Wie das "Milking" true wird

6. Dezember 2012, 11:15
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Unter dem Motto "genug gemolken" schütten sich Briten Milch über den Kopf. Die AMA gibt jetzt eine Antwort

Sich kübelweise Milch über den Kopf schütten ist Trend - zumindest in Großbritannien und auf YouTube. "Milking Newcastle" etwa wurde schon über 570.000 Mal angeklickt. Zu verstehen ist "Milking" als Protest. Das Motto: Die Regierung hat uns genug gemolken.

Viele Lebensmittel im Müll

Auf dieses sinnlose Milchverschwenden gibt die Agrarmarkt Austria (AMA) jetzt eine Antwort. Diese nennt sich "True Milking" und zeigt einen jungen Mann, der sich einen halben Liter Milch in einem Zug in den Mund leert. "In Zeiten, in denen ohnehin viel zu viele Lebensmittel im Müll landen, ist es schon hinterfragenswert, dass Milch einfach verschüttet wird", erklärt Peter Hamedinger, AMA-Marketingmanager für Milch und Milchprodukte, die Initiative.

Die Botschaft werde augenzwinkernd und nicht mit "erhobenem Zeigefinger" aufgelöst. Damit die Internetgemeinde weltweit den Spot versteht, gibt es Untertitel auf Englisch.

Milchprodukte relativ häufig entsorgt

Wie viel Milch tatsächlich entsorgt und nicht verbraucht wird, darüber gibt es nur Schätzungen. "Wenn bis zu einem Drittel der Lebensmittel wieder im Müll landen, wird man diese Größe ungefähr auch bei der Milch heranziehen können", sagt Andreas Thurner von der Landwirtschaftskammer Österreich. Felicitas Schneider vom Institut für Abfallwirtschaft an der BOKU Wien geht noch einen Schritt weiter: "Milchprodukte werden im Verhältnis zu Brot und Gemüse relativ häufig entsorgt."

In Österreich gibt es rund 35.000 Milchbauern. Sie liefern jedes Jahr etwa 3,4 Millionen Tonnen Rohmilch an die Molkereien. Im vergangenen Jahr kaufte jeder Österreicher im Durchschnitt 80 Kilogramm Milch. (APA/red, derStandard.at, 6.12.2012)

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