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Washington - 2011 wurden einige Zugvögel-Arten auf ihrem Weg nach Nordeuropa von einer extremen Dürre am Horn von Afrika aufgehalten. Neuntöter und Sprosser mussten zum Beispiel ihren Zwischenstopp in dieser Region erheblich verlängern, berichteten internationale Wissenschafter im Fachmagazin "Science". Sie brauchten länger als üblich, um ihre Energiereserven aufzutanken, da sie aufgrund der Dürre weniger Nahrung fanden. Dies führte auch dazu, dass sie in Europa später anfingen zu brüten, schreibt das Team um Anders Tottrup von der dänischen Universität Kopenhagen.
2011 waren einige Zugvögel, die die Sahara durchqueren, mit erheblicher Verspätung in ihren Brutgebieten in Nordeuropa eingetroffen. Experten berichteten damals von einer der spätesten Ankünfte seit 1950. Besonders verwunderlich war dies, da infolge des Klimawandels viele Singvögel eigentlich immer früher in ihren Brutgebieten ankommen. Die Forscher um Tottrup fanden in ihrer Untersuchung nun einen Grund für die Verspätung.
Sie hatten insgesamt 18 Neuntöter und acht Sprosser mit einem Mini-Datenspeicher versehen, und so die Wanderung der Vögel zwischen Afrika und Europa an drei aufeinander folgenden Zyklen zwischen 2009 und 2012 verfolgt. Anschließend setzten sie die Daten mit Klima- und Umweltdaten in Verbindung. Sie stellten fest, dass die verspätete Ankunft der Vögel in Nordeuropa im Frühling 2011 auf die damalige Dürre am Horn von Afrika zurückzuführen ist.
Die Neuntöter zum Beispiel blieben 2011 im Schnitt doppelt so lange in der Region wie im Jahr davor oder danach. Die Sprosser blieben gut eine Woche länger als gewöhnlich. Andere Zugvogel-Arten, die am Horn von Afrika keine Rast machen, trafen pünktlich in ihren Brutgebieten ein.
Die Umweltbedingungen haben selbst an lokalen Raststationen, an denen die Vögel nur kurz verweilen, eine entscheidende Bedeutung für das komplette Migrationssystem, schreiben die Forscher. Eine Verzögerung des Vogelzugs könne sich kaskadenartig etwa auf den Bruterfolg und die Sterblichkeit auswirken. Bei den beiden untersuchten Arten hätten sie bisher jedoch keine nachteiligen Auswirkungen festgestellt. (APA/red, derStandard.at, 07.12.2012)
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