Sir Rogers unorthodoxe Theorie des Universums

  • Sir Roger Penrose kurz vor seinem Wiener Vortrag über seine neue zyklische 
Theorie des Universums.
    foto: standard/christian fischer

    Sir Roger Penrose kurz vor seinem Wiener Vortrag über seine neue zyklische Theorie des Universums.

  • Eine der bunten Vortragsfolien des passionierten Zeichners Penrose: seine Version des kosmologischen Standardmodells.
    foto: standard/christian fischer

    Eine der bunten Vortragsfolien des passionierten Zeichners Penrose: seine Version des kosmologischen Standardmodells.

Wie hat das Universum begonnen und wie wird es enden? Der renommierte englische Physiker Roger Penrose hat eigene Ideen, die er kürzlich in Wien präsentierte: Unser Universum sei zyklisch und zugleich unendlich

Im Moment sei er ein wenig frustriert, gesteht Roger Penrose nach rund einer Stunde Gespräch, die bis dahin weniger ein Interview als eine beeindruckende Nachhilfestunde unter anderem über das Wesen und den Zweck des Universums waren. Der Grund für die Frustration des weltbekannten Forschers, der außer dem Nobelpreis so ziemlich alle Ehrungen erhalten hat, mit denen man als Physiker ausgezeichnet werden kann: Seine eigene Theorie des zyklischen Universums werde nicht wirklich ernst genommen.

Wenn er Vorträge darüber halte, würden die Zuhörer nachher stets zu ihm sagen: "Netter Vortrag und hübsche Bilder", so Penrose: "Aber die Art, wie sie es sagen, macht mir klar, was sie wirklich meinen, nämlich: Das ist aber eine ziemlich verrückte Idee." Der 81-jährige Emeritus der Universität Oxford, der sehr viel jünger wirkt, würde hingegen den Begriff "unorthodox" vorziehen.

Sehr viel euphorischer fielen kurze Zeit später die Reaktionen aus, als Penrose vergangenen Freitag auf Einladung der Fakultät für Physik der Uni Wien einen öffentlichen Vortrag über seine Theorie hielt - wie üblich ohne Powerpoint, sondern mit einer Flut an handgezeichneten Overheadfolien, die es auch im Netz nachzuklicken gibt. Zuhörer beschreiben den Vortrag als "Sternstunde", und der Referent wurde weit über die vorgesehene Zeit mit Fragen bestürmt.

Im Laufe seines langen Forscherlebens hat sich der längst zum Sir geadelte Penrose nicht nur mit Fragen der Kosmologie, sondern mit einer erstaunlichen Bandbreite von Themen befasst, "die aber fast alle irgendetwas etwas miteinander zu tun haben", so der mitteilungsfreudige Physiker. Berühmt machte ihn unter anderem der mit Stephen Hawking vorgelegte Beweis, dass - vereinfacht formuliert - einige von Einsteins Gleichungen ohne Urknall oder Schwarze Löcher nicht zu haben sind; die grundlegenden Arbeiten von Penrose zur Allgemeinen Relativitätstheorie inspirierten Generationen von Physikern und Mathematikern.

Faszinierende Geometrien

Daneben schuf der leidenschaftliche Zeichner indirekt auch in der Kunstgeschichte und der Geometrie Bleibendes: Bereits mit 23 erfand er nach dem Besuch einer Ausstellung des Zeichners M.C. Escher das sogenannte Penrose-Dreieck, nach seinen eigenen Worten "die Unmöglichkeit in ihrer reinsten Form". Das Dreieck, das in gewisser Weise eine Abstraktion von Eschers Zeichnungen war, inspirierte den niederländischen Künstler seinerseits wieder zu einigen seiner berühmtesten Zeichnungen: den "Wasserfall" sowie "Ascending und Descending", das ein burgartiges Gebäude zeigt, dessen oberer Rundgang zugleich nach oben und unten führt.

Seine Passion für Geometrie machte den Physiker und Mathematiker aber auch zum Erfinder der nach ihm benannten unregelmäßigen Parkettmuster, deren besondere Pointe darin besteht, dass sie sich trotz ihrer scheinbar einfachen Grundschemata niemals periodisch wiederholen. Schließlich wurde der Physiker auch noch durch seine populärwissenschaftlichen Beiträge zur Arbeitsweise des menschlichen Gehirns bekannt: In Büchern wie Computerdenken oder Schatten des Geistes versucht er, Phänomene des Bewusstseins mit einer Art "Quantenbiologie" zu erklären.

Seine Erklärung des Geistes aus einer neuen Art von Quantenphysik wurde von den Fachkollegen freilich ähnlich skeptisch aufgenommen wie seine Theorie des zyklischen Universums - was Penrose mit einem gerüttelt Maß an britischer Ironie trägt. Dennoch möchte er, dass die in siebenjähriger Arbeit entwickelte Theorie ernster genommen werde als bisher. Mit seiner Teilnahme am "Vienna Central European Seminar on Particle Physics and Quantum Field Theory" und seinem Vortrag in Wien hat er dazu gewiss einen Beitrag geleistet.

Worum aber geht es in Penroses Theorie und was macht sei so verrückt oder eben "unorthodox"? Nach dem kosmologischen Standardmodell ereignete sich vor etwa 13,7 Milliarden der Urknall. Danach kam es zur sogenannten kosmologischen Inflation, was nichts mit Entwertung zu tun hat, sondern die frühe Phase extrem rascher Ausdehnung des Universums bezeichnet, die sich nach wie vor fortsetzt.

Warum das so ist, gilt als eines der größten physikalischen Rätsel - für das Penrose eine alternative Lösung vorschlägt, bei der Schwarze Löcher, dunkle Materie, Information und insbesondere der zweite Hauptsatz der Thermodynamik ("Entropie nimmt ständig zu") eine entscheidende Rolle spielen. Die meisten dieser Phänomene würden sich auf dem ersten Blick zwar ganz gut mit dem kosmologischen Standardmodell erklären lassen.

Streit um Schwarze Löcher

"Aber da gibt es noch etliche Fragen", sagt Penrose. Etwa, was mit supermassiven Schwarzen Löchern passiert, wenn diese bei Zusammenstößen von Galaxien kollidieren. Astrophysiker wie Stephen Hawking und Penrose gehen davon aus, dass die sich gegenseitig "fressen" und es dabei zu einem enormen Ausbruch von Gravitationswellen kommt - ohne dass es weder für solche Kollisionen noch für die Folgen konkret beobachtete Belege gibt. "Der frühe Stephen Hawking hat auch noch behauptet, dass mit Schwarzen Löchern auch die gesamte Information verschwindet", sagt Penrose. "2004 hat er dann seine Ansicht geändert. Ich glaube aber, dass der frühe Hawking recht hatte."

Durch konsequentes Weiterdenken solcher Hypothesen kommt Penrose zum Modell eines zyklischen Universums, bei dem ein sogenanntes Äon (mit dem Begriff bezeichnet Penrose einen solchen Zyklus) auf das nächste folgt - wobei ein Äon paradoxer Weise ewig dauert. Wie aber ist das möglich? Ganz einfach: "Zeit ist keine so definitive Angelegenheit, wie wir gerne annehmen", sagt Penrose. "Denn in letzter Konsequenz ist Zeit durch die Masse von Teilchen bestimmt. Gibt es keine Masse mehr gibt, gibt es auch keine Zeit mehr."

Und wie kann man sich vorstellen, dass es - wann auch immer - keine Masse mehr gibt? Für Penrose tritt dieser Fall beim Übergang von einem Äon zum nächsten ein, also auch beim Urknall. Dann komme es zu einem " verkehrten Higgs-Mechanismus". (Der "richtige" Higgs-Mechanismus ist der Vorgang, der nach dem Urknall den Teilchen erst Masse verleiht.) Deshalb ist Penrose auch sehr daran interessiert, was die Cern-Physiker dieses Jahr über das Higgs-Teilchen herausfanden.

Ansonsten hält Penrose die jüngeren Entwicklungen der Teilchenphysik für zu kompliziert. "Ich weiß einfach zu wenig darüber, um das alles zu verstehen." Auch neueren theoretischen Trends wie der String-Theorie kann er nicht allzu viel abgewinnen: "Das hat ziemlich wenig mit Physik zu tun und ist eher für die Mathematik interessant." Insofern seien Entdeckungen wie die des Higgs-Teilchens womöglich gut, die Leute wieder dazu zu bringen, sich mehr mit "wirklichen" physikalischen Phänomenen zu beschäftigen - die bei Penrose freilich sehr bald recht theoretisch werden.

Bewusstsein im Universum

Apropos: Wie sei seine Äußerung zu verstehen, dass das Universum einen Zweck habe und nicht zufällig da sei? "Diese Frage wurde mir kürzlich auch in der Ukraine gestellt", erinnert sich Penrose: "Ich denke, dass es etwas geben muss, das sich des Universums bewusst ist. Ohne das wäre es sonst nicht da." Im Übrigen geht der Physiker nicht davon aus, dass Zivilisationen mit solchen höheren Formen des Bewusstseins im Universum allzu weit verbreitet sind. "Im Fall der Erde und der Menschheit brauchte es einfach sehr sehr viele Zufälle."

Damit sind wir indirekt wieder bei einer anderen zentralen Frage in der Theorie des zyklischen Universums: der nämlich, was mit der Information passiert, wenn es zum Übergang von einem Äon zum nächsten kommt. Laut Penrose wird die im Gegensatz zur Masse weiter transferiert. Und quasi als Beweis schlägt er eine besonders gewagte Idee vor, an der er seit geraumer Zeit arbeitet und die wiederum mit der sogenannten kosmischen Hintergrundstrahlung zu tun hat.

Die wird gemeinhin als "Echo" des Urknalls interpretiert. Noch etwas rätselhaft sind die Temperaturschwankungen dieser Strahlung, die aber prinzipiell mit der Theorie vom sich immer schneller ausdehnenden Universums erklärbar sind. Penrose bietet eine alternative Erklärung: Kreisförmige Temperaturunterschiede könnten indirekte Signale von Kollisionen supermassiver Schwarzer Löcher aus früheren Äonen sein.

Genau über diese unorthodoxe Idee hat er mit seinem armenischen Kollegen Vahe Gurzadyan vor zwei Jahren einen Artikel bei der Royal Society zur Publikation eingereicht. Bereits drei Mal hätten die Gutachter immer wieder neue Einwände geäußert. "Aber vielleicht klappt es ja beim vierten Mal", sagt Penrose - nicht wirklich allzu frustriert. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, 05.12.2012)

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War ein sehr interessanter Vortrag, erst beim Neustart einer neuen "Ära" hat er mich verloren.

Leider was die Audioqualität recht schlecht bei der Übertragung in den 2ten Hörsaal.

Das ist mittlerweile eh hinlänglich bekannt, daß man bei Penrose-Vorträgen in Wien prinzipiell mindestens eine Stunde vorher dort sein muß, weil es keine geeignet großen Hörsäle gibt (oder zumindest niemand auf die Idee kommt einen solchen zu reservieren). Diesmal kam noch dazu, daß vorher der Vortrag von Renate Loll war und demnach der Hörsaal weit früher schon mehr oder weniger voll war (glücklicherweise kann man sich immer noch auf die Buffet-Geilheit der Vortragsbesucher verlassen, sodaß man in der Pause zwischen den Vorträgen gegen verzicht auf ein Glas Orangensaft leicht einen Platz bekommt *eg* ).

Sorry Mr. Penrose, aber viele ihrer Aussagen "Hinter dem Universum muss ein Sinn stehen", "String-Theory hat mit Physik nichts zu tun", "Information wird auf jeden Fall bewahrt"...

...verstehen sie mich nicht falsch, aber solche Aussagen entbehren jedweder faktischen Grundlage. Es KANN sein dass sie stimmen (genau wie Russels Teapot da sein KANN) aber sie haben dafür keine Belege, genausowenig wie für ihr Quantenhirn.

Es hinterlässt den üblen Nachgeschmack, dass dies Aussagen eines alten Mannes sind, der mit dem unausweichlichem nicht fertig wird, und sich in reinkarnistische Heilsversprechungen flüchtet. Ich schätze Mr. Penrose, aber so klingt es nun mal.

Das mit der Stringtheorie kann man mal beiseite lassen,

aber muss jeder Physiker ein Atheist sein? Ist das Voraussetzung? Soll er doch an einen Sinn hinter dem Universum glauben? Was ist daran verwerflich?

Zunächst mal...wo hat er jemals gesagt dass das "hinter dem Universum" Gott sein soll?

Er hat von einem Sinn gesprochen, einer inhärenten Daseinsberechtigung. Mit keinem Wort hat er eine höhere Macht, einen intelligenten Designer oder sonst einen irren Hokuspokus erwähnt.

Das ist so eine erbärmliche Eigenschaft von euch Gläubigen...ihr glaubt ein universelles Anrecht auf so ziemlich alles zu haben, ausser es wird euch eindeutig das Gegenteil bewiesen.

NEIN! Ihr seid NICHT der Weisheit letzter Schluss! In den Lücken der Physik ist kein Gott! Da ist nur noch mehr Physik, die noch nicht erforscht ist!
Und nicht jede Aussage die man theoretisch als Gläubig interpretieren könnte, ist automatisch ein Glaubensbekenntnis!

Checkt das endlich mal, wenn ihr wollt das man euch in 30 Jahren noch einigermaßen für voll nimmt!

Hey, wisch dir mal den Geifer vom Mund weg.

was los kiddy, keine vernünftigen gegenargumente?

Ich weiß nicht warum man so banale Tatsachen immer wieder erwähnen muß, aber anscheinend muß man:

Es gibt Leute die glauben an Gott und darunter sind welche, die Vollkoffer sind und welche, die das nicht sind.
Es gibt Leute die sind Atheisten und darunter sind welche, die Vollkoffer sind und welche, die das nicht sind.

Daher erübrigt sich weitere Diskussion mit Menschen wie dir, die nicht gelernt haben, dass man riesige heterogene Gruppen nicht auf ein Pauschaurteil runterbrechen kann.

Und es gibt Naturwissenschaftler die glauben an Gott und insofern sie an Gott glauben stehen sie mit ihrer eigenen Arbeit im Widerspruch.

Warum sind Naturwissenschaft und Glauben ein Wiedespruch?
Naturwissenschaft beansprucht doch gar nicht, Gott erklären, bzw. wegerklären zu können. Gott kannst du eh nicht wissenschaftlich beweisen oder widerlegen, ist doch eine Binsenweisheit eigentlich.

Naturwissenschaft kann Gott zwar nicht beweisen oder widerlegen aber sie kann ihn einfach wegreduzieren – und Dinge die keine Wirkung haben, existieren in der Naturwissenschaft nicht. Wer also an Gott glaubt, verläßt somit die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens.

Ich glaube nicht, dass sich die Kategorie der Naturwissenschaft hier anwenden lässt. Das ist ungefähr so, als ob du z.B. versuchst mit den Regeln, die bei einem Fußballspiel gelten, die sozioökonomische Strukturen der Stadt zu erklären, ...

... in dem das Spiel stattfindet.

Außerdem hieße ja, Gott mit Hilfe der Naturwissenschaft komplett wegzureduzieren, dass eben diese alle Fragen beantwortet habe. Selbst wenn wir nur bei all den offenen Fragen bleiben, die innerhalb der Naturwissenschaft existieren, so sind das doch auch schon enorm viele (und oft tauchen mit einer beantworteten Frage, x neue wieder auf).

Desweiteren ist es ja so, dass wenn wir Gott annehmen und diesem auch alle göttlichen Eigenschaften zuschreiben (sonst wärs ja wieder nicht Gott:-), so würde es diesen null interessieren, wenn du ihn komplett negieren kannst. Da er sogleich immanent und transzendent wäre, hat er ja natürlich auch die Fähigkeit gleichzeitig zu sein und nicht zu sein.

Doch, kann man.

Menschen die an Gott glauben, haben nachweislich (Warum nachweislich? Ganz einfach: Weil sie glauben) gelernt die Ratio zu ignorieren.

Wer nachweislich Logik und Vernunft ignoriert, den kann man als Gesprächspartner nicht mehr ernstnehmen, da man jederzeit davon ausgehen kann, dass er/sie etwas vollkommen unvernünftiges und unlogisches Tun wird.

Heterogenität heisst nicht automatisch Vorteil.

Danke, du kannst dich wieder setzen.

Ratio und Glauben an Gott schließen sich m.E. nicht aus. Auch die Vernunft/Ratio ist keine erhabene Entität, die einfach mal so aus sich selbst heraus existiert, auch sie entsteht durch gedankliche und ethische Konstrukte, von Menschen interpretiert,

umgedeutet, usw.
Die einzige endgültige ''Ratio'', wenn du so willst, nach der Menschen sinnvoll zusammenleben können, ist die ''Goldene Regel'', und rate mal wo diese das erste Mal so erwähnt wird.
Desweiteren ist auch die reine Logik nicht der Weisheit letzter Schluß, sonst würde sie ab gewissen Punkten nicht immer wieder in Paradoxa enden. Ratio kann transzendiert und in etwas Umfassenderes integriert werden, dass wäre dann eine mehr existenzialistische Ebene.
Auch Glaube ist nicht gleich Glaube, da gibt es tausende Facetten.
Noch eins zur Logik: Man kann ein Argument nicht mit sich selbst begründen :-). Deine Aussage ''Menschen die glauben, sind unvernünftig, weil sie glauben'' ist ein Zirkelschluß.

Und zu guter Letzt:

Meine Aussage ist kein Zirkelschluss, es ist die Zuschreibung einer Eigenschaft zu einer Personengruppe, aufgrund einer Tatsache deren nähere Begründung ich unspezifiziert lies.

"Wenn man glaubt ist man unvernünftig weil Glaube unvernünftig macht" <<< So sieht ein Zirkelschluss aus. Schreibs dir auf.

Meine Aussage ist deduktive Logik: Glaube ist etwas unvernünftiges. Ergo sind Menschen die Glauben unvernünftig. Hier ist keinerlei Zirkelschluss, denn den Grund warum Glaube unvernünftig ist, hab ich nicht angegeben. (750 Zeichen sind zuwenig)

Es ist schon lustig dass du dir anmaßt über Ratio und logisches Denken zu urteilen, und selbst nicht einmal diesen simplen Unterschied erkannt hast.

Naja, ich weiß ja nicht, vielleicht entgeht mir auch gerade der hauchfeine Unterschied, den du anzusprechen scheinst, aber du schriebst: ''Wer (Also die Gläubigen) nachweislich Logik und Vernunft ignoriert, ...'' ==> Aussage...(Begründung oder

angesprochener Nachweis fehlt erstmal (Wird auch übrigens eh schwierig jedem einzelnen Glaubenden das nachzuweisen:-))).
Dann sagst du außerdem: ''Warum nachweislich? Ganz einfach: Weil sie glauben''==> Begründung (nicht näher spezifiziert)
Nehm ich das zusammen, sagst du quasi: Glaubende sind unvernünftig! Warum? Weil sie glauben.
Das ist ungefähr so, wie wenn sage: Wasser ist naß! Warum? Weil es Wasser ist!.

Die Zuschreibung der Eigenschaft (Unvernunft), aufgrund der Tatsache (Glauben), wird von dir also schon (unspezifisch) begründet (wieder mit derselben Tatsache, also Glauben). Weiß nicht, dass ist keine Ableitung für mich sondern ein geschlossener Kreis.

Vielleicht raff ich aber gerade aber auch nicht,was du meinst. Bin grad eh müde

Du verwechselst was.

Nicht Glaube ist die Tatsache, dass Glaube mit Unvernunft einhergeht ist die Tatsache in meiner Aussage.

Und diese Tatsache habe ich nirgends näher begründet (Meiner Meinung nach entbehrt sie einer Begründung, da es nicht möglich ist bei rationalem Denken den Glauben zu halten, ich gebe zu, wollte ich sauber Durchargumentieren könnte ich jetzt einen kleinen Roman schreiben)

Daher: Deduktive Logik, kein Zirkelschluss. Die Unvernunft der Gläubigen durch den Glauben begründet, und dessen Unvernunft nicht erklärt. Offene Kette, kein Kreis.

Die Goldene Regel ist ein Konzept der Ratio, es ist ein evolutionär entstandenes Verhalten. Als wanderndes Kleinrottentier war es für unsere Vorfahren wichtig und für die Fortpflanzung von Vorteil, sozialen Zusammenhalt in Familiären Gruppen herzustellen und zu bewahren.

Weder in Zwischenstaatlichen Konflikten des Menschen, noch im Verhalten intelligenter Predatoren wie zb. des Orcas zeigt sich auch nur ein Hauch der GR.

Ratio kann in gar nichts "integriert" werden, schon gar nicht in säuselnde Heilsversprechungen, da sie das Mittel zum Allumfassenden Verständnis ist, nicht ein Teilaspekt desselben.

Ich antworte dir ein andermal hierauf. Generell ist es aber sowieso ein Problem sowas in 750 Zeichen-Postings zu diskutieren, sehr müßig irgendwie :-)

Schwerer Tippfehler meinerseits, es sollte heissen:

"Die Goldene Regel ist KEIN Konzept der Ratio"

Ich stell das lieber gleich richtig, denn man weiss ja wie gerne Gläubige Dinge aus dem Zusammenhang reissen oder versuchen ihren Glauben in Fehlern anderer unterzubringen.

Ich lass mir kurz von wikipedia helfen:

"Der Begriff Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung die Fähigkeit des menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten universelle Zusammenhänge in der Welt durch Schlussfolgerung herzustellen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln."

Das ist Ratio, und das ist erhaben, denn diese Punkte sind die Basis der Logik. 1 + 1 = 2, nicht weil ich daran GLAUBE, sondern weil es so IST.

Logische Paradoxa sind kein Beweis für die unanwendbarkeit der Logik, denn nur die Ratio und Logik erlaubt uns erst, ein Paradoxon zu konstruieren.

Und wenn du ein Beispiel für ein wirkliches paradoxon willst, dann google nach "Omnipotence Paradox".

Ich hab nie gesagt, dass logische Paradoxa ein Beweis für die Unanwendbarkeit der Logik sind, sondern ein Beweis (von vielen anderen) für die Grenzen der Anwendbarkeit der Logik.

''Omnipotence Paradox'' werd ich mal googlen wenn ich Zeit hab, klingt interessant.

"...für die Grenzen der Anwendbarkeit der Logik."

Eben nicht. Die Logik befähigt uns erst, ein Paradoxon überhaupt als solches zu erkennen, und weisst einen Weg es zu vermeiden, schlicht durch Ablehnung der zugrundeliegenden Hypothese.

"Diese Aussage ist falsch."
Der Klassiker...Die Logik erkennt es als undurchbrüchliche Schleife von Rückbezüglichkeit, und kann den Parameter der Brauchbarkeit generell ablehnen.

Man könnte auch sagen...ohne Logik gäbe es überhaupt keine Paradoxa, denn der reine Glaube würde die Aussage einfach schlucken, ohne sich je ihrer Schwäche bewusst zu werden. Wenn du inzwischen das Omnipotence Paradox gegoogelt hast, weisst du worauf ich hinauswill.

Paradoxa sind keine Grenzen der Logik, sie sind ein Beweis für ihr Funktionieren.

zitat von feynman zur stringtheorie "ich halte das für unsinn"

die stringreligi...äh theorie liefert keine einzige, experimentell belegbare vorhersage - rangiert also, was die überprüfbarkeit betrifft auf einer ebene mit gott - und wird von ihren vertretern ähnlich verteidigt wie der glaube von der kirche - aber keine sorge, die loop-quanten religion ist um nix besser, darum akzeptieren sich die vertreter dieser theologien auch gegenseitig, und werden nicht müde sich gegenseitig honig ums maul zu kleistern...

auf dem holzweg durchs universum . oft im irrtum, nie im zweifel, und die einzige arbeit besteht momentan darin, sich per mathematischer gehirnwixerei jeglicher überprüfung zu entziehen

Der Unterschied zu Ihnen ist aber, daß Feynman sich etwas dabei denkt, wenn er so etwas sagt und auch NATURWISSENSCHAFTLICHE Argumente dafür bringt (resp. Verwendung der Vergangenheit, weil Feynman leider nicht mehr lebt).

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