Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Erinnerungsorte wie Katyn, die lange Zeit aus dem Bewusstsein verdrängt wurden, gibt es in Ostmitteleuropa viele. In der Ukraine, in Polen, in Litauen, in Belarus, in Slowenien, auch in Österreich ...
Die Besinnung auf die Geschichte ging mit einem Wiederaufleben eines vielfach rabiaten Nationalismus einher, der sich gern auf Vorbilder aus der Vergangenheit beruft.
Die tiefe Krise in Europa und die damit einhergehenden Ängste wecken allerorts Gespenster, die wir längst für überwunden hielten. Das gilt nicht zuletzt für die postkommunistischen Länder Ostmitteleuropas und die dort zuweilen heftig geführten Auseinandersetzungen um die Geschichte. Diese belasten das Verhältnis zwischen einzelnen Ländern, und sie schüren auch interne Konflikte.
Ein Beispiel dafür ist die Debatte in Polen um die Flugzeugkatastrophe von Smolensk, der im April 2010 faktisch die gesamte polnische Staatsführung zum Opfer fiel. Präsident Lech Kaczynski und weitere hochrangige Politiker und Militärs befanden sich auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Opfer von Katyn, als ihre Maschine beim Landeanflug im dichten Nebel abstürzte. Im Dorf Katyn nahe Smolensk hatten Angehörige der sowjetischen Geheimpolizei NKWD im Frühjahr 1940 auf Befehl Stalins tausende polnische Offiziere ermordet, die nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen im September 1939 in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten waren. Als die Massengräber 1943 von deutschen Truppen entdeckt wurden, leugnete Stalin jede Verantwortung und schob sie Hitler in die Schuhe. Obwohl in Polen kaum jemand Zweifel an der wahren Täterschaft hegte, sahen sich die polnischen Kommunisten gezwungen, die sowjetische Version als absolute Wahrheit zu verkünden, was ihre Glaubwürdigkeit dauerhaft untergrub. Katyn wurde zu einer Metapher für die stalinistischen Verbrechen und die Verlogenheit des ganzen Systems.
1990 bekannte sich Russland erstmals zur Verantwortung für Katyn, doch von einer echten Aufarbeitung kann keine Rede sein, im Gegenteil, die Auseinandersetzung überschattet nach wie vor die polnisch-russischen Beziehungen, wie die Katastrophe von Smolensk beweist. In Polen werden seither, auch von Politikern der Rechten, immer neue Verschwörungstheorien geäußert, wonach das Staatsoberhaupt und sein Gefolge einem russischen Anschlag zum Opfer fielen.
Erinnerungsorte wie Katyn, die lange Zeit aus dem Bewusstsein verdrängt wurden, gibt es in Ostmitteleuropa viele. In der Ukraine, in Polen, in Litauen, in Belarus, in Slowenien, auch in Österreich, wir brauchen nur an Rechnitz zu denken. Überall stößt man, wenn man zu graben beginnt, auf verborgene Massengräber, die heftige Diskussionen auslösen. Mancherorts haben die Kontroversen erst begonnen. Wer waren die Opfer, wer die Täter? Waren die Opfer vielleicht gleichzeitig Täter, die von der gerechten Strafe ereilt wurden? Wie die slowenischen Domobranci, antikommunistische Einheiten, die mit Hitlerdeutschland kollaborierten, oder die nach 1945 aus der Tschechoslowakei vertriebenen Sudetendeutschen. Im Verlauf der Vertreibungen wurden Tausende ermordet, auch viele, die keine Schuld auf sich geladen hatten. Massenmorde, Vertreibungen, ethnische Säuberungen - in Mitteleuropa kennen wir viele Orte und Regionen, die Erinnerungen an solche Ereignisse wecken.
Zum Beispiel in Belarus. In der Nähe von Minsk liegt ein Waldgebiet namens Kurapaty, wo zwischen 1937 und 1941 auf Befehl Stalins zahllose Weißrussen, aber auch Polen ermordet wurden, Schätzungen sprechen von bis zu 250.000 Opfern. Ende der 1980er-Jahre begannen belarussische Historiker die offizielle Version, wonach dort Opfer der deutschen Besatzer liegen, zu hinterfragen. Zeitzeugen bestätigten, dass die Erschießungen vom NKWD durchgeführt wurden. Der belarussische Diktator hat versucht, die in Kurapaty errichteten Kreuze entfernen zu lassen, um die lästigen Erinnerungen auszumerzen, doch er scheiterte an den Protesten der Bürger. Heute steht Kurapaty symbolisch für die Verbrechen Stalins und den Widerstand gegen alle Versuche des Regimes, über die dunklen Kapitel der Geschichte den Mantel des Schweigens zu breiten.
Darüber dürfen wir nicht vergessen, dass auch die Deutschen nach 1941 in diesen Gebieten zahllose Massaker begingen. Die werden allerdings nicht verschwiegen, sondern zählen zum offiziellen Wissenskanon. Im Westen reagiert man oft mit Unverständnis, wenn in manchen Ländern der Terror der Nationalsozialisten und jener Stalins in einem Atemzug genannt werden. Aber es geht nicht darum, die Opferzahlen gegeneinander aufzurechnen. Der Wettstreit um die Opfer - wer hat mehr gelitten: Polen oder Juden, Ukrainer oder Polen, slowenische Domobranci oder kommunistische Partisanen usw. - hat die sachliche Auseinandersetzung vernebelt und bestehende Gräben weiter vertieft. In Polen, in der Ukraine oder in Belarus kann man allerdings nicht begreifen, weshalb die einen Opfer weniger schwer wiegen sollen als andere. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Intellektuelle im Westen sich lange weigerten, die stalinistischen Verbrechen, etwa den Holodomor, den von der Partei verordneten Hungertod, dem 1932-1933 Millionen Ukrainer zum Opfer fielen, in ihrem Ausmaß anzuerkennen.
Welche Brisanz kontroverse Geschichtsbilder entwickeln können, zeigt sich auch an den Diskussionen, die in Polen über das schwierige Verhältnis von Polen und Juden geführt werden. Die Kontroversen haben durch Enthüllungen, wonach auch Polen im Zweiten Weltkrieg an der Ausplünderung und Vernichtung der Juden beteiligt war, neue Aktualität erhalten. Ein Erinnerungsort dafür ist die Ortschaft Jedwabne im Nordosten Polens, wo im Juli 1941, kurz nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, hunderte jüdische Bewohner von polnischen Nachbarn ermordet wurden. Wie schwierig es für beide Seiten ist, sich diesen Problemen zu stellen, beschreibt die polnische Kulturanthropologin Joanna Tokarska-Bakir in einem Buch mit dem Titel Pogromschreie. Die polnische und die jüdische Erinnerung, so Tokarska-Bakir, sind geprägt von zwei unterschiedlichen Verleugnungen: Die Polen leugnen - in einem simplifizierten Verständnis der Geschichte - die Existenz polnischer Täter, die während des Krieges und auch noch danach Juden ermordeten, während die Juden, deren Erinnerung ausgefüllt ist vom Schmerz nach der Shoah, nicht wahrhaben wollen, dass es in Polen Gerechte gegeben hat, die ihr Leben riskierten, um Juden zu retten.
Auch in der Ukraine birgt die Diskussion um die jüngste Geschichte Konfliktstoffe. Zum Beispiel der Streit um Stepan Bandera, der im Zweiten Weltkrieg für eine unabhängige Ukraine kämpfte, wobei er zeitweise mit den Deutschen kollaborierte. In Wahrheit geht es nicht um die historische Gestalt Bandera, sondern um den Konflikt zwischen zwei historischen Narrativen: einem postsowjetischen und einem national-ukrainischen. Im postsowjetischen Narrativ gilt Bandera als nationalistischer Terrorist, Hitler-Kollaborateur und Volksfeind Nummer 1, was für die ukrainischen Nationalisten Grund genug ist, ihn zum Helden zu erklären und ihm Denkmäler zu errichten.
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus machte sich überall Optimismus breit, dass die bislang unterdrückten historischen Konflikte in den nun wieder unabhängigen Staaten rasch ausgeräumt werden könnten. Die schmerzlichen Erinnerungen, so meinten viele, würden in den Hintergrund treten, und man würde sich auf historische Gemeinsamkeiten besinnen. Diese Hoffnungen wurden oft enttäuscht. Wohin man schaut, wird über Denkmäler und Ortsnamen gestritten, über Helden und Verräter, Täter und Opfer. Dabei geht es stets um die historische Erinnerung und damit um die Frage der nationalen Identität, die in Ländern wie der Ukraine oder Belarus mit der Frage nach der Zugehörigkeit zu Europa verknüpft ist.
Die Besinnung auf die Geschichte ging mit einem Wiederaufleben eines vielfach rabiaten Nationalismus einher, der sich gern auf Vorbilder aus der Vergangenheit beruft, bis hin zu faschistischen Parteien. Liberale Intellektuelle müssen erkennen, dass die Demokratisierung oft nichts anderes war als Rhetorik. Wie sich zeigt, hat der Nationalismus die wichtigsten Positionen besetzt.
Wir brauchen nur nach Ungarn oder Polen zu blicken, um das bestätigt zu finden. In Ungarn marschieren Nationalisten gegen Roma, auch in Polen finden chauvinistische Strömungen rasanten Zulauf. Dass sich die polnischen Antisemiten neuerdings Judäo-Skeptiker nennen, macht die Sache nicht besser.
Die Krise ist ein guter Boden für die Gespenster der Vergangenheit. Umso wichtiger erscheint es, dass wir uns offen, ohne etwas zu verschweigen oder schönzureden, mit ihr auseinandersetzen. Das gilt für nicht nur für die postkommunistischen Länder, sondern nicht zuletzt für Österreich. (Martin Pollack, Album, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)
Martin Pollack, geb. 1944, Schriftsteller, Übersetzer, Journalist. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 2012 den Stanislaw-Vincenz-Preis. Zuletzt erschien: "Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien" (Zsolnay). Dieser Text ist eine Kurzfassung seiner Einleitungsrede zum 6. Mediengipfel, der vom 29. 11. bis zum 1. 12. in Lech stattfand.
Ich frage mich, wie die Leute das aushalten, die Musik den ganzen Tag. Ich meine damit die Beschallung, die permanente Beschallung, und speziell meine ich den Techno-Dreck
Früher hießen sie "Gastarbeiter", heute Arbeitsmigranten. Sie kommen und gehen, viele bleiben und schlagen Wurzeln. Was ist ihr Bild von hier? Und wie sehen diese Menschen uns?
Über sechstausend Menschen hat das Meer verschlungen auf der gefährlichen Reise von Afrika nach Europa. Ein Lagebericht
Massenentlassungen, Arbeitslosigkeit und die Hoffnung auf einen Job. Manche haben aus der Not eine Tugend und sich selbstständig gemacht
Es wabert, die Walküren sammeln Helden auf, Loge lässt es zischen und krachen. Aber die ideologischen Kosten, die wir für das Spektakel bezahlen müssen, sind horrend
Wie würde das gehen? Sicher nicht mit einem rumpelnden Rollkoffer oder einem lächerlichen Rucksack
Lissabons Charakter besitzt etwas, das einen sich für die eigene Unvollkommenheit schämen lässt, obwohl diese Stadt niemanden beschämt.
Sie ist wider die Natur, wider das Vergnügen. Arbeit ist unverschämt. Ein Manifest wider die Arbeit zum 1. Mai
Todgeweihte Küken, räudige Katzen und stinkender Müll. Über eine Reise mit mitteleuropäischem Nachwuchs nach Marokko - abseits aller Werbeprospekte
Es ist obszön, die fremden Straches lieben zu sollen: Wolfgang Müller-Funk über symbolische Minenfelder und kulturalistische Fallen, die bei der Debatte über islamische Einwanderung mit im Spiel sind
Sie sind in den Siebzigern und Achtzigern geboren und schreiben eine Literatur, in der es keine Welt vor dem Text gibt - Über eine neue Generation von Schriftstellerinnen
Er lässt sich mit ärmlichen Worthülsen abspeisen, er schmatzt, er fühlt sich satt. Der Unmund wohnt im Schlaraffenland, während ich mich in meiner Art bedroht fühle
Ägypten! Schon das Wort wie ein Lockruf. Weltwunder erwarten dich. Pyramiden. An ihren Wänden ein Flirren: Götterbilder, Tierbilder, Zeichen
Allerweltscremedose, Herrenwitzdarbietung, rotbeschuhte Fußnoten, Stadt-Rad-Alltag, Goldhelme, Heimat-Kennzeichen, gleichgeschlechtlich Liebende: Bodo Hell fragt sich vieles
Eine Krippe, ein Pferd, ein Hinweisschild: Drei Fotos liegen auf meinem Tisch, ich schiebe sie hin und her, ich frage mich: Welche Geschichten verstecken sich hinter der Anordnung von Dingen?
Das ist nur eine Frage von vielen. Eine weitere: Welche Gründe hat Frau K., sich derart zu exponieren? Oder: Versteht sie das als Teil einer Aufarbeitung? Versuche einer Erklärung
Ich falle höchstens dadurch auf, dass ich kein Smartphone habe. Ins Gespräch integriert werde ich dennoch, also in diese seltsam multimediale Mischung Mensch und Maschine
Farb-, geruch- und geschmacklos wollen wir es in Mitteleuropa haben, die Amerikaner schätzen den Chlorgeruch. Vier allgemeine Anmerkungen zum Wasser nebst einer Wasserverkostung
Ein Blick auf den Schreibtisch am Wochenende - und Fragen, die sich unter der Woche aufgestaut haben
Als ein Schriftsteller ist man an seinem Schreibplatz tagtäglich auf ein Hausarbeitsverbessern zurückgeworfen, Lehrer und Schüler in Personalunion
Warum muss ich immer daran erinnert werden, dass ich Jude bin? Warum schreiben auch (links-) liberale Medien vom "jüdischen Komponisten" oder vom "jüdischen Schriftsteller"?
Die Debatte um die Wehrpflicht zeigt sehr deutlich, dass über Geschlechterpolitik in Österreich nicht geredet werden kann
Ihm eilt der Ruf voraus, er sei der Verkünder kommenden Glücks: Gedanken zum Zufall
Dinge auf die Reihe kriegen: Das kann bald jemand. Ich gehöre lieber zu jenen, deren liebstes Möbelstück die lange Bank ist. Ein Lob der Prokrastination
Wie groß ist unsere Genugtuung, wenn einer, der es probiert hat, es doch nicht schafft? - Und aus der Sphäre der gelebten Träume auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird
Unvorstellbar an Katyn ist, das die Opfer aus Ostaschkow alle von einem Mann erschossen wurden: Wassili Blochin, der seine Befehle direkt von Stalin bekommen hat. Die 7000 Opfer aus Ostaschkow hat er in Twer innerhalb von 28 Tagen erschossen ( 250 pro Nacht). http://de.m.wikipedia.org/wiki/Wass... ch_Blochin
Und um den Verdacht bei Entdeckung den Deutschen in die Schuhe zu schieben, hat er deutsche Pistolen verwendet (aber auch weil er wusste das die sowjetischen bei derartiger Beanspruchung blockieren): snider "bloodlands"
Ich kann und habe mein Posting durch Quellen untermauert. (Neben Wikipedia hab ich das in Bloodlands von Snider sowie "Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt" von Jörg Baberowski gelesen).
Und Sie? Einfach nur Blödsinn schreiben und ein rotes Stricherl vergeben. Sehr einfach. Stalinist halt.
tja, wenn man weiß wo die meisten verbrecher mit offenen armen empfangen wurden, um ihre agenda weiterzutreiben wundert einen das nicht mehr:
http://www.maebrussell.com/Mae%20Bru... ssass.html
und noch weniger wundert es einen, wenn man weiß, daß wir jene verbrecherkonzerne die das alles zu verantworten hatten und davon profitiert haben auch heute noch hoffieren:
www.profit-over-life.org
die ideologisch/politische seite wurde offiziell verurteilt und bekämpft - die global vernetzte, wirtschaftliche seite kam ungeschoren davon und regiert uns noch heute, und die geheimdienstlich/wissenschaftliche seite fand eine neue heimat in cia/nasa/nsa usw....
Uigerle, ein heikles Thema.
Leider aber ein notwendiges. Denn alle Staaten haben es verabsäumt, nach dem 2. WK mit den Kriegsverbrechern - allen - aufzuräumen.
Die einen haben sie zu Helden hochstilisiert (die Siegermächte), die anderen haben sie zu Märtyrern gemacht (Japan), und wir (Ö+D) haben sie zum Aufbau des Nachkriegseuropas benützt.
Einer der Gründe, warum es noch immer ungesühnte und nicht eingestandene "Nationallügen" gibt. Nur langsam wird diese Form der "Geschichtsverdrehung" langweilig und - viel schlimmer - wirklich hinderlich.
Denn solange alle in ihren Staatsgrenzen geschmollt haben, solange waren die Lügen zwar lästig aber gleichzeitig bequem. Jetzt werden sie unbequem. Jenen die lügen und jenen die glauben.
gibt den Menschen, die sich von ihm angesprochen fühlen, ein (neues) Zugehörigkeitsgefühl, das dabei hilft, ihre Lebensprobleme, wie Unzufriedenheit, Bildungs- und Kulturbenachteiligung, relative Armut oder Armutsgefährdung (das Gefühl der eigenen Minderwertigkeit und das des Ausgeschlossenseins), Stress im Beruf, Partnerschaftsprobleme, lieblose Eltern, unbewältigte, nein ungeahnte, Probleme in der Kindheit, daher larvierte Depression, Persönlichkeitsstörungen u.v.m.) ZU VERDRÄNGEN. Leider geht er eben dadurch Hand in Hand mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, die ähnliche Probleme hat wie man selbst; wodurch man sich bestätigt fühlt und beginnt, andere Gruppen von Menschen, die das Leben anders begreifen oder auch nur eine
andere Hautfarbe haben und Religion, als minderwertig einzustufen, damit man sich selbst besser oder erhabener fühlt. Oder als privilegiert(er) einzustufen, damit man sich benachteiligter fühlen darf. Dies passiert fast in jedem Zinshaus bzw. Gemeindebau (natürlich auch im Eigentum, aber weniger). Und ist Rassismus und Intoleranz; Ignoranz. Ausgrenzung. -> "Abschaum-Dörfer": Geert Wilder.
Unnötig, überhaupt zu sagen, worin diese leicht münden kann: nationalen Faschismus, Nationalsozialismus. (Und diese fand statt in unseren Breiten. Und davon sind wir wieder gefährdet. Ich weiß also nicht, warum Christian Rainer sich vor einer erstarkenden Grazer KPÖ so fürchtet.)
Es wäre also meines Erachtens mehr Ehrlichkeit, nicht zuletzt sich
Viel mehr ist es ein Ergebnis jahrzehntelanger Wahrheitsunterdrückung und Geschichtsfälschung. Diese geschah auch im Westen. Durch den Eisernen Vorhang isoliert und der Stimme beraubt, konnten Deuschland, aber auch die Allierten, die Polen nach dem Krieg im Stich lassen, das polnische Leid (anders als das jüdische) einfach ausblenden. Deshalb ist es möglich, dass viele Deutschen oder Österreicher von den 6 Millionen zivilen Opfern in Polen kaum etwas wissen, oder renomierte Zeitungen von "polnischen KZ" schreiben. Gerade die Diskussion in Polen um Jedwabne wird sehr offen und kritisch geführt, ein Spielfilm darüber soll zum Kassenschlager werden. Und so populär ist die Kaczynski Partei auch wieder nicht.
Das ist ein guter Artikel, nur geht er leider nicht an die Wurzel des Problems.
Das Problem ist nunmal, dass sich nach dem Fall der Mauer viene neue "Nationen" gebildet haben oder vielmehr gebildet wurden, was hauptsächlich den Profitinteressen der lokalen Eliten und des Auslands gedient hat.
Danach hat man damit angefangen die abstrusesten Geschichten zu erfinden um die Großartigkeit und Andersartikgeit der eigenen "Nationen" zu beweisen.
Im Geiste des Antikommunismus galt es eine neue Geschichte zu schreiben und neue Helden zu finden. Dafür haben sich die Nazis und ihre Kollaborateure am besten geeignet, noch dazu weil die Nazi - Zeit vielerorts die einzige Periode einer "nationalen Unabhängigkeit" war.
Das Ergebnis ist bekannt....
so kann ich Ihrer Analyse nur beipflichten;
wenn Sie hingegen den Fall der Berliner Mauer meinen sollten, dann lassen Sie mich verwirrt zurück. Denn ich erkenne weder den sachlichen Bezug dazu, noch ahne, ich auf welche Nationen Sie anspielen könnten.
Bitte schreiben Sie mir, dass es Jericho war, bitte!
Vielleicht gibt es einen Link dazu ?
Dieser Artikel erklaert vieles, Ihren Satz jedoch ueber die Juden in Polen kann ich nicht zustimmen. Sie schreiben: "waehrend Juden, ......nicht wahrhaben wollen, dass es in Polen Gerechte gegeben hat......"
Sehen Sie kurz in die Liste "Gerechter unter den Voelkern" dort werden sie geehrt. Es waren bisher 6.339 Polen, niemand wuerde diese Retter ableugnen, die polnischen Juden werden immer dankbar sein und das monatliche Ehrengeld gerne bezahlen.
wahrlich ein sehr guter kommentar! die historische auseinandersetzung mit den verbrechen in/an osteuropa ist sicher nicht zu ende. aber es stimmt, dass man endlich aufhören sollte, zahlen gegenzurechnen, so als könnte man die tragik für menschliche existenzen so erfassen.
ich habe heute erst von jemanden mit polnisch-ukrainischen eltern erfahren, wie diese erst von den deutschen zur zwangsarbeit geholt wurden (und dann nach westen flüchteten) - während deren geschwister nach dem krieg nach sibirien verschleppt wurden, wo sie jahrelang für nichts schufteten. leid fragt nicht nach der nationalität der verursacher, oder deren motiven, es fragt nach anerkennung und, wo möglich, wiedergutmachung!
in kärnten haben bei kriegsende (meist slowenischsprachige) partisanen mit der wehrmacht flüchtende kroaten (ustaschen) und slowenen (domobrancen) auf österreichischem gebiet umgebracht, teilweise auf bestialische weise.
viele davon hatten zuvor verbrechen begangen, für die man sie vor gericht stellen hätte müssen. andere aber nicht. bis heute gibt es keinen emotionslosen, sachlichen umgang damit, von rechts und links wird das thema entweder hochgespielt oder verleugnet.
offenbar ist es sehr schwer zu akzeptieren, dass gut und böse in jedem einzelnen individuum stecken und niemals nur auf auf einer "seite" zu finden sind.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.