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vergrößern 600x578Ein Vaterschaftstest scheint hier überflüssig. Lee Hazlewood genießt in den 1970ern mit seinen Kindern das anonyme Leben in Schweden.
Als Missionar der Kirche des Lee Hazlewood schiebt man eine ruhige Kugel. Zwar ist der exzentrische Oberlippenbartbewohner vor fünf Jahren gestorben, doch wurde nach seinem Hinscheiden nicht wie üblich das Erbe ausgeschlachtet. Das bedeutet, dass es nach wie vor Alben des Country-Sängers gibt, die selten zu finden sind, da es dem Tantiemenmillionär kein besonderes Anliegen war, seinen Katalog zu pflegen. Schließlich hat er mit These Boots Are Made for Walking ausgesorgt gehabt. Das hat er 1966 geschrieben, mit 37, als er gerade aus dem ersten Ruhestand zurückgekehrt war, in den er sich nach der Zusammenarbeit mit Duane Eddy verzogen hatte. Hazlewood hatte Eddys berühmten Twang-Sound erfunden, was ihm früh vergoldet wurde.
Eine aus diesem oder anderen Gründen bis heute als Rarität im Oeuvre Hazlewoods geltende Platte wurde nun wieder aufgelegt: A House Safe For Tigers. Sie zählt zu jenen Alben, die Hazlewood in Schweden veröffentlicht hatte. Dorthin war er Ende der 1960er-Jahre ausgewandert. Der Vietnamkrieg und der Wirbel um seine Person, nachdem er als Duettpartner von Nancy Sinatra berühmt geworden war, verantworteten diesen Schritt. Acht Alben entstanden in Schweden, zwei wurden 1999 von Steve Shelley, dem Schlagzeuger von Sonic Youth, auf dessen Label Smells Like Records wiederveröffentlicht.
Nun muss man zugeben, dass nicht alles Gold ist, was im Schnee des hohen Nordens glitzert, aber als Kirchenmann sieht man das als eine Prüfung des Herrn, die bestanden werden will. A House Safe For Tigers ist deshalb gewöhnungsbedürftig, weil Hazlewood ungewöhnlich dick aufträgt und gleichzeitig wahnsinnig träge wirkt. Seine charakteristische Zurückgenommenheit weicht einer Opulenz, die ein Orchester ohne Angst vorm Kitsch besorgt. Aber das war 1975 eben so in der Mode, in Schweden. Die Ergebnisse klingen getragen, manchmal nach Schwedensexfilmsoundtrack, denen Lee mit feinstem Kellerbariton An- und Auszüglichkeiten besorgte. Unnötig zu sagen, dass man dieses Album also braucht, Amen. Vom Label Light in The Attic wurde es mit Klappcover und Poster und Zeugs wieder aufgelegt, für Scheinheilige auch als CD.
Dasselbe Label schenkt der Welt nun eine Sammlung von Singles, die das Werk Hazlewoods als Produzent für sein Label LHI beleuchtet: You Turned My Head Around. Hazlewood selbst ist auf diesen elf Singles ein seltener Gast. Dafür gibt die Box einen repräsentativen Einblick in Lees Neigungen und persönlichen Geschmack. Da gibt es die Psychedelic-Bands Kitchen Sinq und Hamilton Streetcar, Country-Pop von Danny Michaels oder den Garagen-Twang der Woodchucks - außerdem zwei Songs von Honey Ltd. Diese Girlie-Folkband hat nur ein Album veröffentlicht, auf Lees Label. Es ist heute nicht unter 1.000 Dollar zu kriegen - wenn überhaupt.
Zwar sind die hier ebenfalls vertretenen Eve, die aus Honey Ltd hervorgegangene Band, noch besser, aber in Glaubensfragen zählt Vollständigkeit zu den obersten Geboten. Vielleicht gelingt es Light in the Attic ja, diese Perle endlich wieder aufzulegen - Herr, wir bitten dich, erhöre uns. Bis es vielleicht dazu kommt, laben wir uns an diesen Gaben, die 2012, nach der im Frühjahr erschienenen Sammlung Lee Hazlewood ?- The LHI Years: Singles, Nudes & Backsides, als ziemlich gutes Jahr im Hazlewood-Kalender erscheinen lassen. (Karl Fluch, Rondo, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)
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Am Rande meines Forumsdaseins sei hier noch mein aufrichtig empfundener Dank verbunden mit ein wenig Abschiedsweh an die hauptamtlich tätigen Herren Fluch & Schachinger, in deren Foren ich am umtriebigsten war, deponiert.
FSS
Ist leider nicht möglich, mir Immunität gegen diese Art der Provokation anzutrinken, würde mich demnächst wieder genauso ärgern (nur über die unbegründeten Rotverteiler bzw.wenn's Überhand damit nimmt). Entsprechendes mail an's Forenteam ist ebenfalls schon unterwegs. Viel Spaß noch hier!
und lass mal wieder einen Spezialisten der Standard-Redaktion, Rhiz-Betreiber und/oder M.i.c.a.-Mitarbeiter ein paar Tonträger für den Genuss und die Fortbildung der Bewohner des nicht nur persönlichen Musik-Entwicklungslandes verlegen.
Ein etwaiger C2H5OH-Zuspruch wäre vor meiner Leber ohne Gewissensnot als Beseitigen einer Bildungslücke zu rechtfertigen.
in Form dieses Artikels als solche erkannt habend, beschloss ich, als zweiten notwendigen Schritt, einen Brunnen inmitten der trockenen Öde anzulegen und siehe da, das erste Grundwasser, das zutage pumpen mir vergönnt ist, schmeckt klar und gut und macht die Ödnis bereits ein klein wenig fruchtbar.
*Lee Hazlewood/Soul's island
http://www.youtube.com/watch?v=xYDRWVel5RU
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/dis... y/27261199
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