Menschenrechtsgericht weist Priester und "profil" ab

5. Dezember 2012, 07:24
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Beschwerden gegen Entscheide über Bilder aus dem Priesterseminar

Die im Zuge einer Sexaffäre im Priesterseminar St. Pölten 2004 suspendierten Priester Ulrich Küchl und Wolfgang Rothe sind mit einer Klage gegen die damalige Berichterstattung des Nachrichtenmagazins "profil" vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof gescheitert. Die Straßburger Richter urteilten nun, dass in beiden Fällen die Europäische Menschenrechtskonvention nicht verletzt wurde.

Auch die Klage der das "profil" herausgebenden News-Verlagsgruppe gegen eine einstweilige Verfügung, welche die weitere Veröffentlichung von Küchls Foto untersagte, scheiterte. Die Richter sahen die Freiheit der Meinungsäußerung durch die 2009 vom Obersten Gerichtshof bestätigte Verfügung nicht verletzt.

Das Gericht erkannte die Klage des ehemaligen Leiters des Priesterseminars St. Pölten, Regens Ulrich Küchl und Sub-Regens Wolfgang Rothe, nur in Hinblick auf das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens an. Die Richter urteilten aber, dass dieses Recht durch die Berichterstattung von "profil" nicht verletzt worden sei.

Das Nachrichtenmagazin hatte 2004 von "Sex-Spielen zwischen Priestern und deren Schülern" geschrieben und zur Untermauerung Fotos veröffentlicht. Diese zeigten laut "profil" einen Kuss zwischen Sub-Regens Wolfgang Rothe und einem Seminaristen sowie Regens Ulrich Küchl mit Griff zwischen die Beine eines Schülers. Das Wiener Straflandesgericht hatte 2005 die Berichterstattung des Nachrichtenmagazins für zulässig erklärt. Anzeigen wegen Nötigung gegen die beiden leitenden Priester wurden wieder zurückgelegt.

Andere Klagepunkte der beiden Priester in Hinblick auf ihr Recht auf faires Verfahren und wirksame Beschwerde wurden vom Gericht für unzulässig erklärt. (APA)

 

 

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