Wirbelsäulen-OP: Immer mehr, immer ältere Patienten

6. Dezember 2012, 11:39
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Im Orthopädischen Spital Speising in Wien ist die älteste Wirbelsäulen-Patientin 100 Jahre alt

Chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule haben in den letzten zehn Jahren in Österreich deutlich zugenommen und betreffen dabei immer ältere Patienten, berichtet Michael Ogon, Wirbelsäulenspezialist am Orthopädischen Spital Speising in Wien.

Im Jahr 2012 wurden in Speising bislang rund 500 große operative Eingriffe an der Wirbelsäule durchgeführt. Häufig vorkommenden Eingriffe an Bandscheiben sind hier nicht eingerechnet. Inklusive Bandscheiben-, Stabilisierungs- sowie schmerztherapeutischen Eingriffen werden heuer 1.050 Operationen an der Wirbelsäule erwartet.

Über-80-Jährige auf dem OP-Tisch

Auch was das Alter der Patienten betrifft, spricht die Statistik eine klare Sprache: Der Anteil der über-80-jährigen Patienten, die sich einer Wirbelsäulen-OP unterziehen, ist in den letzten zehn Jahren von 7 auf 13 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter der Patienten ist zwischen 2002 und 2010 von 56 auf 63 Jahre angewachsen. "Meine älteste Patientin ist jetzt immerhin knapp 100 Jahre alt", berichtet der Wiener Experte.

Neben den demografischen Veränderungen macht Ogon den Wunsch vieler Menschen im höheren Alter aktiv sein wollen für die steigenden Zahlen verantwortlich. Am häufigsten sieht bekommt er bei seinen betagten Wirbelsäulen-Patienten  eine Wirbelkörperverengung, kombiniert mit Wirbelgleiten zu sehen. "Das ist schmerzhaft und schränkt die Mobilität sehr stark ein. Da ist es sinnvoll, zu operieren", sagt Ogon. 

Während jedoch bei den Älteren die Operationen an der Wirbelsäule hoch im Kurs stehen, nimmt die Zahl der Wirbelsäuleneingriffe bei jüngeren Menschen, sowie bei kleineren Beschwerden deutlich ab. Therapiert wird in diesen Fällen konservativ. (red, derStandard.at, 6.12.2012)

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    Bei jungen Menschen werden Wirbelsäulenprobleme oft konservativ gelöst.

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