ÖBB: Großer Bahnhof für den Fahrplanwechsel

7. Dezember 2012, 12:40
  • Vier Gleise des neuen Wiener Hauptbahnhofes öffnen am Sonntag ihre Bahnsteige. Der Fernverkehr kommt 2014.
    foto: apa/öbb/ zenger

    Vier Gleise des neuen Wiener Hauptbahnhofes öffnen am Sonntag ihre Bahnsteige. Der Fernverkehr kommt 2014.

Frage und Antwort: Was sich mit dem Stichtag 9. Dezember auf Österreichs Schienen alles ändert

Bei den Zugfahrplänen gibt Europa den Takt an. Am Sonntag ist wieder einmal Fahrplanwechsel. Heuer erstmals dabei: die superschnelle Verbindung zwischen Wien und St. Pölten und der Wiener Hauptbahnhof. Doch das neue Kursbuch enthält auch Nachzügler.

Frage: Warum wird der gesamte Zugfahrplan am Sonntag geändert?

Antwort: Der Fahrplanwechsel betrifft nicht nur Österreich sondern ganz Europa. Immer am zweiten Sonntag im Dezember werden die Verbindungen neu aufeinander abgestimmt. Der Regionalverkehr muss sich an den Fernverkehr anhängen. Bei dieser Gelegenheit wird auch gleich der erste Teil des neuen ÖBB-Hauptbahnhofes in Wien in Betrieb genommen.

Frage: Welche Züge bleiben ab Sonntag am Wiener Hauptbahnhof stehen?

Antwort: Vorerst werden nur vier Gleise mit Bahnsteigen und ein Durchfahrtsgleis genutzt: Die Schnellbahnlinie S80 führt nun ohne Umsteigen (der provisorische Ostbahnhof wird geschlossen) von Hirschstetten über die Pottendorfer Linie bis Wiener Neustadt. Das gilt auch für die S60 von Bruck an der Leitha nach Hütteldorf. Auch die Regionalexpresszüge von Bratislava bis Deutschkreutz werden künftig hier halten. Erst im Dezember 2014 werden auch Fernzüge den zentralen Durchgangsbahnhof beehren. 2015 soll das eine Milliarde Euro teure Prestigeobjekt mit allem Drumherum fertig sein.

Frage: Wo halten bis 2014 Fernzüge?

Antwort: Der Bahnhof Wien-Meidling (Philadelphiabrücke) bleibt vorerst Anfang bzw. Ende der Südbahn nach Graz und der Ostbahn nach Ungarn. Außerdem halten in Wien-Meidling seit dem Abriss des Südbahnhofes Eurocity-Züge nach Tschechien, Polen und Deutschland. Der Westbahnhof bleibt bis 2014 das Haupttor für Zugreisen nach Westösterreich und darüber hinaus nach Deutschland, in die Schweiz, nach Frankreich und Belgien. Ab 2014 wird die Weststrecke durch den Lainzer Tunnel direkt zum Hauptbahnhof führen, der gerade erst renovierte Westbahnhof bleibt für den Pendler- und Regionalverkehr erhalten.

Frage: Welche Verbesserungen kommen mit dem Fahrplanwechsel?

Antwort: Die neue, 2,8 Milliarden Euro teure Hochleistungsstrecke zwischen St. Pölten und Wien bringt kürzere Fahrzeiten: Wien-St. Pölten im Railjet in 25 Minuten (bisher 40), im Intercity 31 Minuten (45), in der privaten Westbahn 29 Minuten (43). Schnellere REX-Züge werden auch Pendler erfreuen (z. B. Ybbs-Wien 19 Minuten Ersparnis). Auch der aus der Pixendorfer Prärie gestampfte Bahnhof Tullnerfeld ist eine Bereicherung für Pendler. Gewöhnungsbedürftig ist, dass ÖBB-Züge nur Richtung Salzburg halten, die private Westbahn nur gen Wien.

Frage: Welche Verschlechterungen bringt das neue Kursbuch?

Antwort: Obwohl nun mit den modernsten Zügen über den Semmering gefahren wird, verlängert sich die Fahrzeit von Wien nach Graz um drei Minuten. Die letzte Abendverbindung von Graz nach Wien um 21.25 wurde zudem gestrichen, der letzte Zug geht schon um 20.25. Die Südbahnstrecke ist überhaupt der ÖBB-Nachzügler. Nach Graz und Klagenfurt zuckelt der Zug mit gerade einmal 83 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Südliche Gefilde sollen erst ab 2025 mit Koralmbahn und Semmeringbasistunnel schneller erreichbar sein. (cms, simo, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)

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Massive Verschlechterung

ich zahle jetzt 2,80 statt 1,80 (=+55%) fuer drei Minuten mehr Fahrzeit (+10%), 200m mehr Gehweg und einen zugigen Durchgangsbahnhof ohne beheizte Wartemöglichkeit.
Aber in Absurdistan hat man ja keine Möglichkeit sich persönlich bei dieser 1,2 Mrd EUR Vernichter zu bedanken geschweige denn sich schad- und klaglos zu halten.

1. Woche neuer Fahrplan

Bilanz nach der 1. Woche mit dem neuen Fahrplan (auf der klassischen Westbahnstrecke): kein einziger Regionalzug tatsächlich pünktlich, zumindest 1 Zug komplett ausgefallen (R2015 am 13.12.), Züge bleiben noch immer mitten auf der Strecke vor Tullnerbach-Pressbaum stehen um den Gegenverkehr(!) abzuwarten (dabei ist die Strecke 2-gleisig).

R2015 Zugausfall 13.12.2012

Neuer Fahrplan mit den alten defekten Garnituren.

R 2015 (St.Pölten Hbf - Wien Westbahnhof) Aufgrund einer Betriebsstörung kann der 2015 nicht geführt werden.
Ersatzbeförderung mit Zug 2017.

Weltreisen, aber gratis...

Heute ausprobiert: Neue super schnelle Verbindungen von Wien via Bhf. Tullnerfeld nach St. Pölten.
Ticketkauf im Bhf Tullnerfeld, OEBB: Geht nicht, es gibt nur Tickets via Wien West um 16 (statt 4) Euro. Ich steige in den Zug: Beim Schaffner das selbe. Also Gratis.
Heimfahrt: Westbahn. Im Zug, Durchsage: "bitte beachten Sie, dass dieser Zug heute ausnahmsweise NICHT im Bhf Tullernerfeld hält"... ??? Also fahre ich mit dem BUS (Ewigkeiten langsamer) und wieder gratis. Denn auch da ist ein Ticketkauf, diesmal nach Tullnerfeld, diesmal beim Fahrer des Busses, nicht möglich. Wurde vergessen vorzusehen.

Sowas von vertrauensbildend. Vielleicht fahre ich doch wieder mit dem Auto nach St. Pölten.

Bedanken sie sich bei ihrem Landeshauptmann.

Tja, aller Anfang ist schwer. In St. Pölten fährt die westbahn um 6:51 und der EN um 7:01 doch noch die alte Bestandsstrecke. Scheinbar gibt's um "den" Tunnel ein bisserl ein Gedränge. ;-)

-> Neue Regel für's Pendeln: RJ und OIC bevorzugen. Laut Scotty lassen's die eher durch den Tunnel.

Wow:

Für die Strecke Graz - Linz braucht man mit der Verbindung über Wien nur mehr eine Stunde länger als direkt.

Echt super, dass man die S2, die morgens vom Westen Wiens (außerhalb Hütteldorfs) direkt nach Floridsdorf gefahren ist, gestrichen hat.
Jetzt gibts zwar alle halbe Stunde die neue S60, aber wie komm ich nach Hütteldorf? Auf der Linzer Straße oder Westeinfahrt im Bus im Stau stehend. Na, da sitz ich doch lieber im Stau im eigenen Auto. Vielen Dank noch, ÖBB!

sie könnten auch einfach die U4 nehmen und in wien mitte umsteigen.

Ja, und bin mir sicher, dass ich noch Möglichkeiten finde, die noch länger dauern, zB in die S45 umsteigen und dann nochmals umsteigen oder U4 und U6. Wie gesagt, die noch länger dauern als ohnehin schon doppelt so lang wie mit dem Auto. Nein, ich bin Öffi-Benützer, aber nicht verblendet; das ist dann keine Alternative mehr.

länger dauern

hütteldorf-praterstern lt. www.vor.at:

mittels sbahn über wien-meidling: 26 minuten
mittels U4 und U1 über karlsplatz: 26 minuten
mittels sbahn und U4 über wien mitte: 26 minuten

aber angeblich doppelt so lange und nicht verblendet, gell?

Ich brauch mit den Öffis bis zu 50 min, mit dem Auto 25 bis 30. Wobei ich dann auch nicht auf Fahrplanzeiten alle halben oder ganzen Stunden Rücksicht nehmen muss. Und was interessiert mich der Praterstern? Ich hab geschrieben, die S2 ist direkt nach Floridsdorf gefahren - heißt nicht, dass ich in Floridsdorf aussteige, sondern eben nach dem Hauptbahnhof und vor Floridsdorf auf der Schnellbahn-Stammstrecke noch in ein anderes öffentliches Verkehrsmittel. Aber es geht Sie eigentlich ziemlich wenig an, wo ich wohne und wo ich arbeite, also erspar ich mir die genauen Haltepunkte und Wegzeiten.

verzeihung, ich habe floridsdorf mit meidling verwechselt.

es interessiert mich persönlich auch überhaupt nicht wo sie wohnen, aber es wäre interessant gewesen zu erfahren von wo nach wo sie fahren, weil die angabe "doppelt so lange" meinen persönlichen erfahrungen bei vielen postern nicht stimmt.

ich bezweifle eben, dass sie länger bzw viel länger brauchen, wenn sie mittels U4 und einem weiteren verkehrsmittel fahren.

nochmalige verwechslung: ich habe floridsdorf mit praterstern verwechselt.

kann es sein, dass man den Nachtzug Zürich-Barcelona gestrichen hat?

wieder mal ein grosser wurf..

in der tat: vom superschnellen zug nach st. pölten können sich diejenigen halt nix kaufen, deren wohnort dazwischen liegt und deren verbindungen wieder mal reduziert wurden (Z.B. Eichgraben-altlengbach, hat eh nur knapp 5000 einwohner). dafür gibts jetzt mehr schnellbahnen nach rekawinkel.

manchmal muss man sich echt fragen, was da im spiel ist - vielleicht alkohol, man weiss es nicht.

nix kaufen > falsch!

die verbindungen können erst dann ausgebaut werden, wenn die westbahn und der regional- und sbahn-verkehr sich nicht gegenseitig im weg sind.

mehr sbahn auf der alten weststrecke ist also erst 12/2014 möglich wenn die westbahn nicht mehr zum westbf fährt.

Ich glaube,

die Zielsetzung der "Superschnellen Verbindung" war es nicht, Eichgraben besser an Altlengbach anzubinden!

LOL
... der will das nicht checken!

Ein Haupt-Bahnhof, wo die nächste U-Bahn 1/2 km entfernt liegt

das wird aber vor allem die älteren Personen oder Gehbehinderte freuen *ironie*

http://news.orf.at/static/im... 164348.jpg

wer nicht in der lage ist einen maßstab auf einem plan umzulegen, der sollte solche falschaussagen für sich behalten!

Außerdem:

bei Wien Mitte treffen sich der Knoten Ubahn und der der Bahn.

Hier ist auf jeden Fall ersichtlich, dass der Hauptbahnhof keinen direkten Ubahnanschluss hat.

außerdem ist dein zitierter Plan falsch

weil er sehr vereinfacht und nicht exakt darstellt, wo die U1 Station oder zukünftige U2 Station liegt.

Nimm die Satellitenbilder von Google. Das ist exakter.
1/2 km ist da nicht untertrieben. Zur U2 ist es ja dann noch weiter.

du musst aber schon vom Bahnsteig weggehen

und nicht von dem Haupteingang des Hauptbahnhofes!

und da sind 1/2 km nicht übertrieben!!!

Achtung! Einige ICE gondeln weiterhin durch den Wienerwald statt durch den neuen Tunnel :-o

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