ÖBB zieht Notbremse bei Schnellbahnzügen

Luise Ungerboeck, 5. Dezember 2012, 18:05
  • Die ÖBB-Signale für den Schnellbahnzug Desiro ML von Siemens - hier eine 
Designstudie - stehen wieder auf Rot.
    foto: siemens ag

    Die ÖBB-Signale für den Schnellbahnzug Desiro ML von Siemens - hier eine Designstudie - stehen wieder auf Rot.

Die Nahverkehrszüge, die der ÖBB-Personenverkehr bei Siemens kaufen will, kommen ins Stocken. Ende Jänner soll es einen neuen Anlauf geben

Kaum im Anrollen, kommen die hundert Nahverkehrszüge, die der ÖBB-Personenverkehr bei Siemens kaufen will, ins Stocken. Da es sich beim Kaufvertrag spießt, beschloss der ÖBB-Aufsichtsrat, Ende Jänner einen neuen Anlauf zu nehmen.

 

Wien - Die ÖBB hat am Dienstag bei der Anschaffung von hundert Nahverkehrszügen für Wiener Schnellbahn und Verkehrsverbund Ostregion die Notbremse gezogen. Der bereits im November akkordierte und mit der Führung von Siemens Österreich paraphierte Kauf von hundert Elektrotriebwagen des Typs Desiro ML wurde überraschend gestoppt. Das erfuhr der Standard von mit der Anschaffung vertrauten ÖBB-Aufsichtsratskreisen.

Auch die ÖBB-Holding-Aufsichtsratssitzung am 11. Dezember, in der die auf rund 550 Millionen Euro taxierte Jahrhundertanschaffung beschlossen werden sollte, wurde abgesagt. Als Gründe für die ungewöhnliche Entscheidung werden in gut informierten Kreisen mangelhafte Unterlagen, nicht stichhaltige Begründungen genannt. Bis Ende Jänner habe sich das Aufsichtsratspräsidium "eine Nachdenkpause" samt weiteren Verhandlungen verordnet, heißt es.

Bahn schweigt über Details

Die ÖBB-Holding bestätigt die Verschiebung. "Die Entscheidungsgrundlagen sind derzeit noch nicht ausreichend. Es gibt noch ein paar offene Punkte auf die wir von Siemens warten", teilte ÖBB-Sprecherin Sonja Horner auf Standard-Anfrage mit. Da die Unterlagen für die Aufsichtsratsmitglieder eine Woche vor der Sitzung versendet werden müssen, habe man sich zur Verschiebung der Entscheidung entschlossen. "Wir müssen ja ausreichende Entscheidungsgrundlage präsentieren. Die Verschiebung hat also den Grund, noch ausständigen Punkte sorgfältig prüfen zu können", sagt die ÖBB-Sprecherin.

Wo es sich im Detail spießt, darüber schweigt die Bahn. Dem Vernehmen geht es um den Umfang von Wartungsvertrag und Assembling. Wie berichtet, will die Bahn die Züge teilweise in ihren Werkstätten bauen. Auch von Interventionen anderer Hersteller ist die Rede, mit denen die Verhandlungen mit Siemens diskreditiert werden sollen, um eine Neuausschreibung des Rahmenvertrags aus 2010 zu erwirken.

Genau geprüft wird auch eine andere Baustelle: Wartung und Instandhaltung von Güterzugwagons in den ÖBB-Werkstätten in Wien und der Slowakei werden nach der Güterzugentgleisung in Brixen im Juni von der Konzernrevision zerlegt. Wie berichtet, verweigern italienische Behörden 2000 ÖBB-Güterwagons die Einreise. Nun fühlt die Revision ihrer Werkstättentochter ÖBB-Technische Services und deren Tochter TS Sovakia bei der Wagonfabrik ZOS in Trnava auf den Zahn. Der Bericht soll bis 21. Dezember fertig sein. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 6.12.2012)

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Ne, das ist nur die übliche Art Siemens mehr Zeit zu geben um endlich mal ein Produkt fertig zu kriegen...

Das Einreiseverbot für ÖBB-Waggons nach Italien

hängt vermutlich nicht sehr von den ÖBB-Waggons ab - sondern eher von den Auftragsbüchern der gebeutelten italienischen Konzerne...

Familienkrieg???

Ist das etwa ein Krieg in der Familie Kern: der ÖBB Direktor Kern vs. Siemens Energy Direktorin Kern? Übertragen sie ihre Familien- und Eheprobleme auf das Geschäftsleben? Können sie es nicht unter vier Augen klären?

;-)))))))

Warum hat man denn die Details nicht überprüft bevor man den Vertragsabschluss hinausposaunt hat? Das wirkt schon wieder, wie vieles in Östereich, operettenhaft.

hurra!!!

vielleicht kommen jetzt doch passagierfreundliche nahverkehrszüge: mehr türen, treppenlos im inneren, bequemere sitze, weniger ruckeliges fahrgefühl...

Wenn Sie Tribwagen haben dann haben Sie drei Möglichkeiten

Entweder Sie klettern beim Einsteigen auf den Zug hinauf, oder Sie haben treppen im Inneren die zum Fahrgastraum oberhalb der Antriebe und sonstiger Technik führen.
Als dritte Möglichkeit können Sie die Bahnsteige aufmauern sodaß Sie stufenlos in die Züge steigen können.

alstom coradia continental hat in einigen versionen 100% niederfluranteil

sorry mein fehler - die neueste version coradia Polyvalent meinte ich

...und die Hausbar.

Ich evrsteh nicht warum die leute nicht checken dass der Desiro Auftrag so gut wie keine Wertschöpfung in Ö hat. Die werden in D gebaut (Krefeld)

vielleicht wirds so mal gelesen.

Die Drehgestelle werden aber sehr wohl in Graz gebaut...

So gut wie keine.....die Drehgestelle machen ca. 1/20 des Auftragswertes aus. Macht also ungefähr 27 mille für Österreich. (wahrscheinlich weniger weils um Nettokosten geht) Nicht unbedingt der Renner.

Der Rest wird nicht von Siemens Österreich lukriert (ÖBB Eigenleistung, Zulieferer)) bzw in Krefeld. Was ist also an meiner Aussage falsch?

Sorgt immerhin für Auslastung bei einem der größten Arbeitgeber in Graz. Wenn das nix ist...

Abgesehen davon sollte man schon auch berücksichtigen, dass dann auch das Blech von der Voest kommt, diverse Kleinteile von lokalen Unterlieferanten usw.

Auslastung für das Werk. Natürlich hat der Fiskus weniger von unseren Drehgestellen, die Arbeiter in den Werkshallen und die Angestellten allerdings schon.

Darüber wage ich keine Aussage zu treffen, allerdings traue ich mich zu sagen 27 Mille Umsatz sind für die Größe des Grazer Werkes Peanuts. Aber bitte, das ist wirklich Erbsenzählerei. fakt ist, SAGÖ hat von dem Auftrag so gut wie nichts. Wenn dann müssten unsere deutschen Kollegen intervenieren und nicht wir.

Und zur Klarstellung (weil ich eine dumme Formulierung gewählt habe), ich arbeite weder für Siemens noch Bombardier noch sonst einem Eisenbahnhersteller :).

tja

so ist das mit der globalisierung und dem europäischen binnenmarkt. dafür baut magna deutsche autos in graz. und alles wird wieder gut.

einfach mal über den tellerrand schauen. tut gut.

Was hat das mit meiner aussage zu tun? Alle hier behaupten das ist so toll für Österreich und der Auftrag wird angeblich geschoben weil österreichische Arbeitsplätze dahinterstehen. Das ist eben so nicht ganz richtig. und daran ändert auch Ihr unpassender Vergleich nichts :)

Dass Sie, Frau Ungeböck, nicht viel von der Eisenbahn verstehen und der Standard sie dennoch ständig darüber schreiben lässt, ist fragwürdig. Dass Rechtschreibung aber auch schon wurscht ist, ist mehr als traurig. Es sind DIE ö. Bundesbahnen, und es ist DIE ÖBB Personenverkehr (AG).

Die von Ihnen angeprangerten Fehler sind keine Rechtschreib- sondern Tippfehler. Natürlich sollte das einer Journalistin möglichst nicht passieren. Grund zum Ausrasten sind sie aber nicht.

Wenn wir mehr Germanistiklehrer hätten gäbe es auf der Welt keine Probleme mehr!

Wenn man es genau nimmt, sind es keine Rechtschreibfehler, das stimmt. Tippfehler sind sie aber absolut nicht. Tippfehler bedeuten, dass man etwas falsch getippt hat, ohne es bewusst so zu schreiben, das hat sie nicht, denn sie schreibt es ständig falsch und ignoriert zB die Tatsache, dass ÖBB Plural ist.

Egal. Interessanter finde ich: Wo sehen Sie ein Ausrasten? Ich empfinde die Artikel der Dame für fragwürdig und traurig. Zählen Sie das als Ausrasten?

Na ja, mit etwas Tolleranz gesehen könnte man es auch als Ausflippen sehen.

Passen Sie doch bitte mit Ihren Doppel-Ls besser auf. Sonst knallt die kleine Gelse wieder durch...

Und es sind nicht die Züge, die ins Stocken kommen.

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