Personenkult um Kim-Dynastie kostete Nordkorea heuer 32 Millionen Euro

6. Dezember 2012, 20:21
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Südkoreas Ministerium für Wiedervereinigung schätzte die Ausgaben des Nachbarlandes

Pjöngjang/Seoul - Die nordkoreanische Regierung hat im laufenden Jahr umgerechnet rund 32 Millionen Euro für den Personenkult um ihre Herrscherfamilie ausgegeben. In 400 Werkstätten habe die Führung des bitterarmen Landes für etwa 25 Millionen Euro Porträts der früheren Staatschefs Kim Il-sung und Kim Jong-il anfertigen lassen, teilte das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung am Donnerstag mit. Weitere sieben Millionen Euro seien in die Herstellung von Statuen geflossen.

Die Kim-Dynastie herrscht seit den 1940er Jahren über das kommunistische Nordkorea. Auf den stalinistischen Gründervater Kim Il-sung folgte dessen Sohn Kim Jong Il. Nach dessen Tod übernahm Kim Jong-un im vergangenen Jahr die Macht. In jedem Haus in Nordkorea muss ein Bild der zwei verstorbenen Machthaber hängen, im April wurden in der Hauptstadt Pjöngjang zudem zwei neue gigantische Statuen der verstorbenen Herrscher enthüllt. In Nordkorea leiden nach UN-Angaben zwei Drittel der 24 Millionen Einwohner an Unterernährung.

Zuletzt sorgte Nordkorea mit der Ankündigung eines neuen Raketentests für Aufsehen. Pjöngjang teilte am Samstag mit, nach einem fehlgeschlagenen Test im Frühjahr zwischen dem 10. und 22. Dezember erneut eine Trägerrakete für Satelliten testen zu wollen. Der Westen vermutet hinter dem Start einen unzulässigen Test für das nordkoreanische Atomprogramm. Südkorea schätzt, dass Pjöngjang im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro für sein Raketenprogramm ausgab. (APA, 06.12.2012)

  • Kim Il-Sung (links), Kim Jong-il (rechts) und Kim Jong-un (unten in der Mitte, im schwarzen Anzug).
    foto: epa

    Kim Il-Sung (links), Kim Jong-il (rechts) und Kim Jong-un (unten in der Mitte, im schwarzen Anzug).

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