Glatter Schnitt

Ansichtssache | Doris Priesching, 4. Dezember 2012, 18:50

Am Schluss wich medizinische Faktentreue wieder einmal den Effekten: Kein Hüsteln hinderte Dr. Gregory House beim Lebensresümee. Von Rauchgasen unbeleckt, halluzinierte sich der mit seinem Leben abschließende Mediziner im Flammenmeer mit freiem Atem und klarer Sicht durch die letzte Folge.

foto: orf/universal

"Echte" Mediziner halten Dr. House trotzdem für jene TV-Serie, die das US-amerikanische Krankenhaussystem am realistischsten abbildete. Das ist bemerkenswert, denn während auf der einen Seite großer Wert auf die faktentreue Darstellung exotischer Krankheiten gelegt wurde, pflegte der Doktor in den OP zu spazieren, um dort handschuh- und mundschutzfrei Infusionsnadeln zu legen und glatte Skalpellschnitte zu vollziehen.

foto: orf/universal

Als realistisch werden die verhältnismäßig spärlichen Begegnungen zwischen Arzt und Patient gewertet sowie die Tatsache, dass die Betreuung der Kranken von diesen weitgehend abgekoppelt stattfindet.

foto: orf/universal

In US-Spitälern findet ein sehr viel intensiverer Dialog unter den Ärzten über Behandlungsmethoden statt als hierzulande. In keiner anderen TV-Serie wurde so konzentriert im Hintergrund diagnostiziert und therapiert. Dass es dabei einen Zyniker wie House brauchte, der Schwung ins Geschehen bringt, dafür waren Realmediziner und Realpatienten über acht Staffeln dankbar.

foto: orf/universal

Schließlich ist nichts unerträglicher als übertriebenes Pathos. Und wenn auch die letzte Folge auf ORF 1 nicht ganz frei davon war, so war der Abschied doch voll grimmiger Poesie. Dass der Selbstmordversuch missglückt, war konsequent: Der Tod bringt den vom Leben abgebrühten Existenzen keine Erleichterung, weil sie den Unterschied in der Hölle kaum bemerken würden. (Doris Priesching, DER STANDARD, 5.12.2012)

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22 Postings
Eigentlich

waren nur die ersten drei Staffeln wirklich gut und die vierte konnte man sich auch noch ansehen.

Die ersten vier Staffeln waren ganz gut, dann hab ich es selbst nicht mehr so stark mitverfolgt. Das Ende hat mir aber doch irgendwie gefallen, auch wenn es traurig war.

Am besten gefiel mir Dr. Haus - Bindestrich - Meister

von den Scrubs

Langweiliges und trauriges Ende. Mir fehlte der unterschwellige Humor und die bissige Ironie.

Selbstmordversuch mit unterschwelligem Humor und bissiger Ironie?

Klingt irgendwie unglaubwürdig ...

Mag sein, aber es war immerhin Dr. House ...

Gute Serie..

..die Gott sei Dank endlich ein Ende hat.

Letztlich war es dann doch nur mehr "more of the same" und wurde, wie schon vom Vorposter bemerkt, ab Staffel 3-4 relativ schnell öde.

MMn hat der Folge für ein richtiges Serienfinale etwas gefehlt.

Die Folge ist mir eher wie ein Staffelfinale vorgekommen wo es in ein paar Wochen mit der nächsten Staffel wieder weiter geht.

ranking

1) Professor Brinkmann
2) Nurse Jackie
3) Krankienhaus am Rande der Stadt
4-1111

1112) Hause

"Hause" kenn ich garnicht, muss ich mir auch einmal anschauen

herr ullram nach hause telefonieren....

Wahnsinn

1) dass Sie überhaupt bis zu eintausendeinhundertzwölf Serien kennen.
2) dass Sie überhaupt so schlechte Serien kennen.

der standard

laesst das spoilern nicht ;(

danke

Die letzte Folge wurde einen Tag vor dem Artikel ausgestrahlt.

Also...

... ich werde ihn vemissen *schnief*
bye, bye Greg....

Ich fand die ersten 3 Staffeln genial. (Natürlich nur in englischer Originalsprache)

Ab der 4. Staffel war es dann leider vorbei für mich. Mit dem "neuen Team" ging es rasant bergab.

Leider.

Leider wahr. Meiner Meinung nach war ja der große Fehler das sie sich dann im Metaplot zu ernst genommen haben und dann "realistisch" werden wollten. Absolute Tiefpunkte IMO die defacto "Einer Flog über das Kuckucknest"-Verhöhnung und die Knastgeschichten. Die hätten bei ihren Leisten bleiben sollen (interessant, abgedrehte medizinische Fälle).

same here

david morse war der beste Gegenspieler

true

war die beste Staffel :-)

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