Was Strasser den Journalisten erzählte, VIII

5. Dezember 2012, 16:11
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Telefonat, 28. Februar 2011

Was Ernst Strasser (ES) bei seinen Treffen mit den britischen "Sunday Times"-Journalisten Claire Newell (CN) und Michael Gillard (JC) erzählte. derStandard.at liegt das gesamte Gesprächsprotokoll in der beglaubigten deutschen Übersetzung vor, das an dieser Stelle laufend erweitert und veröffentlicht wird. Im Folgenden finden Sie den achten Teil der Serie:

Strasser mit CN, 28. Februar 2011, Zweiter Anruf

Strasser: Ja, ich wollte nur wissen, ja, ich habe diesen Vorschlag dem Schattenrapporteur gegeben.

CN: Ja.

Strasser: Und sie, er hat es in die Diskussion mit dem Rapporteur eingebracht, und sie haben so etwas wie einen Kompromiss abgeschlossen, nicht 5, nicht 6 bis 9, sondern 12 Monate, aber keine zweite frühe Warnung.

CN: Oh ok, ok. Ich kann meinen Klienten sagen, dass wir es ihnen gegenüber erwähnt haben.

Strasser: Wenn Sie wollen, ja, ich habe es zwei oder drei EPPs gegenüber erwähnt, aber wirklich wichtig ist der Schattenrapporteur, weil er hatte seine Diskussion in dieser Runde, der Rapporteur, und das ist so etwas wie ein Kompromiss aller Vorschläge zu diesem Thema.

CN: Verstehe, ok, ich war mir nicht sicher.

Strasser: Wenn Sie wollen, dann könnte ich versuchen, ob wir, ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich jemanden finde, weil es ist ein wirklich guter Kompromiss für den Klienten. Wenn Sie wollen, könnte ich versuchen, eine Änderung zu bekommen, damit diese 12 Monate, ok, aber in (wohl:) Austausch dafür eine zweite Warnung machen.

CN: Ja.

Strasser: Ich wäre nicht, ich wäre nicht, wenn ich dort MEP wäre, wäre ich nicht glücklich über eine solche Änderung, weil von 5 auf 12 und eine zweite Warnung, das ist eine schwierige Sache. Aber wenn Sie wollen, könnte ich versuchen, eine solche Änderung zu machen, aber ich glaube, es wird abgelehnt.

CN: Ja, nun die Schwierigkeit für uns ist, dass der Klient sehen will, dass die Änderung eingebracht wurde.

Strasser: Ja, ja, das wurde es, das wurde es.

CN: Können wir sehen, dass es eingebracht wurde, gibt es ein Dokument? Weil irgendwann werden sie fragen, ach, wann wurde es eingebracht, war es ein schriftlicher Änderungsvorschlag?

Strasser: Ok, ich kann, ich kann versuchen, die E-Mail die wir dem Schattenrapporteur geschickt haben, zu geben.

CN: Ja, ich nehme an, das zeigt, dass der Änderungsvorschlag dem Schattenrapporteur geschickt wurde.

Strasser: Ok, ok ok ok. Ich werde es suchen, und ich werde, aber Sie wissen, ich bin hier in Wien.

CN: Ich weiß, ja.

Strasser: Aber das ist kein Problem, wir müssen mit solchen Dingen umgehen.

CN: Also wenn Sie damit einverstanden sind, wenn Sie mir vielleicht einem MEP finden, dem wir es übermitteln können, dann kann ich zumindest ehrlich sagen, dass wir es versucht haben, aber dass der Schattenrapporteur nicht begeistert war, es anzunehmen.

Strasser: Er hat eine andere Lösung gefunden, natürlich.

CN: Ja, das stimmt wohl.

Strasser: In einem Kompromiss, in dem, in der Besprechung aller Schatten mit dem Rapporteur.

CN: Ja, ja, aber wenn jemand es einbringen könnte, auch wenn es letztlich abgelehnt wird, das wäre für uns nützlich, damit wir zeigen können, dass es eingebracht wurde.

Strasser: Ok ich werde es versuchen, ich werde es versuchen.

CN: Ich weiss, dass es schwer ist. Es tut mir sehr leid, und es ist auch zu spät.

Strasser: Ist es das? Nein. Zunächst: es war mein Fehler, weil ich nicht bedacht habe, das Februar nur 28 Tage hat. Es war als erstes mein Fehler. Also ist es nicht Ihr Fehler, und das ist nicht das Problem. Und ich dachte, wir haben Zeit bis zum Ende der Woche, und alles ist gut, und ich habe am Freitag oder Samstag festgestellt, dass wir es am Montag oder spätestens morgen machen müssen. Es war mein Fehler.

CN: Okay, nun, es tut mir leid, dass es schwierig war.

Strasser: Nein, das ist normal. Gut, ich werde versuchen, Ihnen die Information zu geben.

CN: Okay, sehr gut. Ja, wir können immer noch am Mittwoch darüber sprechen, und dann kann ich den Klienten auf den neuesten Stand bringen, wenn ich wieder in London bin. Ok, danke, Ernst, auf Wiedersehen.

Strasser: Auf Wiedersehen.

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it might have been more amusing having that certified copy

as an original to read. the entertainment value of that transcript could be the basic for some deliciously funny comedies of manners, as well as an example of how to fight the english language in an expressive style, bordering the naive art of talking with a subtle hint of surrealism. and to top it all off, a perfect genre picture of the political landscape altogether in the so-called-alpenrepublic which was represented by the above mentioned part-time-comedian in the EU, starting off as an brillantly Bond-style thriller mixing in international espionage and national politics, having the audience always in the palm of his hands until he lost control over the strings of his puppets, facing now biting commentaries on human foibles

Ein geistig abnormer Rechtsbrecher

Besonderes Kennzeichen: Kläglich.

aber es ist vollkommen egal,

wie dieser prozess ausgeht, strasser hat seine strafe zumindest teilweise schon erhalten, denn in österreich kann er sich die nächsten jahre nur mehr unterirdisch bewegen.

er ist politisch, beruflich und auch menschlich ganz unten angelangt und ruiniert. das klingt zwar hart, aber er hat ebenfalls hunderte menschen und deren leben von grund auf zerstört.

der unterschied ist, diese menschen können aufrecht gehen und sich jeden tag in den spiegel schauen.

ja, herr strasser, man sieht sich meist zwei mal im leben - und es bedeutet schon eine gewisse genugtuung, sie in dieser für sie sehr prekären situation zu sehen.

fühlte er sich in seiner Amtszeit verfolgt,oder erst nach seiner Amtszeit?
ist er tatsächlich krank oder gibt's die Geheimdienste ,die nur hinterm strasser her sind tatsächlich?
wenn er tatsächlich in seiner Amtszeit schon krank war,dann müsste man eine gewaltige rückholaktion einleiten.

gewesene parteipolitische besetzungskatastrophe
wer hat strasser in eines der höchsten Ämter der Republik (auf den innenministersessel )gelobt?

... dass der Feber 28 Tage hat - surprise!

The calendar is too small for him!

Ein wenig spät Herr Karas !

Nachdem sie der Vorzugsstimmen - Kaiser waren, hätten sie ST mit etwas Mut alt ausschauen lassen können.
Ihre Alibi Protestplattform war für den Wind.
HP Martin hat das mit Swoboda ebenso miterlebt.
Hauptsache wir sind mit dabei. Der Euro stinkt nicht (noch nicht). Dass sie damit erst jetzt rausrücken, bringt ihnen eine Mitgliedschaft der Opportunisten.

Lehren ziehen

über die person strasser und seine tätigkeit mag jeder selbst urteilen; was bisher bekannt wurde und die beteiligten, insbesondere strasser selbst, dazu gesagt haben lässt einige schlüsse zu.

noch interessanter aber ist der auswahlprozess, dem politiker in österreich unterliegen. charakter und intellektuelle potenz müssen jenen, die ihn gekannt haben, bekannt gewqesen sein. mit welcher intensität ihn sein parteiobmann gegen den wunsch von hunderttausend wählern durchgedrückt hat, haben wir alle erlebt. wer als personalverantwortlicher so eine fehlentscheidung trifft, hat versagt! die englischkenntnisse reichen ja nicht einmal für einen volksschüler.... aber das konnte keiner wissen....

Bin ganz glücklich

über die Karas Aussage. Er hätte natürlich einfach sagen können, dass der St. ein A....h ist und so ziemlich das niedrigste überhaupt; hat es aber doch sehr schön ausgedrückt.

Geheimdienst

Der Hr. Strasser gaubt doch nicht ernsthaft, dass eine Darstellung vonwegen Geheimdienst aufrechtzuhalten ist. Nicht nach solchen Dokumenten. Glaub' der will alle - das Gericht, die Staatsanwaltschaft, die Bürger für dumm verkaufen. Fürchte nur, dass er selbst nicht im Vollbesitz seiner geistigen Möglichkeiten steht. Aber das ist eine andere Geschichte. Ohne etwas oder jemandem vorzugreifen: schuldig im Sinne der Anklage.

Leider ist das sein Vollbesitz an geistigen Möglichkeiten.

Der hat sich

so ungeschickt angestellt, das ist nicht zu fassen.

das "tragische" an der geschichte ist, dass er sich als abgeordneter unverholen als käuflich anbietet. und so ein dreckfetzen wurde gewählt !

Na, eigentlich wurde er ja gar nirgendwo rein gewählt.

Er wurde überall reingesetzt (schlimm genug) - und als Delegationsleiter wurde der Karas gewählt.

Nein, der wurde nur durch seine Freunderl so raufgehoben: Pröll und Schüsser - und die tragen auch die politische Verantwortung für ihn.

Dieser Schlingel. :-)

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