Keine Einigung zwischen Juba und Khartum im Streit um Abyei

4. Dezember 2012, 21:02
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Frist der Afrikanischen Union zur Einigung um umstrittene Region endet am Mittwoch

Khartum/Juba - Trotz internationalen Drucks haben sich der Sudan und der Südsudan bisher nicht über die Zugehörigkeit der Grenzregion Abyei einigen können. Wie die in dem Konflikt vermittelnde Afrikanische Union (AU) am Dienstag mitteilte, läuft die Frist für eine Vereinbarung nach sechs Wochen am Mittwoch aus. Die sehr fruchtbare Region ist etwa so groß wie der Libanon.

Der südsudanesische Unterhändler Pagan Amum war am Sonntag nach Khartum gereist, um den stockenden Verhandlungsprozess wieder in Gang zu bringen. Bislang wurde jedoch kein Termin für die Wiederaufnahme von Gesprächen bekannt. Der AU-Kommissar für Sicherheit und Frieden, Ramtane Lamamra, sagte AFP, die Organisation warte die Empfehlungen der mit der Vermittlung betrauten AU-Kommission ab.

Im September hatten beide Seiten den Streit in mehreren Punkten wie die Aufteilung der Öleinnahmen beigelegt und vertrauensbildende Maßnahmen an der gemeinsamen Grenze vereinbart. Eine Einigung über Abyei blieb jedoch aus. Die AU favorisierte zuletzt eine Volksabstimmung unter den Bewohnern der Region, die sich so für die Zugehörigkeit zu dem einen oder anderen Staat aussprechen könnten.

Die Beziehungen zwischen Khartum im Norden und Juba im Süden sind seit der Unabhängigkeitserklärung des Südens im Juli 2011 angespannt. Der Unabhängigkeit des Südsudan war ein zwei Jahrzehnte währender Bürgerkrieg vorausgegangen. Bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 kamen dabei zwei Millionen Menschen um. (APA, 4.12.2012)

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