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Das Samichlaus-Bier wurde ab 1984 gebraut und war bis 1997 das wohl berühmteste Bier der Schweiz.
Es gilt ja als neuer Trend, dass Brauer mit besonderen Kräutlein, mit besonderen Malzen, besonderen Hefen, besonderen Hopfensorten oder besonderen Technologien brauen. Der Schweizer Martin Hürlimann hat das allerdings bereits vor drei Jahrzehnten probiert, als die meisten anderen Brauereien nur daran dachten, helles Lagerbier möglichst kostensparend zu brauen. Von Herrn Hürlimanns Brauversuchen mit bewusstseinsverändernden Substanzen jenseits des Alkohols sind noch einige Aufzeichnungen erhalten geblieben.
Und sein erfolgreichstes Experiment ist heute ein Kultgetränk: Eines schönen Tages in den frühen 1980er-Jahren setzte Herr Hürlimann sich in den Kopf, die Leistungsfähigkeit seiner Hefe bis zum Extrem zu erproben. Die vertrackte Sache mit der alkoholischen Gärung ist ja, dass Alkohol ein Zellgift ist - es wirkt auch auf jene Hefezellen toxisch, die Zucker zu Alkohol umwandeln. Bei etwa zwölf Volumenprozent Alkohol in einem Getränk ist für die meisten Hefen daher Schluss. Hürlimann fand aber eine Lagerbierhefe, die es - ohne weitere Tricks wie Ausfrieren - auf 14 Prozent brachte.
Der erwähnte schöne Tag war ein Nikolaustag, der in der Schweiz Samichlaus-Tag (von San Nicholas) heißt - und es trifft sich, dass der heilige Nikolaus auch einer der Schutzpatrone der Brauer ist (weil er manchmal mit einem Fass, allerdings einem Pökelfass, dargestellt wird). Das positive Ergebnis lag natürlich erst Monate später nach Abschluss von Haupt- und Nachgärung vor und schmeckte so gut, dass Hürlimann daraus ein kommerzielles Produkt machte: Das Samichlaus-Bier wurde ab 1984 gebraut und war bis 1997 das wohl berühmteste Bier der Schweiz.
Die Familie Hürlimann hatte inzwischen - zum Verdruss des alten Herrn - die Brauerei in Zürich-Enge an die zum dänischen Carlsberg-Konzern gehörende Feldschlösschen-Gruppe verkauft, und die Dänen hatten wenig Interesse an der Spezialität, deren Produktion bald eingestellt wurde. Es folgte ein internationaler Protest im damals jungen Medium Internet - woraufhin die Brauerei Schloss Eggenberg im oberösterreichischen Vorchdorf die Markenrechte und das Braurezept erwarb. Seit 2000 wird wieder jährlich am 6. Dezember das Samichlaus-Bier gebraut - inzwischen in mehreren Varianten, darunter eine mit Reifung in einem Weinfass und eine andere mit mehrjähriger Reifung. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 7.12.2012)
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Da das Bier sehr lange haltbar ist, habe ich mir den Jahrgang (Botteled in 2009)-also gebraut 2008, aufgehoben (4 Flaschen). genauso habe ich noch 4 Flaschen 2009er und 2010er. Ich bin schon gespannt wie sich der Geschmack über die Jahre verändert.
Großartiges Bier, aber sehr stark und sehr schwer! Weshalb ich mir manchmal noch kleinere Flaschen, als die Drittelliter, zu kaufen wünsche, da ich danach meist einen ziemlichen Schwips habe und ein starkes Sättigungsgefühl verpüre. *g*
Nichtsdestotrotz eine dieser löblichen Ausnahmen der Österreichischen Biere (auch wenn es de facto eine Schweizer Kreation ist), die völlig eigenständig und fast schon ein Erlebnis sind!
Samichlaus ist ein besonderes
Bier, dass ich nur zu besonderen Anlässen (Geburtstag, Weihnachten) drinke. Ein 14%iges
Bier trinkt sich natürlich anders, und ist zu anderen
Zwecken da, als ein 5%iges oder ein einfacher Bock.
Nach einer Flasche fühle ich mich angenehm high, "muss" es allerdings oft mit meiner Freundin teilen, gehört es doch zu den wenigen Bieren, die ihr schmecken.
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