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Politikwissenschafter Peter Pulzer, Nobelpreisträger Walter Kohn und Rektor Heinz Engl.
Wien - Die Universität Wien hat am Dienstag drei in ihrer Kindheit von den Nationalsozialisten aus Wien vertriebene "Weltstars der Wissenschaft" geehrt. Der kanadische Chemiker und Unternehmer Alfred Robert Bader (88), der US-Physiker und Chemienobelpreisträger Walter Kohn (89) und der britische Historiker und Politikwissenschafter Peter George Julius Pulzer (83) erhielten "in Anerkennung ihrer bahnbrechenden wissenschaftlichen Leistungen", so Rektor Heinz Engl, Ehrendoktorate der Universität. Bader konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich aus den USA zu der Verleihung anreisen.
Die Uni Wien zählt Bader, Kohn und Pulzer gemeinsam mit dem Chemiker und Entwickler der Antibaby-Pille, Carl Djerassi, in Anlehnung an einen im Vorjahr erschienenen Dokumentarfilm gleichen Titels zu den "Vier Weltstars der Wissenschaft", die ihre Wurzeln in Wien haben und aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1938/39 von dort vertrieben wurden. Djerassi wurde bereits vergangenen Juni zum Ehrendoktor der Universität Wien ernannt.
Engl bedankte sich bei den Laureaten, dass sie die höchste akademische Ehrung, die die Uni vergeben kann, angenommen haben - "das ist keine Selbstverständlichkeit angesichts dessen, was Ihnen hier in Wien angetan wurde". Schon ihre frühen wissenschaftlichen Leistungen würden den "ungeheuren intellektuellen Aderlass" zeigen, der durch ihre Vertreibung "durch österreichische und deutsche Nationalsozialisten" verursacht wurde.
"Es ist noch viel Arbeit zu tun", sagte Kohn zur Vergangenheitsbewältigung in Österreich und erinnerte daran, dass noch vor einigen Jahren einer Lehrerin am Akademischen Gymnasium in Wien, seiner ehemaligen Schule, ein Erinnerungsprojekt nicht genehmigt worden sei. Gleichzeitig zeigte er sich aber "über die vielen interessanten Bemerkungen" in den Laudationes "überrascht", in denen die furchtbaren Erlebnisse seiner Kindheit angesprochen wurden. "Das ist der Weg in die Zukunft, ehrlich und einfach darüber zu sprechen", sagte Kohn.
Pulzer verwies auf die "multiplen Identitäten", die sich junge jüdische Österreicher im Laufe des 20. Jahrhunderts angeeignet hätten. Er habe 73 seiner 83 Lebensjahre in England verbracht, "ich bin dort nicht im Exil, ich habe dort eine neue Heimat gefunden." Seine Verbindung zu Wien würde manches Erfreuliche und manches weniger Erfreuliche enthalten. Die unerfreulichen Erinnerungen würden aber durch die Freundschaft vieler junger Kollegen hier wettgemacht. "Ich fühle mich in Wien, wenn auch nicht zu Hause, so doch wieder willkommen", so Pulzer.
Walter Kohn wurde 1923 in Wien geboren. So wie Bader floh er mit einem Kindertransport nach Großbritannien und wurde von dort als "Enemy Alien" nach Kanada gebracht. Zwei Jahre später kämpfte er für Kanada mit den Allierten. Er studierte Mathematik und Physik, 1948 wurde er in Harvard promoviert. 1959 veröffentlichte er seine Entdeckung zur Kohn-Anomalie. 1979 wurde er Professor an der University of California, Santa Barbara, wo er auch emeritierte. Gemeinsam mit John A. Pople erhielt er 1998 für die Entwicklung der Dichtefunktionaltheorie den Chemie-Nobelpreis. 2011 wurde Kohn Ehrenmitglied der ÖAW.
Peter George Julius Pulzer wurde 1929 in Wien geboren und floh 1939 mit seiner Familie nach Großbritannien. Er studierte an der Universität Cambridge Geschichte und wurde 1960 promoviert. Im Jahr 1964 erschien sein Standardwerk der Antisemitismusforschung "The Rise of Political Anti-Semitism in Germany and Austria". 1985 wurde Pulzer an die Universität von Oxford berufen, wo er auch emeritierte. Pulzer ist Vorsitzender des Leo Baeck-Instituts in London, einer Dokumentations- und Forschungsstätte für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums.
Alfred Robert Bader wurde 1924 in Wien geboren. Ende 1938 floh er mit einem Kindertransport nach Großbritannien und kam als "Enemy Alien" in ein kanadisches Kriegsgefangenenlager. 1941 begann er an der Queen's University in Kingston (Kanada) das Studium der Technischen Chemie und machte 1950 in Harvard sein Doktorat. Er war Gründer und Präsident der Firma Sigma-Aldrich, einem der weltweit größten Produzenten von Forschungschemikalien. Als Kunstsammler und Mäzen finanziert er zusammen mit seiner Frau Isabel Projekte aus Kunst und Naturwissenschaften. Mit seiner Unterstützung wurde an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) der Ignaz L. Lieben Preis wieder eingerichtet. (APA, 4.12.2012)
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Stimmt, ich bin in gewsissem Sinne einer von ihnen, wobei ich aber nicht darüber enztscheiden möchte, ob ich hochintelligent bin. Aber die Umstände dieser Vertreibung sind halt schon ganz andere, weil um mein Leben rennen habe ich nicht müssen, nur um meine wissenschaftliche Existenz. Dasist am Ende halt harmlos.
ich habe ja eh gesagt, dass ich nicht entscheiden möchte, ob ich hoch intelligent bin (und wahrscheinlich auch nicht wirklich so ganz bin). Das gilt ja auch für die meisten anderen, die laut Vorposter aus Wien von der Unipolitik vertriebeb werden. Um was es mir ging, sind die Umstände der Vertreibung. Die waren im übrigen auch für die weniger intelligenten in der Nazizeit schlimm, weitaus schlimmer als was uns heute widerfährt, ob intelligent oder nicht.
Da eh niemand weiss, wer ich bin (hoffe ich), ist selbst wenn sie mich missvertsehen wollen, hier keine Selbstbweihräucherung gegeben. Was habe ich denn davon, wenn Sie mich jetzt für dumm oder hochintelligent halten?
Der Dokumentarfilm "Vertreibung der Intelligenz" über das Leben der 4 Wissenschaftler ist besonders empfehlenswert !! hier erhältlich: http://www.filmdelights.com/films/eviction/
es zeugt von persönlicher größe, wenn die geehrten sich über etwaige zuschreibungen hinwegsetzen und aktives gedenken fördern, indem sie die ehrungen entgegennehmen.
ein gemeinsamer weg der auseinandersetzung mit der vergangenheit hat mehr zukunft als ein beharren auf opfer-täter-zuschreibungen aller art.
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