Entsetzen nach Mord an russischem Journalisten im Nordkaukasus

6. Dezember 2012, 13:36
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Ermittlungsbehörde in Moskau machte "lokale Banden" verantwortlich - Gekkijew sowie andere Journalisten sollen zuvor Drohungen erhalten haben

Moskau - Mit einem Kopfschuss haben Unbekannte im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus einen Fernsehmoderator ermordet, der als kritischer Journalist bekannt war. Die "menschenverachtende, monströse und zynische" Bluttat hänge vermutlich mit der Arbeit von Kasbek Gekkijew (28) zusammen, sagte Arsen Kanokow, der Chef der Teilrepublik Kabardino-Balkarien, der Agentur Interfax am Donnerstag. "Es ist möglich, dass der Mord andere Journalisten einschüchtern soll."

Die Ermittlungsbehörde in Moskau machte "lokale Banden" verantwortlich. Gekkijew sowie andere Journalisten sollen zuvor Drohungen erhalten haben. Im muslimisch geprägten Nordkaukasus werden Reporter immer wieder Opfer von Gewalt.

Ungeklärt ist der Mord an der kremlkritischen Journalistin Natalia Estemirowa im Sommer 2009. Auch die tödlichen Schüsse 2006 auf die Publizistin Anna Politkowskaja hängen vermutlich mit deren Recherchen im Nordkaukasus zusammen. Experten beklagen in dem von Clanstrukturen dominierten Gebiet eine enge Verbindung von Politik und mafiösen Banden. (APA, 6.12.2012)

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