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vergrößern 500x450"Es kann nicht genug Kampagnen geben."
Standard: Ist die Tötung des niederländischen Linienrichters in Almere durch jugendliche Fußballer ein besonders brutaler Einzelfall oder steckt mehr dahinter?
Sedlacek: Ich kenne die Details und die genauen Umstände nicht. Aber es wurde sicher eine neue Dimension erreicht, ich bin schockiert. Trotzdem halte ich dieses Verbrechen für einen Einzelfall.
Standard: Hat es also nichts mit Fußball zu tun?
Sedlacek: Das kann so man nicht sagen, es ist ja bei einem Fußballspiel passiert. Die Tat war nicht untypisch für die gesellschaftliche Entwicklung. Menschen werden an Straßenbahnhaltestellen verprügelt und niedergetreten, oft kennen die Täter die Opfer nicht. Wir alle, speziell Eltern und Lehrer, sind gefragt, wie man dieser Verrohung entgegenwirken kann.
Standard: Und wie?
Sedlacek: Durch Aufklärung, wir dürfen nicht lockerlassen.
Standard: Die Tat ist im Amateurbereich passiert. Sind Schiedsrichter in Unterligen stärker gefährdet als im Profigeschäft?
Sedlacek: Möglicherweise. In den Profiligen ist das Polizeiaufgebot groß, die Spieler halten sich an Regeln, belassen es meist bei tolerierbaren Emotionen. Die Gefahr kommt von außen. Im schlimmsten Fall wirst du von einer Leuchtrakete getroffen. Oder Bierbecher werden auf dich geschossen. Trotzdem sind das keine Kavaliersdelikte. Es darf keine Hetz sein, Gegenstände auf Menschen zu schmeißen. Nirgendwo auf der Welt ist das lustig.
Standard: Sie pfiffen am Beginn Ihrer Laufbahn natürlich auch in Wiener Unterklassen. Haben Sie Gewalt auf diesen Nebenschauplätzen direkt erlebt?
Sedlacek: Manchmal wurde man gerempelt, andere Kollegen wurden von Hobbyspielern auch schon ins Gesicht geschlagen. Ganz selten musste die Polizei gerufen werden, die hat dann für Ordnung gesorgt. Meistens war ein falscher oder auch richtiger Elferpfiff der Auslöser. Oder eine rote Karte. Aber die Vorfälle waren und sind überschaubar, das ist kein Massenphänomen, sondern eine Seltenheit. Die betroffenen Spieler werden übrigens vom Verband für Jahre gesperrt oder gänzlich ausgeschlossen, da sind wir rigoros. Ich bin überzeugt, dass die positiven Seiten im Sport weit überwiegen. Gerade für Kinder und Jugendliche ist er wichtig. Prinzipiell löst er eher Probleme, als er welche schafft.
Standard: Müssen Schiedsrichter Angst haben?
Sedlacek: In Österreich nicht. Es ist nach wie vor nicht notwendig, bei Kinderturnieren eine Security anzufordern. Es gibt also noch Hoffnung. Schiedsrichter dürfen sich nach wie vor Fehler leisten.
Standard: Ist der Profifußball nicht doch gefragt? Von wegen Vorbildwirkung. Auch er hat mit Gewalt in der Fanszene zu kämpfen.
Sedlacek: Ja. Es kann nicht genug Kampagnen geben. Respekt und Fair Play müssen immer wieder gepredigt, Rassismus muss bekämpft werden. Alle Beteiligten, zum Beispiel die Trainer, sollten sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sein. Man sollte genau überlegen, was man in Mikrofone sagt. (Christian Hackl, DER STANDARD, 5.12.2012)
Robert Sedlacek (57) war 27 Jahre lang (bis 2001) Schiedsrichter, national und international. Er ist seit Februar 2010 Präsident des Wiener Verbandes und Vorsitzender der Schiedsrichterkommission des ÖFB.
Herr Sedlacek, Ihren Aussagen kann ich nur zustimmen, Aggression gegenüber dem Schiedsrichter wird und gehört strikt geahndet.
Darüber hinaus sehe ich einen weiteren Problempunkt, nämlich die Aggression der Spieler untereinander. Vor allem in den untersten Klassen, also im absoluten Amateurbereich, werden gesundheitsgefährdende Fouls nicht streng genug bestraft. Die Spieler, die Fußball aus Spaß und ohne finanzielles Interesse spielen, riskieren dabei ihren Job, wenn (die meist ohnehin bekannten) Brutalos die Grätsche auspacken.
Es gab in den letzten Jahren Initiativen zu verschiedenenThemen (Einwürfe, Farben von Radlerhosen,...) - ist es vielleicht an der Zeit, einmal die Ahndung böser Fouls in den Fokus zu rücken?
Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen wird schweren Verletzungen vorgebeugt, bzw. werden entsprechende Fouls zumindest geahndet. Auf der anderen Seite werden sich auch die Konfliktsituationen mit den Schiedsrichtern eindämmen - vorausgesetzt, die schärfere Gangart wird im Vorhinein kommuniziert.
Die Mehrzahl der Spieler, da bin ich überzeugt, steht durchaus dahinter, gegen "Haxenbrecher"-Fouls hart und mit Ausschlüssen durchzugreifen. Ich sehe nämlich nicht ein, warum gesundheitsgefährdende Fouls stets nur mit Ermahnungen abgetan werden - eine Beschwerde darüber aber beinahe unweigerlich eine gelbe Karte zur Folge hat. Mit Nachlässigkeit bei grobem Foulspiel tun die Referees niemand einen Gefallen.
Mit besten Grüßen
Leider nein. Die Mehrheit der Spieler steht dahinter, Brutalofouls der GEGNER hart zu bestrafen. Eine direkte Rote fuer ueberhartes Einsteigen fuehrt vor allem in niedrigeren Spielklassen sehr, sehr hauefig zu Ueberreaktion. Eine Mannschaft kreischt nach der roten, die andere umringt den Schiri der offensichtlich voreingenommen ist.
Rote und Elfer tun das wie Sedlacek richtig sagt. Abseits sehr, sehr selten.
Frage : Warum soll sich ein als notorischer Rabauke
bekannter Fan oder eine längst als unverbesserliche
Radaubruderschaft ausgewiesene Fan g r u p p e
an die im Sport immer wieder beschwörend strapa-
zierten Fairplay- und Anstandsregeln halten,
wenn sich zur gleichen Zeit (und zumeist auch
im identen Zusammenhang) vorgeblich honorige
Leitmedien, vorgeblich seriöse Pressedienste
und ein in Sachen Fußball besonders auflagen-
spekulativer Boulevard
aus wirtschaftlichen Eigeninteressen und/oder
journalistischer Freunderlwirtschaft diesen
Kategorien Woche für Woche hartnäckig verweigern ?
Warum sollen die Fans auf den Tribünen einer im
Cup engagierten Provinztruppe Trainer und Spieler
der prominenten Gastmannschaft nicht mit Bier
und rassistischen Schmähungen zuschütten
wenn sie damit rechnen können, dass Funktionäre
und eigennützig orientierte Meinungsmacher
in Anbetracht einer mit journalistischen Mitteln
immer wieder zum landesweiten Gott-sei-bei-uns!
und (Rhetorik)Prügelknaben stilisierten Gast-
mannschaft (Stichwort : 'Geld gewinnt keine Spiele')
mit halbherzigem Achselzucken (und insgeheimer
Schadenfreude?) schon am nächsten Tag wieder
zu ihrer obligat großstadtlastigen Tagesordnung
zurückkehren ?
Und warum sollen längst einschlägig bekannte
Tendenzschiedsrichter nicht weiterhin ihren
persönlichen Präferenzen oder dem Willen des
Heimpublikums nachgeben, wenn diese Notoriker
immer wieder in für sie völlig ungeeignete Spiel-
konstellationen abkommandiert - und/oder von
einseitig interessierten Medien durch wohlwollendes
Beiseiteschauen insgeheim darin auch noch
bestärkt werden ?
Der aktuellste Nachweis für diese sportunwürdige,
und von emotional anfällige Fans bewusst oder un-
bewusst zum Vorbild genommenen Sittenbild
im heimischen Fußball :
Die Heimmannschaft dominiert das 'Topspiel der
Saison' über 70 Minuten nach Belieben - während sich
der souveräne Tabellenführer auf destruktiven Angsthasenkick zurückzieht.
Angesichts der Tabellensituation durchaus verständlich und legitim !
Aber was macht der aus dem Ländle herbeigerufene
Chefkommentator aus dieser Konstellation ?
Er beginnt schon nach etwas mehr als 10 Spiel-minuten damit, das drastisch überlegene Spiel der
Heimmannschaft systematisch herabzuwürdigen,
einzelne - für heimische Verhältnisse fast schon
'übertalentierte' Topkicker (Mane, Soriano, Kampl, Walke) an punktuell und mutwillig herausgepickten
Einzelaktionen völlig übertrieben zu kritisieren
und die überlegene Heimmannschaft und das Spiel insgesamt mit Blickrichtung auf das am Bildschirm
versammelte Wiener Fan- und Quoten!potenzial
vorsätzlich krank zu sudern.
Diese nicht zuletzt auch in kleinkarierter Senderpolitik
begründete Vorgangsweise setzt sich mit Hilfe
tendenziell gleichgeschalteter Pausenhelfer und einseitig bebilderter/kommentierter Zusammen-
fassungen bis nach dem Spiel weiter fort.
(Und wer's nicht glaubt, der möge sich bei der
nächsten - inzwischen leider etwas verstümmelten -
ORF SPORT+ Wiederholung aus eigener Sicht
davon überzeugen.)
Die Schlussfolgerung für einschlägig anfällige
Fans aus diesen mutwillig-unkorrekten Beispielen :
Wir dürfen Bierschütten und notfalls auch einmal
gewaltsam Hinhauen, weil es DIE DA OBEN mit ihren
zwar etwas subtileren - im Prinzip aber nicht viel
weniger unlauteren/unfairen/unkorrekten Mitteln
und Methoden genauso machen...
Wie bitte, Herr Sedlacek?
Warum sagen Sie sowas?
Sie wissen es besser, an jedem Wochenende gibt es gröbere Vorkommnisse. Und wenn ein 15jähriger für das Fingerzeigen und "Oaschloch"-Sagen zum Schiri für eine Gelbe sowie der Drohung mit Gewalt nach der Roten Karte drei Spiele Sperre bekommt, dann ist dasd kein rigoroses Durchgreifen. Wenn ein Spieler, der zudem mit dem Spielerpaß seines Bruders aufgelaufen ist, weil er selber gesperrt war, nach einer Insultierung fünf Spiele Sperre bekommt und der Verein (als Wiederholungstäter!) 100,- Teuronen Strafe, dann ist das nicht rigoros. Und so weiter, und so fort, die Zahl der Beispiele ist Legion. Verpopschen Sie doch nicht die Menschen, Herr Sedlacek, sondern tun Sie etwas!
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