich einen bissigen Hund zulegt, um die Opposition im eigenen Land auszuschalten und der geht dann auch mal auf alle "mit grünen Schuhen" los, naja, auch kein Problem. Hat das Volk einen Sündenbock.
Aber beim Besorgen von Rohstoffen hat der bezahlte Hund ganze Arbeit geleistet, hat sich bis Stalingrad auf der Suche nach Öl durchgebissen. Oder glauben Sie wirklich an den Schrebergarten?
Kapitalismus kann ohne Ausbeutung nicht funktionieren, sonst wär er ja ein perpetuum mobile, wer von unten nach oben verteilen will, braucht ein unten!
die Menschen, die in den KZs eingesperrt waren und täglich für die NS Wirtschaft geschuftet haben, waren SklavInnen einer kapitalistischen Volkswirtschaft.
Roma und Sinti haben da auch dazu gehört!
Durch Enteignung wurde ebenfalls gezielt umverteilt!
von den "jüdischen Untermenschen" hin zu den reinrassigen Ariern.
"Im Erbgut fanden die Forscher nur wenige Spuren von Angehörigen anderer Völker"?
Hat es nicht vor zwei Jahren viel Aufregung und helle Empörung über einen deutschen Sachbuchautor gegeben, der ähnliche Studien (ein anderes Volk betreffend) zitiert hat?
Darum gehts, denk ich mal:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haplogruppe
http://de.wikipedia.org/wiki/Ausb... s_Menschen
Es geht nicht um das Einfüllen von Mohnsamen in die Gehirnschalen von Menschen, um deren angeblichen Vorzug oder Nachrang gegenüber anderen Menschengruppen zu dokumentieren.
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