Umweltdachverband fordert Warnhinweise auf Handypackungen

6. Dezember 2012, 11:49

Menschen müssten zu einem bewussten Umgang mit der Mobilfunktechnologie gebracht werden. Forum Mobilkommunikation zweifelt an Studien

Der Umweltdachverband fordert einer Pressekonferenz und -aussendung vom Donnerstag zufolge das Gesundheitsministerium zu einer Vorsorge- und Schutzkampagne bezüglich Mobilfunk auf. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie würde sich demnach die Zahl der Smartphones auf 3,3 Milliarden verdreifachen und die Mobilfunkanschlüsse auf 9,4 Milliarden steigen. 

Appell an Bures

Zitiert wird vom Umweltdachverband auch die Entscheidung eines italienischen Höchstgerichts, demzufolge exzessives Telefonieren mit dem Handy "zu 80%-iger Invalidität führen" könnte. Der Umweltdachverband unterstützt aufgrund dieser Ergebnisse die Plattform Mobilfunk-Initiativen in ihrer Forderung nach mehr Schutz und Vorsorge. Konkret appelliert man hier an Bundesministerin Bures, die gesetzlich bindende Grenzwerte einführen soll, beispielsweise den "Salzburger Vorsorgewert" von einem Milliwatt pro Quadratmeter Strahlenbelastung. 

Warnhinweise auf Handyverpackungen

Argumentiert wird mit der europäiaschen Forderung, Vorsorgemaßnahmen einzuführen, sobald "der glaubwürdige Nachweis erbracht wurde, dass eine bestimmte Handlung die Umwelt oder die menschliche Gesundheit belasten könnte". Zusätzlich fordern beide Organisationen eine Informationskampagne über die Gefahren des Telefonierens für die Bevölkerung. Zwar seien erhöhte Tumorrisiken im Kopfbereich wissenschaftlich nicht bewiesen, es gebe aber ausreichend Hinweise, um "dringend einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie zu empfehlen." Gedacht wird hier beispielsweise an Warnhinweise auf den Handyverpackungen, wie man sie von Zigarettenpackungen kennt. 

10 Handyregeln

Indes fordert auch die Ärztekammer einen verantwortungsvolleren Umgang und plädiert für handyfreie Zonen im öffentlichen Raum. Dadurch soll die Strahlenbelastung minimiert werden und die Menschen zu einem bewussteren Umgang erzogen werden. Piero Lercher, Umweltmedizin-Referent der Ärztekammer Wien, fordert auch die Intensivierung von Recyclingmaßnahmen, da die Gewinnung der benötigten Rohstoffe umweltbedenklich wäre. Er schlägt die Implementierung eines Handypfandsystems vor. Die Gefährlichkeit mit Studien zu untermauern sei aber problematisch, da dieses Massenphänomen noch zu kurz andauern würde. Die vor zehn Jahren herausgegebenen "10 medizinischen Handy-Regeln" vor sechs Jahren hätten nicht an Aktualität verloren. Lercher fordert aber auch von der Industrie, auf strahlungsärmere Telefone zu setzen.

Zweifel an Studien

Das Forum Mobilkommunikation reagiert auf die Forderungen des Umweltdachverbandes und der Ärztekammer und kritisiert, dass sich der Verband auf ein Urteil eines italienischen Kassationsgerichtes für Arbeitsrecht stürzt. Zur Urteilsfindung seien Studien von Lennart Hardell herangezogen worden, die höchst umstritten seien. Seine Studien würden im Gegensatz zum allgemeinen wissenschaftlichen Kenntnisstand stehen. Kopf- und Gehirntumore seien in Österreich laut Statistik Austria sogar leicht zurückgegangen, was im Widerspruch zu Hardells Studien stehe. Seinen Aussagen zufolge müsste laut Forum Mobilkommunikation die Kopftumor-Rate in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent gestiegen sein. Der SAR-Wert werde zudem in allen Bedienungsanleitungen bekanntgegeben, die Forderung des "Salzburger Vorsorgewertes" würde eine Forderung nach dem Abschlaten sämtlicher Funkdienste bedeuten. Die zehn medizinischen Handyregeln seien bar jedes technischen Verständnisses und würden von Ahnungslosigkeit oder bewusstem Schüren von Ängsten zeugen. (red, derStandard.at, 6.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 56
1 2

angenommen, es gäbe 3 mrd aktive händis. und 2 mrd davon wären in sagmamal einigermaßen zivilisierten ländern mit ordentlicher medizinischer versorgung.

und angenommen, händistrahlung würde die gesundheit wieauchimmer beeinträchtigen.

der versuchszeitraum beträgt mittlerweile 20 jahre (ab d-netz gerechnet, umts 10 jahre).

bleibt also nur die frage: WO SIND DIE TOTEN?

ich finde es immer zermürgend wenn so getan wird, als sei Esoterik eine Wissenschaft ...

Hier werden bewusst immer wieder böse klingende (päjorative) Begriffe erfunden wie "Handystrahlung" oder "gepulste Mikrowellen". Nochmal an Alle: Handys benutzen zum Kommunizieren elektromagnetische Wellen auf relativ niedrigen Frequenzen (und Wellenlängen im Zentimeter-Bereich) und Sendeleistungen von wenigen Milliwatt bis ca. 2W. Unser sichtbares Licht hingegen befindet sich auf wesentlich höheren Frequenzen und im Nanometer-Wellenlängenbereich, ist also wesentlich ENERGIEREICHER. Eine altvatrische Glühbirne (60W) strahlt 95% ihrer Leistung im breiten Infrarotspektrum ab ... wir spüren einwenig Wärme. Ein Heizstrahler strahlt mehrere 1000W ab, und uns wird einwenig warm. Wo bitte schön soll ein Handy schädlich sein?? Ehrlich?

@red
"Die vor zehn Jahren herausgegebenen "10 medizinischen Handy-Regeln" vor sechs Jahren hätten"

also wann jetzt?

Achtung vor der Sonne

"Neueste" Erkenntisse haben ergeben, dass die Sonne regelmäßig den Salzburger Vorsorgewert um das 1,3 Mio-fache überschreitet. Verdammt wir sollten alle so was von tot sein.

Ein bewusster Umgang kann nicht schaden

Es gibt Studien die eine Auswirkung von Mobilfunkstrahlung belegen und es gibt Studien, die dies widerlegen. In einer öffentlichen Diskussion sollten auf alle Fälle beide Seiten Platz finden. So kann sich jeder Bild davon machen und bereits ohne Verbote für sich entscheiden wie er diese Technologie nutzen möchte.
Negative Studien, von denen es gar nicht wenige gibt ( www.diagnose-funk.org ) , generell auszublenden und als unbegründete Panikmache abzustempeln ist gewiss der falsche Weg.
Ein bewusster Umgang im eigenen Umfeld hat für den Nutzer keine Nachteile (wer nicht will muss nicht)– für die Mobilfunkbetreiber aber vielleicht schon.

oha

Tja liebe Aluhut-Fraktion, nur weil jetzt auch festgestellt wurde, dass eure Schutzfolie auch 'schädlich' ist (z.B.: http://derstandard.at/133039004... aehrlich), muss man nicht gleich wieder einen medialen Amoklauf gegen die sich selbst definierten Buhmänner machen machen ...

PS: Auch Luft tötet Leute, nur braucht es eben im Schnitt 80-90 Jahre

Aluhelm

und Alugoggerlschutz auf Krankenschein. Für Alle. Jetzt!

Wissenschaftlich bewiesen ist erhöhtes Tumorisiko im Kopfbereich also nicht, aber dieses verflixte Bauchgefühl, da gibt man sicherheitshalber trotzdem eine Warnung heraus bzw fordert Warnhinweise diesbezüglich. Weil wenns nix nutzt, schaden tuts auch nicht, oder was?

ich würde vorschlagen, sie studieren die Literatur und die Einstufung hochfrequenter Felder durch IARC/WHO.

Also ich glaub ja,

dass die 10 Regeln, in denen so oft Festnetz vorkommt, von der Telekom gesponsert wurden :D

Der "glaubwürdige Nachweis, daß etwas passieren könnte"?

Ein glaubwürdiger Nachweis für einen Konjunktiv?

Ernsthaft?

Was darf man sich darunter vorstellen?

Sicherheitshinweis:
"Hättst net glebt, warst net gsturbn."
(c) Lukas Resetarits

Strahlungsrisiken sind weit übertrieben, aber um das Recycling sollte man sich tatsächlich viel mehr kümmern, sonst haben wir auf der Welt bei den Rohstoffen bald eine Megagau. Ein hohes Pfand (z.B. 10% vom Kaufpreis) wäre sehr angemessen.

vielleicht sollte man auf jedes neugeborene baby ein sticker geben : "das leben führt zum Tod", oder zeugungswillige eltern sollten eine bindende information unterschreiben, dass sie wissentlich jemand zeugen wollen der sterben wird.

Dies Umweltdachverband gehört therapiert, aber endgültig, gleich mit KfV und Konsumentenschutzverband.

Wenn man bedenkt das all die Eso Kasperl die an dieser Aussendung mitgewirkt haben mal eine UNI *erfolgreich* absolviert haben kann man sich nur an den Kopf greifen

Offenbar kennen diese Leute nicht den Unterschied zwischen ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung.

Ja, wenn elektromagnetische Strahlung auf den menschlichen Körper trifft, dann erwärmt sich dieser, und? Das tut er auch wenn ihnen die Sonne auf den Kopf scheint (und die hat eine *erheblich* höhere Leistung/m²), ganz offensichtlich ohne zu Schaden (no na net)
Nein, es macht keinen Unterschied ob und wie die Strahlung moduliert wird, nein, es gibt keinen Unterschied zwischen 'guter, natürlicher' und 'böser, menschgemachter' Strahlung.

Die Erwärmung des Gewebes muss nicht die einzige Wirkung sein. So weit ich weiß, sind unsere Nerven elektrische Leiter. Wenn sich das Magnetfeld, in dem sich ein elektrischer Leiter befindet, ändert, induziert dies einen Strom im elektrischen Leiter. Ich vermute, dass vieles im Körper durch Nervensignale gesteuert wird. Somit scheint es möglich, dass von Mobiltelefonen erzeugte elektromagnetische Wechselfelder Körperfunktionen auf unerwünschte Weise beeinflussen können. Schon bei einer Leistungsflussdichte von 0,2 W/m² ist beim Menschen eine erhöhten Ausschüttung von Stress-Hormonen nachweisbar. Bei Tieren wurden nachteilige Wirkungen auf das Immunsystem ab Leistungsflussdichten von 1 W/m² beobachtet.

Sie befinden sich aber *permanent* in einem, völlig natürlichen, Magnetfeld, was glauben sie, warum die Kompassnadel nach Norden zeigt.

... Schon bei einer Leistungsflussdichte von 0,2 W/m² ist beim Menschen eine erhöhten Ausschüttung von Stress-Hormonen nachweisbar..
Das erscheint mir, angesichts einer Strahlungsleistung der Sonne von ~1.367W/m2, zweifelhaft.

Der Vergleich mit Sonnenlicht hinkt. Erstens ermöglichen Radiowellen andere Resonanzfrequenzen als das sichtbare Licht, zweitens ist die Eindringtiefe des sichtbaren Lichts in den Körper geringer als die Eindringtiefe von Radiowellen.

>Der Vergleich mit Sonnenlicht hinkt
Nein, tut er nicht. Elektromagnetische Strahlung ist elektromagnetische Strahlung und die Sonne strahlt natürlich nicht nur im sichtbaren Bereich sondern in einem weiten Bereich von Längstwellen bis zu harter Gamma Strahlung.
Ebenso strahlt jeder Körper, abhängig von seiner Temperatur

Es ist völlig egal wie tief die Strahlung 'eindringt' entscheidend ist, was dann passiert und das ist nun mal, abgesehen von einer harmlosen Erwärmung, nichts.

Erst wenn die Erwärmung so stark wird, das Gewebe beschädigt wird, wird es gefährlich (siehe Mikrowellenherd)

1) Diese Mobilfunkstrahlengeschichte ist ein Eso-Hoax, der entweder der Panikverbreitung oder der Bewerbung irgendwelcher Gegenmittel dient.
2) Wer ist dieser "Umweltdachverband"?

9 Milliarden

Mobilfunkanschlüsse?? Da geht sich für jeden Menschen mindestens eines aus.

Cool

Besonders WLan führt zu hohen Belastung!!

Achtung das Lesen von Aussendungen der Ärtztekammer kann zu Verdummung führen!

Sie irren sich und die Ärztekammer hat recht.

bei männern führt das handy zur unfruchtbarkeit und bei frauen nicht?

dubios.

Iwona Wisniewska
73
6.12.2012, 15:25

Das liegt vermutlich daran, dass die Spermien nicht so gut geschützt im Körper liegen wie Eizellen. Angeblich (und bitte nageln Sie mich nicht drauf fest) ist diese Gefährdung der Unfruchtbarkeit weniger ein Symptom des Mobilfunknetzes als vielmehr eines der Wärme. Das gleiche Phänomen zeigt sich auch bei Sitzheizungen in Autos. Wer also ein Handy in seiner Tasche hat, das erstens warm ist und sich zweitens durch Verbindungen erwärmt, ist gefährdeter.

Hallo?

Mein Smartphone erwärmt sich während ich telefoniere minimal, beim surfen oder wenn ich ein Spiel spiele etwas mehr. So wie alle Geräte die mir bekannt sind. Allerdings habe ich während dieser Aktivitäten das Gerät nicht im Hosensack und sobald ich dise Aktivitäten beende und das Gerät im Hosensack deponiere ists vorbei mit der (ohnehin nur sehr geringen) Wärmeentwicklung. Und wenn das Handy in der Hose bimmelt und vibriert erwärmt sich gar nix, da dies nur sehr kurz dauert bis ich das Handy aus dem Hosensack nehme um den Anruf entgegenzunehmen.

Sorry, diese Theorie ist wohl an den Haaren herbeigezogen.Wurden jemals Temperaturen gemessen bzw Spermien gefährdende Temp. nachgewiesen, wie lange muss welche Temp. gegeben sein um zu schaden?

Posting 1 bis 25 von 56
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.