Israels Außenminister sagt Gespräche in Berlin ab

5. Dezember 2012, 09:06
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Lieberman verweist auf Beratungen in seiner Partei und fühlt sich zudem nicht gut

Jerusalem/Berlin/Ramallah - Kurz vor den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in Berlin hat Israels Außenminister Avigdor Lieberman seine Teilnahme abgesagt. Der ultranationalistische Politiker begründete seine Absage mit Beratungen in seiner Partei Unser Haus Israel (Israel Beitenu bzw. Yisrael Beytenu), wie der israelische Militärrundfunk am Mittwochmorgen berichtete. Außerdem fühle er sich nicht gut. Lieberman hatte Dienstagabend die Nummer zwei seiner Partei, Vize-Außenminister Danny Ayalon, von der Liste für die Parlamentswahlen im Jänner gestrichen.

Nach Angaben des Militärrundfunks wird Ayalon Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Mittwoch zu den Gesprächen in Prag und Berlin begleiten. Netanyahu wollte am Morgen zunächst nach Tschechien zu Gesprächen mit seinem Kollegen Petr Necas reisen, um ihm persönlich für die "mutige Position" Tschechiens bei der UNO-Abstimmung über die Aufwertung des Beobachterstatus der Palästinenser zu danken. Bei der Abstimmung in der UNO-Vollversammlung am vergangenen Donnerstag hatte Tschechien als einziges europäisches Land gegen die Aufwertung votiert.

Am Abend will Netanyahu in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel essen, bevor er mit mehreren seine Minister am Donnerstag mit dem deutschen Bundeskabinett zu Beratungen zusammenkommt. Bei den Gesprächen dürfte es auch um Israels Ankündigung zum Bau von 3.000 neuen Wohnungen in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland gehen. Die Siedlungspläne, die Netanyahu in Antwort auf die Aufwertung Palästinas verkündete, stießen international auf scharfe Kritik. Auch die deutsche Regierung äußerte sich ungewohnt deutlich dazu. (APA, 5.12.2012)

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