Hunde erschnüffeln Lungenkrebs

5. Dezember 2012, 13:44
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In einem Pilotprojekt erkannten die Vierbeiner 70 Prozent der Tumorpatienten an ihrer Atemluft. Nun soll eine breit angelegte Studie folgen

Wien/Krems - Ein Grundlagenforschungsprojekt von Medizinern aus Wien und Niederösterreich versucht mithilfe von Hunden eine Screening-Methode zur Früherkennung von Lungenkrebs zu entwickeln, wie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Krems erläutert wurde.

In einem bereits abgeschlossenen Pilotprojekt habe man erkannt, "dass Hunde interessanterweise kein Problem haben, Tumorpatienten zu identifizieren", stellte Peter Errhalt, Vorstand der Abteilung Pneumologie am Landesklinikum Krems fest. Im Pilotprojekt habe man von Hunden und elektronischen Geräten 120 Atemluftproben untersuchen lassen, die 70-prozentige Trefferquote der Hunde sei so "ermutigend" gewesen, dass nun eine größere Versuchsreihe mit 1.200 gesunden und kranken Probanden gestartet wird.

Von Hunden lernen

Von den Probanden sollen jeweils zwei Atemproben genommen werden, die dann von speziell trainierten Vierbeinern und einer Maschine untersucht werden. Schon jetzt weiß man, dass Hunde - anders als die Geräte - kein Problem damit haben, beispielsweise die "Nebengerüche" von verschiedenen Krankenhäusern herauszufiltern beziehungsweise auszublenden. Man wolle jetzt herausfinden, was die Hunde überhaupt riechen und welche Gerüche andere Erkrankungen in der Atemluft haben. Ergebnisse der Studie werden in etwa zwei Jahren erwartet.

Langfristig gesehen sei es das Ziel, von den Hunden mit ihren zehn Millionen Riechzellen zu lernen, wie das Erschnüffeln von Krebs funktioniert, damit man es mit einer "elektronischen Nase" nachahmen könne, erläuterte Michael Müller vom Otto Wagner Spital in Wien. So soll eine Screening-Methode entwickelt werden, mit der man Lungenkrebs bereits im Frühstadium erkennen kann.

Eine solche Screeningmethode gibt es nämlich derzeit nicht. - Bei der Computertomografie seien die Ansätze in frühen Krankheitsstadien noch nicht erkennbar und andere Methoden - wie Eingriffe unter Narkose - seien zu aufwändig und kostspielig, um sie flächendeckend zur Früherkennung anwenden zu können. Somit wird die Krankheit oft erst in fortgeschrittenem Stadium bemerkt. Im Durchschnitt überleben nur 15 von 100 Patienten Lungenkrebs, bei Erkennung im Frühstadium werden dagegen 90 Prozent wieder gesund, so Müller. (APA/red, derStandard.at, 5.12.2012)

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Immer der Nase nach

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    Mit der aktuellen Studie soll erforscht werden wie Hunde Krebs erschnüffeln, um in weiterer Folge eine Screeningmethode zur Früherkennung von Lungenkrebs zu entwickeln.

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