Amnesty: Polizeigewalt gegen Demonstranten in Mexiko untersuchen

Menschenrechtler sehen exzessives Vorgehen bei Protest zu Amtseinführung von Präsident Peña Nieto - Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung von zwei Fotografen

Mexiko-Stadt - Amnesty International hat eine Untersuchung der Polizeigewalt bei der Demonstration von Gegnern des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto bei dessen Amtseinführung gefordert. "Die Zeugenaussagen und Beweise zu übermäßiger Gewalt gegen Demonstranten, Journalisten und einfache Passanten müssen schnell, unparteiisch und umfassend untersucht werden", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag (Ortszeit). Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) forderte die Behörden auf, zwei festgenommene Fotoreporter, Mircea Topoleanu aus Rumänien und Brandon Daniel Bazán aus Mexiko, freizulassen.

Im Zentrum von Mexiko-Stadt hatte es am Samstag heftige Zusammenstöße zwischen der Polizei und Gegnern des neuen Präsidenten gegeben. Einige der Demonstranten warfen Brandflaschen und Steine, die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte Gummigeschoße ab. Bei den Straßenschlachten wurden mindestens 105 Menschen verletzt, davon wurden 29 ins Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft sprach von 96 Festnahmen. Davon befanden sich Behördenangaben zufolge 69 immer noch in Polizeigewahrsam. Die Proteste richteten sich gegen die Rückkehr an die Macht von Peña Nietos Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI). Diese hatte Mexiko mehr als 70 Jahre lang, von 1929 bis 2000, autoritär regiert. (APA, 5.12.2012)

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