Orange wird "3": Auf drei zählen

Kommentar |

Österreich verliert einen Marktanbieter, weit problematischer erscheint aber die Zusatzvereinbarung betreffend Yesss

Die Funkstörungen beim Megadeal am österreichischen Handy-Markt sind unüberhörbar. Hutchison mit dem Markennamen "3" will Orange schlucken und reicht deren Diskontschiene Yesss an A1 weiter. Österreich verliert damit einen Marktanbieter, was aber gar nicht so schlimm ist. Erstens, weil der Wettbewerb hierzulande intensiv ist und "3" samt Orange kleinster Anbieter bleibt. Und zweitens, weil eine gewisse Rentabilität Voraussetzung für Investitionen in Technologie ist.

Weit problematischer erscheint die Zusatzvereinbarung betreffend Yesss. Telekom Austria kommt bereits jetzt auf einen kritischen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Jeder weitere Ausbau der Marktführerschaft kann eigentlich nur dann Sinn machen, wenn dahinter die Absicht steckt, den Wettbewerb einzuschränken. Und bei diesem Unterfangen kann die Reduktion von vier auf drei Anbieter dann sehr wohl eine Rolle spielen. Während in anderen Ländern die Reviererweiterung des Platzhirschs indiskutabel wäre, hat das Kartellgericht den Teil-Deal bereits ohne Auflagen genehmigt, was nicht gerade beruhigend wirkt.

Dabei bringt der Yesss-Verkauf noch weitere Unannehmlichkeiten abseits der Fusionskontrolle. Die Telekom Austria kann sich den Kaufpreis von 390 Millionen Euro nicht wirklich leisten. Wenn ihre Verantwortlichen auf drei zählen können, versuchen sie noch eine Hintertür zu finden, um aus dem Vertrag auszusteigen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 5.12.2012)

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