Verdorbene Nahrung treibt Fruchtfliegen in die Flucht

9. Dezember 2012, 19:04
  • Drosophila melanogaster bei der Eiablage. Riechen die Fruchtfliegen an einer potenziellen Nahrungsquelle die Substanz Geosmin, dann machen sie automatisch einen großen Bogen darum.
    foto: imp -imba graphics department

    Drosophila melanogaster bei der Eiablage. Riechen die Fruchtfliegen an einer potenziellen Nahrungsquelle die Substanz Geosmin, dann machen sie automatisch einen großen Bogen darum.

Geruchsstoff Geosmin lässt die Insekten automatisch auf Distanz gehen - Erkenntnis könnte neue Möglichkeiten bei der Schädlingsbekämpfung eröffnen

Jena - Fruchtfliegen haben eine besonders feine Nase für verdorbene Nahrung. Ein internationales Forscherteam hat bei den Insekten eine hohe Sensibilität gegenüber dem Geruchsstoff Geosmin festgestellt. Die Substanz wird etwa von einigen Pilzen und Bakterien abgegeben. Schon kleinste Mengen reichen aus, dass die Fliegen, die sich sonst vor allem von Hefen ernähren, einen großen Bogen um ihre Nahrung machen und Weibchen dort keine Eier ablegen, schreiben die Wissenschafter im Fachjournal "Cell".

Signal zur Flucht

Wie das Team um Marcus Stensmyr und Bill Hansson vom Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena berichtet, wird durch Geosmin eine spezielle Nervenleitung aktiviert. Diese reiche von den Rezeptoren in den Antennen weiter über Sinnes- und Gehirnneuronen. Die durch Geosmin vermittelte Botschaft löse ohne Umwege ein bestimmtes Verhalten aus - nämlich Flucht. "Es ist das erste Mal, dass nun ein solches Durchschaltmuster auch im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme festgestellt werden konnte", sagte Hansson.

Interessant für die Schädlingsbekämpfung

Für ihre Studie haben die Wissenschafter Labormessungen am Nervensystem der Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) vorgenommen. Ihre Ergebnisse daraus bestätigten sich in Experimenten, bei denen die Tiere in Glasröhrchen verschiedenen Gerüchen ausgesetzt wurden. Hansson geht davon aus, dass es einen ähnlichen Reflex auch bei anderen Insekten bezüglich anderer Geruchsstoffe gibt. Dies könne etwa für die Schädlingsbekämpfung von Interesse sein. (APA/red, derStandard.at, 09.12.2012)

Share if you care
9 Postings

ein testgerät, das verdorbene nahrung anzeigt, ist wohl nicht von interesse…stattdessen gibts neue substanzen im essen.

Fein, dann sind Fruchtfliegen ab jetzt bei mir willkommen.

Wenn ich mal wieder Wurst im Kühlschrank hab, wo ich nicht mehr so recht weis, ob die noch gut ist... schick ich erst mal meine kleinen Tester vor. Haben die kein Interesse daran, weis ich - wegschmeissen. Tolle Sache.

tolle sache...

nur weiss ich nicht, ob ich es ueberleben wuerde die fruchtfliegen mit dieser methode loszuwerden

Treibt Fluchtfliegen

in die Furcht.

Tja so wenig bis keine Fruchtfliegen in den Supermärkten - was soll uns das blos sagen ...

.. fluchtfliegen :)

... weil furchtfliegen !)

fliegen furt!

wenn ich...

das "furt" lass, musste ich sofort an die Tafel "Nach Kaernten" denken

:-)))

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.