Serbischer NATO-Botschafter in den Tod gestürzt

Medien sprechen von möglichem Selbstmord Milinkovics

Belgrad/Brüssel - Der serbische NATO-Botschafter Branislav Milinkovic ist bei einem Sturz von einem Parkdeck am Brüsseler Flughafen ums Leben gekommen. Milinkovic sei am Dienstagabend in den Tod gestürzt, meldeten serbische Medien am Mittwoch. Er habe sich im Beisein des stellvertretenden serbischen Außenministers Zoran Vujic möglicherweise das Leben genommen. Das serbische Außenministerium bestätigte in einer Mitteilung lediglich den "tragischen Tod" des Botschafters in Brüssel.

Ein Sprecher des Flughafens in Brüssel bestätigte den Vorfall, machte aber keine Angaben zur Identität des Verunglückten. Der Mann habe sich auf dem oberen Parkdeck eines Parkplatzes befunden, dessen Seiten von einem Geländer begrenzt werden. Er sei plötzlich über das Geländer hinweg mehrere Stockwerke tief gefallen. Es handle sich möglicherweise um einen Selbstmord.

Schock bei der NATO

Der Vorfall ereignete sich während eines Treffens der NATO-Außenminister. Serbien ist nicht Mitglied der NATO, hat bei dem Bündnis aber eine diplomatische Vertretung. NATO-Diplomaten zeigten sich geschockt: Milinkovic galt demnach als besonders freundlich und stets gut gelaunt. Während des Außenministertreffens habe er nicht den Eindruck erweckt, als laste irgendein Problem auf ihm. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sei "tief betrübt" über den Tod des serbischen Botschafters, teilte eine Sprecherin am Rande eines NATO-Außenministertreffens am Mittwoch in Brüssel mit.

Milinkovic hatte Serbien bei der NATO-Allianz seit 2006 vertreten, zuerst als Sonderemissär Belgrads und ab 2009 als Botschafter. Zuvor war er Botschafter des serbisch-montenegrinischen Staatenbundes bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. (APA, 05.12.2012)

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