Werbebarometer: Printmedien trugen zu bescheidener Entwicklung bei

Focus-Media-Geschäftsführer Fessel: "Stagnation, die sich in kommenden sechs Monaten fortsetzt" - Bruttowerbewert erhöhte sich bisher nur um 0,8 Prozent auf 3,11 Milliarden Euro

Wien - In den ersten zehn Monaten 2012 hat sich der Bruttowerbewert insgesamt im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,8 Prozent auf 3,11 Mrd. Euro erhöht. "Es handelt sich um kein erfreuliches Ergebnis. Wir können von einer Stagnation sprechen, an der es nichts zu beschönigen gibt", kommentierte Focus-Media-Geschäftsführer Klaus Fessel am Mittwoch den akutellen Werbebarometer. In den nächsten sechs Monaten bleibe der Markt getrübt.

Zur Prognose für das kommende halbe Jahr sagte Fessel, "der Himmel ist mit Wolken bedeckt - ohne Gewitterwolken, ohne Sonnenfenster. Wir können davon ausgehen, die Stagnation setzt sich fort". Einen Einbruch wie Ende 2008 bzw. über das Jahr 2009 müsse man aber nicht befürchten.

Das Wachstum gehemmt haben die Werbe- und Inseratenentwicklung in den Printmedien: Im Bruttowerbewert bei Zeitungen, Magazinen, Illustrierten und regionalen Wochenzeitungen gibt es ein Minus von 0,1 Prozent. In die Printwerbung flossen mit 1,44 Mrd. Euro rund 45 Prozent des gesamten Werbekuchens, der von Jänner bis inklusive Oktober 3,115 Mrd. Euro betrug. "Das hat zur bescheidenen Entwicklung beigetragen", so Fessel.

Einbruch bei Zeitungsbeilagen

Die klassische Werbung (TV, Radio, Print, Plakat, Online) wuchs in den ersten zehn Monaten heuer im Vorjahresvergleich insgesamt um 2,6 Prozent auf 2,55 Mrd. Euro, während das Direct Marketing (Flugblätter, Directmailing, Zeitungsbeilagen) um 7,2 Prozent auf 568,3 Mio. Euro schrumpfte - so ergab sich das kleine Gesamtplus von 0,8 Prozent verglichen zum Vorjahr.

Großer Verlierer waren 2012 bisher die Zeitungsbeilagen mit dem Einbruch von 29,4 Prozent, gefolgt von Fachzeitschriften (minus 11,2 Prozent) und Werbung im Kino (minus 7,3 Prozent). Den höchsten Zuwachs gab es mit 11,1 Prozent im privaten Hörfunk, den gelben Seiten (plus 10,8 Prozent) und im Privat-TV (plus 7,7 Prozent), besagt das "Werbebarometer".

Beim Hörfunk stieg der Wert insgesamt um 3,4 Prozent auf 148,23 Mio. Euro - die ORF-Radios nahmen um 1,4 Prozent weniger ein und kamen auf 91,64 Mio. Euro. Bei den Privaten Radios steigerte sich der Bruttowerbewert um 11,1 Prozent auf 56,6 Mio. Euro.

Im TV stieg der Gesamtwert um 6,4 Prozent auf 586,77 Mio. Euro. Der ORF steigerte sich um 3,8 Prozent auf 200,48 Mio. Euro, die Privaten verzeichneten ein Plus von 7,7 Prozent auf 386,3 Mio. Euro. (APA, 5.12.2012)

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Sehen wir's positiv, wenigstens kein Minus.

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