Inhaftierte iranische Anwältin Sotudeh beendet Hungerstreik

5. Dezember 2012, 11:56

Entscheidung fiel nach Intervention von Parlamentsabgeordneten

Teheran - Nach sieben Wochen hat die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh am Dienstag ihren Hungerstreik beendet. Wie die Oppositionswebseite Kalame.com meldete, traf sie die Entscheidung nach der Intervention von zwei Parlamentsabgeordneten, die eine Aufhebung der Besuchsbeschränkungen für ihre Angehörigen im Gefängnis erreichen wollen.

Zudem soll sie mit dem Hungerstreik auf die Aufhebung eines Ausreiseverbots für ihre Tochter durch die Justiz reagiert haben, die auch von einigen Abgeordneten gefordert worden war.

Hungerstreik als Protest gegen Haftbedingungen

Die Trägerin des diesjährigen Sacharow-Preises des Europäischen Parlaments war am 17. Oktober in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Haftbedingungen im Teheraner Evin-Gefängnis, die Einschränkung des Besuchs ihrer Familie und deren Belästigung durch die Behörden zu protestieren.

Die 47-jährige Sotudeh wurde im September 2010 verhaftet und wegen angeblicher Propaganda gegen das Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt. Als Anwältin hatte sie zuvor selbst zahlreiche politische Gefangene verteidigt.

UNO zeigt sich "sehr besorgt"

Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay äußerte sich "sehr besorgt" angesichts der Berichte über die Verschlechterung von Sotudehs Gesundheitszustand infolge des Hungerstreiks. Ein Ausschuss des iranischen Parlaments kündigte an, die Situation der Anwältin zu prüfen.

Im Oktober hatte Sotudeh zusammen mit dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi den Sacharow-Preis des EU-Parlaments erhalten. (APA, 05.12.2012)

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7 Postings
Meinen Respekt

Frau Sotudeh.
Weiter viel Erfolg bei Ihrem Kampf gegen das Mö*er Regime im Iran.

Mahlzeit

und alles Gute

Guten Appetit und langsam wieder zu Essen anfangen

aber nicht aufhören zu protestieren.

In Libyen und in Syrien bezeichnen sie Menschen, die für ihre Rechte eintreten als gekaufte Terroristen. Da soll sich noch jemand auskennen.

... ist halt doch ein Unterschied, ob man mit einem Hungerstreik protestiert ...

oder eine Bomben hochgehen lässt - und dabei keine Rücksicht auf Zivilisten nimmt.

"... ist halt doch ein Unterschied, ob man mit einem Hungerstreik protestiert ...oder eine Bomben hochgehen lässt"

Sie sind also der Meinung, dass in Syrien alle Freiheitskämpfer tagtäglich Bomben hochgehen lassen ? Das würde dann so in etwa rund 10.000 Bomben pro Tag bedeuten. Ich sehe schon, sie haben einen guten Überblick über den syrischen Bürgerkrieg.gut

Ob 10000 Bomben - oder 10 Bomben - spielt keine Rolle.

In Syrien sind in letzter Zeit, bereits mehrfach Bombenanschläge verübt worden - und bei diesen Anschlägen war die Mehrheit der Opfer Zivilisten - somit klassifizieren sich diese Freiheitskämpfer auch als Terroristen.

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