Ärzte protestieren gegen Gesundheitsreform

5. Dezember 2012, 10:35
  • Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer, verteilt Info-Material an Passanten. Die Ärzte befürchten durch die geplante Gesundheitsreform massive Leistungskürzungen.
    foto: apa/techt

    Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer, verteilt Info-Material an Passanten. Die Ärzte befürchten durch die geplante Gesundheitsreform massive Leistungskürzungen.

  • Video: Protesttag der Ärzte gegen Gesundheitsreform.

Protestmaßnahmen in Ordinationen und auf der Straße - Treffen mit Spindelegger, Fekter und Ostermayer

Die Ärztekammer protestierte am Mittwoch weiter gegen die geplante Gesundheitsreform. In acht der neun Bundesländer verteilten Ärztevertreter Informationsmaterial an die Patienten. Sie bleiben bei ihrer Position und wollen zeigen, dass die geplante Gesundheitsreform aus ihrer Sicht in die völlig falsche Richtung geht.

Die Ärzte wollen am Krampustag der Politik die "Rute ins Fenster stellen", so Motto der Ärztekammer. Sie befürchten Leistungskürzungen durch die Gesundheitsreform. Diese Kürzungen würden durch die Politik verschwiegen, so die Ärzte. In den Ordinationen und an vielen öffentlichen Plätzen wurde deshalb Informationsmaterial verteilt - und es wird dabei mit drastischen Bildern nicht gespart: In Karikaturen wird da etwa ein im Bett liegender Patient vom Gesundheitsminister bedroht, der gerade eine Motorsäge mit der Aufschrift "Reform" startet. Oder es wird in Vorher-Nachher-Suchbildrätseln gezeigt, wie sich die Ärztekammer die Zeit nach der Gesundheitsreform vorstellt: Dort wo vorher, die Infusion, der Krankenwagen oder das Röntgengerät war, ist nachher eine ausradierte Stelle.

Positive Bilanz

Am Nachmittag zog die Ärztekammer eine positive Bilanz zu ihrem Aktionstag. In den Gesprächen mit Passanten und Patienten habe sich ein geringer Informationsstand der Bevölkerung über die geplante Reform gezeigt, meinte ein Sprecher der Standesvertretung.

Allein in der Steiermark hätten laut dem Sprecher die Ärzte in Ordinationen und Spitälern sowie an öffentlichen Plätzen etwa 100.000 Menschen erreicht. Etwa 60 Ärzte seien an öffentlichen Orten in der Steiermark unterwegs gewesen, um die Bevölkerung zu informieren. In Oberösterreich hätten etwa 100 Ärzte an öffentlichen Plätzen für ihre Anliegen geworben und im Bundesland Salzburg seien 20 Teams zu je zwei bis drei Ärzten unterwegs gewesen. In Wien hatte die Ärztekammer 40 Personen an 20 öffentlichen Orten im Einsatz. In Tirol, Vorarlberg und Kärnten informierten die Ärzte ihre Patienten nur in den Ordinationen.

Niederösterreich macht nicht mit

Laut Ö1-Morgenjournal ist das einzige Bundesland, das nicht an den Protesten teilnimmt, Niederösterreich - die dortigen Ärztevertreter sind mit der Kampagne der Bundesärztekammer nicht zufrieden. Es entstehe der Eindruck, die Ärzteschaft verfolge nur ihre eigenen Ziele, lautet die Kritik aus Niederösterreich. Vorbringen können sie diese in der kommende Woche, am 13. und 14. Dezember hält die Bundesärztekammer ihren Kammertag und ihre ordentliche Vollversammlung ab. Dabei soll über weitere Protestmaßnahmen entschieden werden, nachdem bei der außerordentlichen Vollversammlung vor eineinhalb Wochen noch kein Beschluss gefasst worden ist. Zur Diskussion stehen nach wie vor Ordinationsschließungen am 16. Jänner sowie Groß-Demonstrationen und Kundgebungen im Jänner und Februar.

Der Vizepräsident der Ärztekammer und Bundeskurienobmann niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart, verteidigte bei einer Verteilaktion in Wien die Maßnahmen. Dass die genannten Beispiele zu drastisch sind, findet er nicht. Die Gesundheitsversorgung bestehe aus den genannten Elementen und da die Versorgung durch die Reform gefährdet werde seien diese Formulierungen zulässig. Um gehört zu werden, seien deutliche Signale und eine plakative Darstellung nötig.

Ärztekammer-Steinhart nimmt Kritik gelassen

Auch dass die Ärzte nur ihre eigenen Interessen und nicht jene der Patienten vertreten, wies Steinhart zurück. Die Verteidigung einer guten Gesundheitsversorgung sei auch im Interesse der Patienten, ebenso die Forderung nach 1.000 zusätzlichen Kassenstellen.

Die praktisch von allen Seiten auf die Ärztekammer einprasselnde Kritik nimmt der Vizepräsident "gelassen entgegen". Er erwarte keine emotionale Verstimmung sondern Gespräche, meinte Steinhart.

Ostermayer: "Hetzerische Methoden"

Und Gespräche mit der Politik hat es am Mittwoch auch bereits gegeben. Nach Angaben Steinharts wurde die Spitze der Ärztekammer von Vizekanzler Michael Spindelegger und Finanzministerin Maria Fekter (beide ÖVP) sowie von Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) zu Unterredungen empfangen. Ostermayer forderte nach Angaben seiner Sprecherin die Ärzte auf, ihre "hetzerischen Methoden" zu beenden. Er sprach von einem für die Ärzteschaft "unwürdigen Verhalten". Die Ärzte hätten Ostermayer als SPÖ-Regierungskoordinator ihre Wünsche übergeben. Der Staatssekretär werde sie aber erst dann weiterleiten und sei erst dann zu konstruktiven Gespräche bereit, wenn die Ärzte ihre Polemik beenden, erklärte seine Sprecherin.

Aus der ÖVP hieß es nach dem Gespräch mit Spindelegger und Fekter, die Einbindung der Ärzteschaft sei wichtig. Es sei aber klar, dass die Gesundheitsreform kommen müsse.

Vonseiten der Ärztekammer wurden die Gespräche als "sachlich" beschrieben. (red/APA, derStandard.at, 5.12.2012)

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Die Ärztekammer ist eine indiferente Bereicherungsmaschiene

Viele Angelgenheiten des Gesundheitswesen wurden von der Ärztekammer verschleppt abgewiegelt und entsorgt.
Moderne Gesetze für die Pflege- verhindert weil das Primat gilt Ärzte ordnen an auch wenn sie keine Ahnung haben.
Moderne und sparsame Nutzung von Befunden andererer Ärzte siehe ELGA - verhindert!

Arbeitzeitregelungen für Angestellte Ärzte - verhindert weil dann Privatordinationen nich möglich wären , dafür erhält der Patient einen Arzt der am Zahnfleisch geht für seine Behandlung.

Die Frechheit ist dabei dies alles wird uns als Maßnahme für unser Patientenwohl verkauft!

Dabei sind es nur Bestrebungen zur maximalen Geldeintreibung für die Ärzte.

gegen die äk kann man schon einiges haben, aber im falle ELGA liegt sie goldrichtig

der aufwand und das risiko (ganz abgesehen von der entmündigung der patienten) steht in keinem sinnvollen verhältnis zum nutzen.

Dass ELGA ein Schritt in die richtige Richtung ist,

- ist für mich vollkommen klar.

Gesundheitsdaten gehören einheitlich gespeichert und müssen für den Bedarfsfall auch einfach abrufbar sein.
Das ganze Gemurkse mit in Papierform mitzubringenden Bescheiden, Impfass, Röntgenbildern, etc ist in der digitalen Welt jenseitig und eine beständige Quelle von Fehlern und unnötigen Arbeitswiederholungen.

Die ÄK sollte konstruktiv an der Gestaltung von ELGA mitarbeiten und nicht versuchen auf dem Rücken der Patienten "beleidigter oberster Medizinmann" zu spielen.

Röntgenbilder werden nicht abgespeichert..

aber dafür der falsche Befund über ein Röntgenbild

in welchem szenario bringt mir elga als patient etwas?

a) bin ich dauerpatient, dann habe ich meinen arzt/meine ärzte und die haben meine krankengeschichte. muss ich den arzt wechseln, habe ich meine befunde die ihm dem geben kann.

b) muss ich wegen eiens akuten problems ins kh bringen mir ältere befunde herzlich wenig, es muss ein komplette anamnese plus labor gemacht werden

c) der unfall: dort bringt elga sowieso nichts, weil weder zeit noch internetverbindung vorhanden,, um elga aufzurufen

elga hilft der softwarefirma, die das entwickelt, ist ein sicherheitsrisiko (alle gesundheitsrelevanten infos in einerm system) und führt über kurz oder lang zum gesetzlich legitimierten missbrauch meiner daten durch behörden bzw. arbeitnehmer.

Sie haben sich halt auf den Befundkram eingestellt -

- viele andere, für die Krankheit oder Gebrechen die überwiegende Zeit des Lebens ein vernachlässigbares Randthema ist, machen das nicht.

Komisch

Für ELGA ist plötzlich da, sicher eine sehr günstige Umstellung.

Aber für sämtliche Leistungen für die Patienten, wie Zahnbehandlungen oder vorbeugende Maßnahmen oder Psychotherapie ist kein Geld da.

Ups, das wichtige Wort "Geld" hab ich vergessen

Für ELGA ist Geld da, das überall anders fehlt. Bei Sozialleistungen kann man natürlich sparen, warum hat man denn sonst eine Krankenversicherung.

Eine Patientenmeinung

Unglaublich wieviele Poster hier ihren Neid kundtun und dabei gar nicht bemerken, dass Einsparungsmaßnahmen über kurz oder lang auf ihre eigenen Kosten (im wahrsten Sinne und gesundheitlich) gehen werden. Hauptsache die Ärzte bzw. die Ärztekammer verliert Geld, Einfluss und Prestige, das ist sowas von kurzsichtig. :-/

Über 30 Arbeitsjahre wären ÄK Leute mein gegenüber

Da ist nirgends Neid, nur diese Intitution hat soviel Präpotenz , Nepotismus und Egoismus in sich vereinigt, daß man ihr derzeitges emphatisches Eingehen auf Patientinteressen nicht glauben kann.
Die Funktionäre sind geborene Egoisten.

Wenn das Medizinsystem wirklich einmal -

- weniger Geld kosten sollte, wird das den Steuerzahlern - also annähernd allen Forumsteilnehmern - zumindest finanziell nutzen und nicht schaden.

Am Medizinalsystem verdienen die Ärzte inzwischen am wenigsten. Pharma-Elektro -und Elektronikindustrie von Siemens bis Toshiba von Kretz bis Hitachi, Firmen wie Dräger die die bei
Frau Rauch Kallat so beliebten Grippemasken und Narkosegeräte liefern, Baumeister, Installateure EDV Anlagenbauer etc.Tausende Angestellte in den Spitälern Ein immens angewachsener Verwaltungsbeamtenapparat der sich immer mehr als Nutznieser des Systems erweist und immer mehr die Arbeit der Ärzte definiert ohne selber in irgend einer weise produktiv zu sein. Also stellt euch nicht dümmer als ihr seid und schaut mal wer zb an ELGA verdient und wer dafür Lobbying betreibt. Von der Exgesundheitsministerin bis in die Patientenanwaltschaft reichen die Kontakte.

so eine milchmädchenrechnung, auf welchem niveau sind wir hier?

etwa 10% der kassenausgaben gehen für ärztehonorare drauf. da hängen aber auch die einkommen der vielen ordinationshilfen, die technischen und radiologischen assistentinnen, die physikotherapeuten dran.
wenn sie da einsparen wollen, wird es erstens ihre kassenbeiträge nicht verringern, und zweitens werden sich auch unsere angestellten bei ihnen schön bedanken für die lohnkürzung, die sie grade fordern.

Lohnkürzungen?

Entlassungen!

Entlassungen nicht..

eher kündigungen. Weil Entlassungensgründe sind taxativ aufgeführt - wegfall des Geschäftsmodell durch den Gesetzgeber, ist eher kein Entlassungsgrund

Anhand der jüngsten Entwicklung rund um die VDS ergibt sich ein zunehmend klares Bild, was von ELGA tatsächlich zu halten ist.

Wird wohl wie bei den Vorratsdaten kein Jahr dauern, bis Versicherungen, Arbeitgeber, Banken etc. darauf Zugriff erhalten. Und die USA werden doch wohl auch etwas damit anfangen können.

Wer jetzt noch Argumente gegen ELGA braucht, sollte einfach beim Artikel zur VDS vorbeischauen. Diese Politiker, die da hinter verschlossenen Türen verhandeln, wissen ganz genau, warum sie das nicht in der Öffentlichkeit tun.

Wer die Regierung mit ihrem ELGA-Wahnsinn auch jetzt noch unterstützt, kann seine komplette Gesundheitsakte gleich freiwillig auf Facebook veröffentlichen.

PS: Same shit auch bei den Smart-Metern.

naja

ja: die övp hat das ja vor ein paar jahren schon angeregt.
der vorschlag das arbeitgeber zugriff auf elga haben sollten kommt immer wieder interessanterweise aus dem bauernbund.

auf der anderen seite stehen die scheinbar zu 100% schwarzen ärzte mit einem interessanten anti-elga argument: mit elga verdienen sie weniger geld ? wieso ? :wie sich in der fernsehdiskussion herauskristallisiert hat: weil ärzte dann nicht mehr ungerechtfertigte leistungen verrechnen können uns sich das negativ aufs einkommen auswirkt. ich dachte ich hör nicht richtig. aber insgesamt eine interessante situation. vielleicht findet die övp noch eine lösung einerseits das kriminelle potential der ärzteschaft zu fördern und andererseits doch die privatsphere aufzugeben

öst. ärzte

sind irgendwie ein bissi grauslich worden...

ich weiß nicht- vielleicht hatte ich und mein umkreis pech aber: es dauert in wien jahre einen vernünftigen hausarzt zu finden....

-ich finde seit dem es die leistungsinformation seitens der kassa gibt auf jedem einzelnen zettel illegal verrechnete posten...
-ich warte bei fachärzten ewig und wenn ich drannkomme schreibt mir der arzt/ärztin einen wisch im stehn ohne mich anzuschaun...letztens hab ich gesagt: ich warte seit 3 stunden -sie bekommen 50euro von der kassa und ich will das sie sich jetzt wenigstens 2min zeit nehmen um meinen ausschlag anzusehn: ergebnis: man hat mir mitgeteilt das ich hier nicht behandelt werde- ich soll gehn

50 Euro bekommt er für eine Behandlung nie..

und wenn sie mich ankeifen, würde ich sie auch wegschicken. Alles muss man sich von Kunden nicht bieten lassen

ein hautarzt bekommt keine 50 euro von ihrer kasse, von der wgkk bekommt er 18 euro, und das ist ein fixtarif, für den sie auch 2x täglich kommen können, ohne dass er mehr bekommt.

weniger polemik, weniger unterstellungen.

ich schick ihnen meine abrechnungen gerne per mail

-keine zeile unter 40 euro, jeder einzelne arzt in den letzten 2 jahren hat dinge in rechnung gestellt die ich nicht konsumiert habe....

nein, stellen sie sie hier herein.

ich warte.

- wenn etwas ein bissi komplizierter ist als ne erkältung wird man überwiesen und im kreis geschickt- entweder weil der arzt nur für grippe ausgeildet wurde- oder weil etwas behandlungsintensiveres zu wenig geld reinspült was ich eher glaube...

in gesellschaftspolitischen fragen muss man die ärztekammer manchmal mit der industriellenvereinigung verwechseln

und das gejammere das man so wenig geld bekommt find ich ein bissi dreist angesichts der tatsache das eine durchschnittliche ordination anscheinend einen reingewinn von 12000 euro im monat macht...

insgesamt denk ich können wir uns unseren sozialstaat nicht mehr leisten- nicht weil die halbe bevölkerung ihn ausnutzt- sondern weil das die ärzteschaft tut...

Sympathie verspielt...

ca 10% der kassenausgaben gehen für ärztehonorare auf.

so sieht es aus.

und auf die sympathie von ihrem schlag kann ich ohnehin verzichten. leute mit ihrer haltung uns gegenüber sehen natürlich ihre vorurteile bestätigt, aber wenn sie als patient annähernd ähnlich auftreten wie hier, wird sich kein arzt finden, der mit ihnen einen tragfähigen behandlungsvertrag eingehen kann.

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