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Die kurdische syrische Partei der Demokratischen Union (PYD), die unter dem Vorwurf leidet, sie würde das Regime unterstützen und in dessen Namen einen Teil der kurdischen Gebiete an der türkischen Grenze kontrollieren, versucht nun ihre Position besser zu erklären: Auch die PYD wolle einen Wechsel, erklärt der außenpolitische Vertreter der Partei, Hassan Mohammed Ali, im Gespräch mit dem Standard. Aber Krieg sei nicht der richtige Weg - und vor allem nicht einer, der von der Türkei gesteuert werde.
Unbestreitbar bilden die syrischen Kurden einen eigenen Faktor neben dem Regime und dem - ohnehin schon disparaten - Aufstand. Die Kurden haben eine Vision von einem neuen Syrien, für die die Mainstream-Opposition wenig Verständnis zeigt, beziehungsweise die Debatte darüber in die Zeit nach dem Regimesturz verschieben will. In Doha, wo sich die syrische Opposition jüngst zusammenschloss, war die PYD deshalb nicht dabei.
Ein hartes Urteil fällt der PYD-Repräsentant über den Syrian National Council, lange Zeit als wichtigste Oppositionsgruppe geltend: Das seien von der Türkei gelenkte Muslimbrüder, unter dem Deckmantel von nacheinander einem säkularen (Burhan Ghalioun), einem kurdischen (Abdelbaset Sida) und einem christlichen Chef (George Sabra).
Im Wesentlichen gehe es den Kurden um die Errichtung einer demokratischen syrischen Republik - also einer, die nicht mehr das " arabisch" im Namen trägt wie jetzt. Syriens Kurden wollen eine " demokratische Autonomie" - wobei sie sich, wie Hassan Mohammed Ali betont, bewusst sind, dass das keine territoriale Autonomie bedeuten kann nach dem Muster der kurdischen Region im Irak. Denn die Gebiete sind stark durchmischt, rein kurdische Gebiete nicht immer territorial miteinander verbunden. Es müsse also eine andere Art der Autonomie hergestellt werden. Die linke PYD betont auch den laizistischen Charakter des syrischen Staats - im Gegensatz zur stark islamisch gefärbten arabischen Opposition.
Die PYD ist zuletzt nicht nur mit den anderen Kurden zusammengerückt. Sie versucht auch, ihre Beziehungen zur Free Syrian Army zu verbessern. In Ras al-Ayn und anderen Orten kam es zu Kämpfen zwischen Kurden und Rebellen - weil die FSA von Jihadisten unterwandert und von der Türkei unterstützt werde. Nun stelle man jedoch eine gemeinsame Verwaltung der Gebiete auf die Beine. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 6.12.2012)
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