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Drogen, Waffen, regelmäßige Sexpartys mit sehr jungen Frauen in seiner Strandvilla in Belize - der Journalist des Vice Magazine kam fast ins Schwärmen, als er den Lebensstil des Internetmillionärs John McAfee (67) unlängst in einem Artikel schilderte. Seit man aber McAfees Nachbarn Mitte November erschossen am Strand fand, ist Schluss damit.
Nach wochenlanger Flucht wurde McAfee nun in Guatemala verhaftet, vor dort wird er nach Belize ausgeliefert. McAfee spricht von einem Komplott der dortigen Regierung, die ihm nach dem Leben trachte.
Geboren 1945 in England, studierte McAfee Mathematik in den USA und arbeitete als Programmierer bei der Nasa und dem Waffenhersteller Lockheed Martin. Aus Ärger über den Virus "Pakistani Brain", der Diskettenlaufwerke verlangsamte, dachte er sich 1987 etwas aus, was es bis dato nicht gegeben hatte: Ein Programm, das Viren von selbst findet und bekämpft. Fünf Jahre später verkaufte er es für 100 Millionen Dollar. Bis heute ist McAfee Antivirus einer der größten Player der Branche.
Nach einem Irrtum gab er das Programmieren auf: Am 6. März 1992 werde der "Michelangelo"-Virus alle Computer der Welt zerstören, sagte McAfee voraus. Die Prophezeiung trat nicht ein, er zog sich gedemütigt, aber reich zurück und widmete sich seinen Hobbys: Yoga, Leichtflugzeuge, Drogen. Im Internet soll er über seine Erlebnisse mit der Substanz MDPV geschrieben haben, die nicht nur high, sondern auch paranoid machen kann.
Als 2008 die Aktienmärkte einbrachen, verlor der Multimillionär fast sein gesamtes Vermögen, mit den angeblich verbliebenen vier Millionen Dollar setzte er sich ins Steuerparadies Belize ab. Dort soll er es, siehe Vice Magazine, wild getrieben haben.
Unter anderem richtete McAfee sich ein privates Labor ein - um pflanzliche Alternativen zu Antibiotika zu erforschen, wie er sagt. Die Belizer Behörden vermuteten profanere Gründe und stürmten im Mai erstmals sein Anwesen. Nach einigen Stunden Verhör ließen sie McAfee und seine 17-jährige Freundin Sam wieder laufen.
Er habe sich geweigert, der Regierungspartei zwei Millionen Dollar zu spenden, sagt McAfee, nun wolle man ihn töten. McAfee sei ein "Spinner" und nicht einmal des Mordes verdächtigt, heißt es hingegen von den Behörden. Man wolle ihn zu dem Mord am Nachbarn nur befragen. (Tobias Müller, Der Standard, 06.12. 2012)
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