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In Salzburg demonstrierten mehrere tausend Landesbedienstete gegen die Nulllohnrunde, die die Bundes- und die meisten Landesregierungen ausgemacht haben (analog zu einer Nulllohnrunde im Bund). Sie wollen eine Inflationsabgeltung von 2,8 Prozent und lehnten eine angebotene Einmalzahlung von 8,4 Millionen Euro ab.
Ähnliches tut sich in Wien, wo die Gemeindebediensteten der Nulllohnrunde nicht zugestimmt haben, es aber noch nicht zu Aktionen kam. Auch in anderen Bundesländern herrscht Unmut, wobei das hauptsächliche Argument ist, dass wichtige Leistungsträger wie Krankenhauspersonal, Kindergärtnerinnen, Rettungsfahrer etc., die nicht zu den Großverdienern zählen, ein "Sonderopfer" (so ein Gewerkschaftsfunktionär) bringen müssten. Zumal auch etliche Kommunen, wie z. B. Linz, sich auf ziemlich wahnsinnige Spekulationsgeschäfte eingelassen haben.
Das ist absolut einsichtig. Hier müssen wertvolle Mitarbeiter in Zeiten relativ hoher Inflation auf einen Teuerungsausgleich verzichten. Allerdings: Das Land Salzburg hat einfach kein Geld. Das Land Steiermark hat schon überhaupt kein Geld. Und bei der Gemeinde Wien wird es auch langsam brenzlig - wie diverse Sparbeschlüsse (größere Serviceintervalle bei der U-Bahn), saftige Gebührenerhöhungen und eine Rekordverschuldung zeigen.
Bund und Länder haben eine Bremse bei den Gehältern ihrer Bediensteten beschlossen, weil sie fürchten, sonst ins Visier der Finanzmärkte zu geraten. Es ist kein besonders weit verbreitetes Wissen, aber etwa die staatlichen Zuschüsse zum Pensionssystem werden zu einem beträchtlichen Teil auf den internationalen Finanzmärkten finanziert. Die Pensionen werden zum Teil auf Schulden bezahlt. Österreich ist in Europa zwar noch unter den besser eingestuften Schuldnern, aber "die Märkte" sind kritischer geworden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, ist fast irrelevant; sie sind es einfach.
Und dann gibt es noch etwas zu bedenken: Die öffentlich Bediensteten, die jetzt demonstrieren, haben eine sehr hohe Arbeitsplatzsicherheit. Es gibt aber nicht nur den geschützten Sektor.
Im ungeschützten Sektor, in der Privatwirtschaft, wehte in den vergangenen Krisenjahren ein kalter Wind, und er dürfte angesichts des Konjunktureinbruchs im nächsten Jahr wieder auffrischen.
Im privaten Sektor sind Sparmaßnahmen an der Tagesordnung - bis hin zu Gehaltskürzungen. Das bekannteste, aber nicht das einzige Beispiel ist die AUA, deren Belegschaft ziemliche Opfer bringen musste. Nicht nur durch Gehaltseinbußen, sondern auch durch Arbeitsplatzverlust. Davon sind übrigens auch die Medien betroffen.
Ob Bund, Länder und Gemeinden in den letzten zehn, zwanzig Jahren die Personalkosten zu stark ansteigen haben lassen, darüber kann man streiten. Unbestreitbar ist aber, dass sie auf jeden Fall in ihrer Ausgabenpolitik zu verschwenderisch waren: bei Förderungen, fragwürdigen (Groß-)Projekten, bei der ganzen Landesfürstenherrlichkeit. Das rächt sich jetzt auch und gerade an den Beziehern mittlerer Einkommen. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 5.12.2012)
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also die Summe aller Güter und Dienstleistungen in diesem wie auch (voraussichtlich) im kommenden Jahr.
Verteilen wir doch einfach diesen Zugewinn an alle!
Dann muss niemand Kürzungen hin nehmen.
Oder könnte es sein, dass es diesen Zuwachs entweder überhaupt nicht gibt oder wird dieser unter einer kleinen Gruppe von Verschwörern zu Lasten der Allgemeinheit auf geteilt?
Was passiert mit dem (angeblichen) Wirtschaftswachstum?
Hat der Staat einen Gewinn, wenn er die Löhne der Staatsbeamten erhöht, weil er dadurch Steuern gewinnt?
Nein, weil er ja auch die hohen Löhne und Nebenkosten erst zahlen muss.
Hat der Staat einen Gewinn, wenn er die Pensionen erhöht und weiterhin seiner pensionierten Staatlichkeit fürstliche Ruhegenüsse auszahlt?
Nein, weil das sind ebenfalls viel weniger Einnahmen als Ausgaben!
Hat der Staat einen Gewinn, wenn er die Löhne der LehrerInnen oder städtischen KindergärnerInnen erhöht?
Nein, weil das sind ebenfalls viel mehr Ausgaben!
Wer finanziert also den Staat dann?
Die Realwirtschaft und die Finanzwirtschaft auf die Steuern erhoben werden, wobei viele Banken vom Staat wieder gestützt werden.
Dieses Konjunkturtief wird sehr spannend :{)
man sollte den herrschaften durchaus mal mitteilen das es in den meisten kollektivverträgen keine inflationsabgeltung gibt. wenn, dann bestensfalls für die mindestlöhne. wenn überhaupt.
metaller sind zwar immer in den headlines, aber die sind gemeinsam mit einer handvoll anderer auch schon die einzigen die ist-lohnerhöhungen erhalten. der rest darf selbst schauen wo er bleibt.
Dann sollte man aber auch die Realität sehen, dass von der Londoner City über die Zürcher Bahnhofstraße bis zur Akropolis der Sektor der Milliardäre und Millionäre jener ist, der heutzutage den größten Schutz aller machthabenden politischen Kräfte genießt.
Also ich habe hier nur Daten der Statistik Austria von 2009 gefunden...
Männer/Frauen/Bruttojahreseinkommen in EUR
153.892/40.662=31.716,--(m)/32.155,--(w)
http://www.statistik.at/web_de/st... index.html
wenn sich mehrheiten nur mehr ausgehen wenn pensionisten und beamte bedient werden, einfach weil beide gruppen zu gross geworden sind (keine privatisierung, sinkendens pensionsantrittsalter trotz steigender lebenserwartung) und zu keinerlei Zugeständnissen bereit sind (Rhetorik Blecha!, Khol!!), dann geht das Land den weg Griechenlands (oder Portugals je nach Geschmack).
Unweigerlich.
Bevor's den beiden Gruppen klar wird, wird's noch steigende Steuerlasten geben & damit zu hohe Produktionskosten. Derzeit durch den niedrigen € ein beschönigtes Bild; mit dem Ende des € wird/würde sich das geben und ins Gegenteil verkehren, dann gehts schnell... und unweigerlich ins unkontrollierbare: Unternehmen werden abwandern > Steuerausfall...
man muß zwischen aktivlöhnen und pensionen trennen (nämlich auch bei den gehaltsverhandlungen).
in sachen pensionen sind die öffentlichen bediensteten privilegiert. hier sollte es auf jahre hinaus keine erhöhungen geben.
einstiegsgehälter hingegen sind teils erschreckend niedrig. diese lohnkurve ist ein skandal. hier müssen sehr wohl hohe abschlüsse her.
"median" klingt irgendwie cooler als durchschnitt oder arithmetisches mittel. hier ist der begriff jedoch sachlich falsch, sorry. Welchen Sinn soll es machen, Mediane zweier Gehaltsgruppen zu vergleichen. Es interessiert sie ja nicht, wieviele mehr oder weniger hinsichtlich eines Wertes X verdienen, sondern wie hoch das Mittel aller Werte ist. Sonst haben sie leider nix zu vergleichen.
bereinigt um unterschiede in ausbildung, arbeit und teilzeit.
im durchschnitt sind beamte auch besser ausgebildet, und - da kaum mehr pragmatisiert wird - auch älter. und arbeiten seltener teilzeit. aber das haben sie im median sicher berücksichtigt.
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