Antikes Orpheus-Mosaik an Türkei zurückgegeben

5. Dezember 2012, 13:49

Römerzeitliches Prachtstück soll aus einer archäologischen Ausgrabungsstätte gestohlen worden sein

Dallas - Das Kunstmuseum in Dallas im US-Bundesstaat Texas hat ein wahrscheinlich in der Türkei gestohlenes Mosaik an das Land zurückgegeben. Das Museum habe das Werk aus dem Jahr 194 unserer Zeitrechnung, das den Sänger Orpheus aus der griechischen Mythologie mit einer Lyra und umgeben von Tieren zeigt, vor 13 Jahren bei einer Auktion ersteigert, berichtete die "New York Times" am Dienstag.

Es soll einst den Boden eines römischen Hauses im Südosten der Türkei geziert haben. Nachdem Untersuchungen des Museums ergaben, dass das Mosaik möglicherweise von einer Ausgrabungsstätte gestohlen worden war, gab es das Stück an die Türkei zurück. Nach eigenen Angaben erhofft es sich davon, in Zukunft einfacher Leihgaben aus der Türkei für Ausstellungen bekommen zu können. (APA/red, derStandard.at, 5. 12. 2012)

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12 Postings
Alle Fundstücke sollten in das Ursprungsland zurück!

Würden alle "Fundstücke" an ihren Usprungsort zurückkehren, würde das ungemein den Tourismus fördern. Und die Amerikaner würden sich dann endlich bewußt werden, wieviel Kultur sie zerstört haben.

Ich frag ja nur...

In das damalige oder das heutige?
Soll eine im Burgenland gefundene keltische Fibel nach Ungarn oder nach Österreich? Und eine Grabbeigabe eines ungarischen Fürsten?
Wem werden Fundstücke, die dem burgundischen Königtum in der Frankenzeit zugeordnet werden? Dem Heiligen Römischen Reich? Wer ist das heute? Oder Frankreich, weil's teilweise auf derem heutigen Staatsgebiet liegt, aber leider auch auf italienischem, schweizer und monegassischem?
In die Hauptstadt oder in ein Museum vor Ort? Burgenländische Fundstücke nach Eisenstadt, nach Sopron, Budapest oder Wien?

Es ist doch klar, wohin eine keltische Fibel hingehört: nach Schottland od. Irland! :)

Warum denn das? Weil dort die letzten Leute leben, die noch keltische Sprachen sprechen?

Das Ursprungsgebiet der Kelten war nördlich der Schweiz, Württemberg, die Gegend. Die einzige "Staatsgründung" der Kelten war das Regnum Noricum, großteils im heutigen Österreich. Die größten Schlachten mit den Römern haben sich die Gallier (=Kelten) im heutigen Frankreich geliefert. Vielleicht habe ich mehr von dem "Keltenblut" (z.B. des Oppidums in Hainburg) in mir als der irische keltische Nachfahre? Weil die "Kelten" damals waren auch keine scharf abgegrenzte Gruppe, wie kein "Volk" der Geschichte.

Wäre zwar gerecht- aber

einverstanden. Sie übernehmen die Rechercearbeit.

und wer ist das?

Die Marcuslöwen in Venedig stammen aus Konstantinonpel, das es wiederum aus Griechenland gestohlen hat.
Die genannte Tafel stammt von den Römern.
Die französischen, englischen und italienischen Verkehrssäulen stammen aus Ägypten, das sich zum damaligen Zeitpunkt davon distanziert hat.
....

Ne, die Quadriga(!) stammt aus Konstantinopel, vorher Rom. Später in Frankreich, jetzt wieder Venedig.
Die Reliquien des Hl. Markus wurden aus Alexandria "gestohlen".

Ok, ich denke der Ansatz kommt reichlich zu spät. Behaltet eure Briefmarken.

Gar nicht so einfach.

Bleiben wir bei diesem Fall: Erster Schritt: Türkei. Aber nicht so einfach, denn zu dieser Zeit gab es keine Türkei und die damaligen Türken waren keine Anatolier oder andere Turanen.
Also 2. Schritt: Boden eines römischen Hauses. also Italien.
Aaaber: Hat der Eigentümer komplett bezahlt? Falls nicht, Eigentum des Künstlers.
Falls ja: Woher kam das Geld dafür? Raubgeld? Schwarzgeld? Oder ehrliches Geld? Woher kamen die Rohstoffe dafür? Sollte man die nicht ebenfalls zurück ins Ursprungsland verfrachten?
Und das klären Sie (ja, Sie!) jetzt für alle Kunstwerke. Warum Sie? Weil Sie hier eine Forderung aufgestellt haben!

"Wie stark ist nicht dein Zauberton,...

weil, holde Flöte, durch dein Spielen
selbst wilde Tiere Freude fühlen."

(Hier sehen wir die Vorlage.)

Dr. Heinz Anderle, aufrichtiger Verehrer Mozarts und Freigeist

ist ja auch ein beliebtes motiv

Da stieg ein Baum. O reine Übersteigung!
O Orpheus singt! O hoher Baum im Ohr!
Und alles schwieg. Doch selbst in der Verschweigung
ging neuer Anfang, Wink und Wandlung vor.

Tiere aus Stille drangen aus dem klaren
gelösten Wald von Lager und Genist;
und da ergab sich, daß sie nicht aus List
und nicht aus Angst in sich so leise waren,

sondern aus Hören. Brüllen, Schrei, Geröhr
schien klein in ihren Herzen. Und wo eben
kaum eine Hütte war, dies zu empfangen,

ein Unterschlupf aus dunkelstem Verlangen
mit einem Zugang, dessen Pfosten beben, —
da schufst du ihnen Tempel im Gehör.

rilke, sonette an orpheus, erster teil, I

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