TU-Forscher wollen Roboter mit Es, Ich und Über-Ich ausstatten

6. Dezember 2012, 11:31

Maschinen mit implementiertem Freud'schem Strukturmodell sollen die selben Denkmuster entwickeln wie Menschen

Wien - Künstliche Intelligenz auf Basis von Sigmund Freuds Psychoanalyse-Modellen: Das ist das mittelfristige Ziel der aktuellen Arbeit von Forschern an der Technischen Universität (TU) Wien.  In zwei Jahren wollen die Wissenschafter das neu entwickelte Modell zur Entscheidungsfindung in einen Roboter implementieren. Das Projekt "Artificial Recognition System" (ARS) baut auf Freuds Strukturmodell auf, das die menschliche Psyche als das Zusammenspiel von drei Ebenen versteht: Es, Ich und Über-Ich. Die Wissenschafter erhoffen sich von der Übertragung dieses Konzepts auf die Technik Fortschritte in Bereichen, wo bisherige Ansätze der Künstlichen Intelligenz an ihre Grenzen gestoßen sind. Das Modell wurde am Mittwoch Abend in Wien vorgestellt.

"Die technischen Systeme sollen die selben Denkvorgänge und Denkmuster haben wie Menschen", schildert Dietmar Bruckner vom Institut für Computertechnologie der TU Wien das Ziel des Projekts. "Was unseren Ansatz unterscheidet ist, dass das System so funktioniert wie ein Mensch und es damit für einen Beobachter oder Implementierer nachvollziehbar ist, was passiert. Die Motivationen und die Struktur, wie alles verarbeitet wird, sind genauso wie unsere Denkvorgänge." Selbstlernende Systeme, langfristige Planungen und der Umgang mit unvorhergesehenen Situationen sollen damit in Zukunft verstärkten Einzug in die Technik halten.

Signalverarbeitung nach Modellen aus der Psychoanalyse

Die Modelle aus der Psychoanalyse werden dabei genutzt, um die ein- und ausgehende Signalverarbeitung, beispielsweise von Kameras oder Sensoren, neu zu strukturieren. Bei der Softwaremodellierung orientiert sich das ARS-Projekt daher an den "Funktionen", wie Freud den Begriff benutzte. So können dem "Ich" beispielsweise zwei aktive Funktionskomplexe zugewiesen werden: die Auseinandersetzung mit der Umwelt einerseits und mit den innerpsychischen Komponenten des Über-Ichs und des Es andererseits. Daraus lässt sich laut Bruckner bereits ein Teil eines Schemas ableiten, das auf ein künstliches neuronales Netzwerk übertragen und implementiert werden kann. In weiterer Folge wollen die Forscher die Rolle der psychischen Abwehrmechanismen und ihre Anwendbarkeit zur autonomen Entscheidungsfindung untersuchen.

Im vielen Bereichen der Automatisierung sind die anfallenden Datenmengen sehr groß und Kontrollsysteme müssen die Verarbeitung teilweise im gleichen Moment abwickeln (Echtzeit). Dementsprechend groß sind die Anforderungen an Hard- und Software. Hier könnte das neue Konzept Abhilfe schaffen.

Vorläufiges Simulationsmodell

Die Übertragung des derzeit als Simulationsmodell vorliegenden ARS auf den Roboter stellt die Forscher dabei vor neue Herausforderungen, da hier beispielsweise die Bilddaten der "Augen" verarbeitet werden müssen. Für den Umgang mit den verschiedenen vom Roboter gesammelten Daten benötigen die Wissenschafter Hilfe von anderen Instituten. "Wir müssen bei der Implementierung mit vielen anderen zusammenarbeiten, was bei der Simulation nicht notwendig ist. Und das steigert die Komplexität des Projekts natürlich", schildert Bruckner mögliche Fallstricke bei der Umsetzung des Konzepts für den Roboter. Das fächerübergreifende Konsortium "KOROS", das die TU Wien im September vorgestellt hat, soll diese Zusammenarbeit erleichtern. (APA/red, derStandard.at, 06.12.2012)

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I Robot

Wird es dann auch so zugehen wie in IRobot?
Computern mit einer künstlichen Intelligenz auszustatten halte ich nicht für besonders klug, dies könnte aus dem Ruder laufen....

entweder das

oder die futurama version wird sich durchsetzen

Katastrophenträchtig...

Man kombiniere die schnelle Rechenkapazität mit dem menschlichen Denkmuster... Maschinen mit Borderline-Syndrom, geringer sozialer kompetenz, psychotischen Schüben...

Daran hat ja nicht mal Huxley zu denken gewagt

Das hier wäre eine Möglichkeit des 21. Jahrhunderts zur Finanzierung eines solchen Vorhabens http://www.sciencestarter.de/

Hinter den Bergen, bei den 7 Zwerge, in Österreich, erfährt man von solchen Seiten und Initiativen ja nur wenig bis garnichts. Vermutlich weils der liebe Gott schon richten wird. Ich frag mich da allerdings immer welcher von den 100en an die geglaubt wird....

genial!

"Für den Umgang mit den verschiedenen vom Roboter gesammelten Daten benötigen die Wissenschafter Hilfe von anderen Instituten. "Wir müssen bei der Implementierung mit vielen anderen zusammenarbeiten, was bei der Simulation nicht notwendig ist. Und das steigert die Komplexität des Projekts natürlich", schildert Bruckner mögliche Fallstricke"

in zwei jahren werden also ICH, ES und ÜBER-ICH perfekt arbeiten (erkennbar am günen leuchten von ICH-LED, ES-LED und ÜBER-ICH-LED), aber ich fürchte die anderen Institute werden zu blöd sein die genial gesammelten daten zu verarbeiten!

grundsätzlich ist es schon sehr toll, was der Mensch alles entwickeln kann:

Maschinen mit Bewusstsein. Dabei sollten die meisten Menschen erst selbst damit umgehen lernen, sonst könnte es passieren, dass uns unsere Erfindung irgendwann einmal beseitigt...

Meines Wissens ist die Kritik an der Psychoanalyse nicht, dass sie falsch ist, sondern im Gegenteil, dass sie keine falsifizierbaren Aussagen liefert.

Als Modell für ein Robotergehirn könnte sie trotzdem ganz brauchbar sein.

This is a triumph...

... I'm making a note here, huge success...

It's hard to overstate my satisfaction...

Aperture Science! We do what we must because we can :-)

It's hard to overstate my satisfaction...

Aperture Science! We do what we must because we can :-)

jo bitte die phallische und anale phase auch noch

Roboter: "I fühl mi heit gar so niedergschlagn. Als hätt i nur Feinde auf da Welt."

Mechaniker: "Mei mei, dann legen 's eana amal auf mei Couch. Also dann Herr...T-1000...sogns amal...wie war so die Beziehung zu ihra Mutter?"

Aber natürlich nicht für Kampfroboter und Drohnen...

da könnte so ein "künstliches" Gewissen evtl. schaden.

Haha

Ein Roboter der logisch inkonsistent "denkt".

Supa, jetzt mault da Blechtrottl a nau zruck! Des howi brauchd wian Sta aum Schädl.

"Es"?

das heisst doch neuerdings "Unter Mir".

HAL, wie geht es Ihnen heute?

Genial ;) Habe ich noch nicht gekannt...

Diese Techdemo ist aber auch gut:
https://www.youtube.com/watch?v=G0KTUysrwgQ

Wenn diese Roboter jemals Realität werden ... sollten Sie einen Bogen um Österreich machen - sonst könnte es denen wie mir gehen ...

Dereinst, bekam ich einmal 3 Aufforderungen von Licht-Ins-Dunkel, mit der Bitte um eine Spende. Die 3 Umschläge waren an meinen Original Namen, und zwei an Ober- und Unter- plus Nachnamen addressiert.

Zwei davon, gingen damit wohl an mein Es und mein Über-Ich. Diese beiden, ob nun existent oder nicht, waren sich jedenfalls erstaunlich einig mit meinem Ich: Ihr könnt uns gern haben, von uns gibt es kein Geld.

Als ich vor 13 Jahren mit Inf an der TU fertiggeworden bin, gab es kein "Institut für Computertechnik". Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.

Haben die Physiker jetzt auch ein "Institut für Physik" eingerichtet, und die Chemiker ein "Institut für Chemie"?

Gehört zur Elektrotechnik... Sie wollen sich klar von der Informatik abgrenzen (was man auch im Vortrag klar zu Gesicht bekommen hat ;) Bin selbst WINFler an der TU)

So ein Dreck !

Jetzt wollen sie schon den computer auf die Couch legen.

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