Österreich will Logo "Ohne Gentechnik hergestellt" auch in EU

6. Dezember 2012, 17:45
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Sojaschrot-Importe sollen zurückgedrängt werden

Wien - Österreich sieht sich als Vorreiter in Sachen gentechnikfreie Lebensmittel und deren Kennzeichnung und soll nach den Worten von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) "Vorbild in der Diskussion in der EU werden". Derzeit tragen mehr als 1950 heimische Lebensmittel das Kontrollzeichen "Ohne Gentechnik hergestellt".

Das Kontrollzeichen entstand in Folge des Gentechnik-Volksbegehrens im Jahr 1997 und hat sich als Branchenstandard etabliert. Im Zuge einer angestrebten künftigen europäischen Harmonisierung bei der Kennzeichnung Gentechnik-freier Lebensmittel hofft man, dass sich das österreichische Know-how in der EU durchsetzt, wie Florian Faber, Geschäftsführer der Arge Gentechnikfrei erklärt.

Ein vom Umweltbundesamt (UBA) durchgeführter Vergleich mit den Kennzeichnungsregelungen Deutschland, Frankreich und Südtirol hat nach Angaben des UBA-Experten Andreas Heissenberger gezeigt, dass Österreich die detailliertesten Bestimmungen und die genauesten Kontrollen hat.

Milchprodukte und Geflügel flächendeckend dabei

Derzeit tragen 1950 Lebensmittel das Logo. Erfasst sind die gesamte heimische Milch-, Frischeier- und Mastgeflügelproduktion. Lücken gibt es bei der Fleischproduktion, und da wiederum vor allem beim Schweinefleisch. Derzeit werden 600.0000 Tonnen gentechnisch verändertes Sojaschrot importiert und in der Mast verfüttert. Laut dem Bioethiker Erwin Lengauer von der Universität für Bodenkultur ist es der Konsument, der eine Umstellung schwierig macht und mehrheitlich nach dem billigsten Fleisch greift.

Erste Initiativen zu weniger gentechnisch-verändertem Eiweißfuttermittel gibt es. So soll im Rahmen der Initiative "Donau Soja" die Abhängigkeit von Überseeimporten zurückgedrängt werden. Schätzungen zufolge wird eine Umstellung auf Gentechnik-freie Fütterung 24 Millionen Euro kosten. (APA, ruz, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)

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