EU genehmigt Staatshilfe für Hypo Alpe Adria

5. Dezember 2012, 14:29
21 Postings

Die Milliarden-Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren, die Hypo begrüßt die vorläufige EU-Genehmigung

Klagenfurt/Brüssel - Die EU-Kommission hat die staatliche Rettungsbeihilfe für die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Umfang von insgesamt 1,5 Milliarden Euro genehmigt. Die Genehmigung wurde aus Gründen der Finanzmarktstabilität erteilt, teilte die EU-Kommission mit. Die Genehmigung der Beihilfe ist an einen aktualisierten Umstrukturierungsplanes geknüpft, der innerhalb von zwei Monaten vorgelegt werden muss.

Kapitalquoten vorgeschrieben

Laut Bescheid der Finanzmarktaufsicht müsse die HGAA per 31. Dezember 2012 bestimmte Kapitalquoten erfüllen, erinnerte die EU-Kommission. Dies führe zu einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 1,5 Milliarden Euro. Um diesen zu decken, wird Österreich eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro durch Zeichnung neuer Aktien vornehmen und eine Garantie auf eine Nachranganleihe (Tier-2 Kapital) zu einem Nominale von einer Milliarde Euro gewähren. 

"Österreich muss nun möglichst rasch einen umfassenden Plan vorlegen, der darlegt, wie die operativen Teile der Bank veräußert und die nicht profitablen Teile abgewickelt werden sollen", erläuterte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in einer Pressemitteilung.

Vor allem müsse die Bank gewisse Maßnahmen in ihrer Risikosteuerung und im Kreditneugeschäft einführen, erklärte die EU-Kommission. Ziel dieser Maßnahmen sei es "insbesondere, Risiken, die sich aus dem Kreditneugeschäft ergeben, einzudämmen und dabei die Wiederherstellung der Profitabilität der operativen Einheiten der Bank sicherzustellen".

Laufzeit von zehn Jahren

Die staatsgarantierte Nachranganleihe wird eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Über den Ausgabepreis und die Höhe des Kupons wird der Vorstand auf Basis eines Bookbuilding-Verfahrens entscheiden, teilte die Hypo Alpe Adria Bank International mit. Die Anleihe wird institutionellen Investoren in Österreich und auch in anderen Jurisdiktionen außerhalb der USA, Kanada, Japan und Australien angeboten. Ein Antrag auf Börsezulassung an der Wiener Börse ist ebenfalls geplant.

Leadmanager der Emission sind Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank und Morgan Stanley. Die Deutsche Bank übt zugleich die Funktion eines "Stabilising Managers" aus, die Citibank in London übernimmt die Rolle des "Principal Paying Agent", heißt es in der Aussendung weiter.

Mit der Platzierung der Nachranganleihe leiste die Bank "ihren aktiven Beitrag zur budgetschonenden Aufbringung der zusätzliche vorgeschriebenen Mittel", so Hypo-Sprecher Nikola Donig zur APA. Die heutige vorläufige Genehmigung der zusätzlichen Unterstützung des Bundes durch die EU-Kommission stelle einen wichtigen Schritt dar, die Bank gemäß den Vorschriften der Aufsicht zeitgerecht zu kapitalisieren.

"Die Bank wird wie bisher zeitgerecht und vollumfänglich die angeforderten Unterlagen bereitstellen, um so alle in ihrem Einflussbereich stehenden Voraussetzungen für eine finale Entscheidung der EU Kommission zu schaffen", so Donig weiter. Eine solche endgültige Entscheidung in absehbarer Zeit sei nicht zuletzt auch im Interesse der Bank und der konsequenten Weiterführung des Restrukturierungs- und Privatisierungskurses. (APA, 5.12.2012)

Share if you care.