Handyverbot am Rad fix: 50 Euro pro Vergehen

4. Dezember 2012, 15:38
  • Wer beim Radfahren telefoniert, muss ab Ende März 2013 mit 50 Euro Strafe rechnen.
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    foto: matthias cremer

    Wer beim Radfahren telefoniert, muss ab Ende März 2013 mit 50 Euro Strafe rechnen.

Radwegbenützungspflicht wird gelockert, Fahrradstraßen und Begegnungszonen werden eingeführt

Wien - Telefonieren beim Fahrradfahren ist künftig verboten. Die entsprechende Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist im Ministerrat beschlossen worden. Das darin enthaltene "Fahrrad-Paket" bringt zahlreiche Neuerungen für Radler. Ende Jänner soll die Novelle im Nationalrat beschlossen werden, am 31. März 2013 wird das neue Gesetz in Kraft treten.

Keine Änderungen bringt die Novelle bei der 0,8 Promille-Grenze für Radfahrer. Auch Nummerntafeln für Fahrräder wird es im neuen Gesetz nicht geben.

Die wesentlichen Inhalte, die umgesetzt werden:

  • Handyverbot: Am Fahrrad soll ein Handyverbot gelten, telefonieren mit Freisprecheinrichtung bleibt erlaubt. Das Strafausmaß orientiert sich an den Strafen für Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage (50 Euro), so Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) in einer Aussendung.
  • Fahrradstraßen: Künftig dürfen Straßenerhalter eigene Fahrradstraßen schaffen. Fahrradstraßen sind Straßen oder Straßenabschnitte, die Fußgängern und Radfahren vorbehalten sind. Autos sind hier nur ausnahmsweise - etwa für Zu- und Abfahren erlaubt. Ob und wo solche Fahrradstraßen tatsächlich geschaffen werden, obliegt den Städten und Gemeinden, die die örtlichen Gegebenheiten am besten kennen.
  • Begenungszonen: Das sind Bereiche, die von Fahrzeugen und Fußgängern gleichberechtigt im Mischverkehr genutzt werden können. Wichtig dabei ist: Vorrang haben grundsätzlich die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt dort 20 km/h, nur im Ausnahmefall, und wenn keine Verkehrssicherheitsbedenken dagegen stehen, sind auch 30 km/h erlaubt.
  • Radwegbenützungspflicht: In Einzelfällen wird die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht erlaubt. Wo es die Sicherheit und die Flüssigkeit des Verkehrs erlauben, sollen sich Radfahrer in den Autoverkehr einreihen dürfen - auch wenn es daneben einen Radweg gibt. (APA, 4.12.2012)
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Radwegbenützungspflicht: Es gibt ein ÖGH-Urteil von 1959 (!), das besagt, dass Radwege nur dann zu benützen sind, wenn sich diese in einem Zustand befinden, der eine gefahrlose Benützung gewährleistet.

Und einen Beisatz von 1993: "Es hängt sowohl vom Zustand des Radweges, als auch von der Art des Rades ab, ob im Einzelfall eine Verpflichtung zur Benützung eines Radweges besteht oder nicht."

Ich fahre im Jahr unfallfreie 6000 - 8000km mit diversen Rädern, so gut wie nie auf einem Radweg (zu gefährlich). Ich werde mich nicht unnötig selbst gefährden, das kann mir kein Gesetz vorschreiben.

Wer mit seinem Fahrrad innerstädtisch zwischen 30 und 40 km/h im Verkehr mitschwimmen kann, hat auf einem Radweg nix verloren!

Handyverbot am Fahrrad ist ok.

Ich hoffe nur, dass das Handytelefonieren ohne Freisprecheinrichtung im Auto ebenso gerahndet wird.
Weil das ist wohl um einiges gefährlicher.

Verboten ist das nämlich schon lang. Interessieren tut's keinen :-(

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen LKW-Fahrer gesehen habe, der beide Hände am Lenkrad hatte ...

Finde ich auch. Es ist so verdammt sinnlos, Verbote zu machen, wenn sie dann sowieso keiner beachtet.

Wieder einmal Steuergeldverschwendung in Reinform. Vielleicht sollte Österreich besser seinen enormen Schuldenberg mit dem für solche Blödsinnigkeiten aufgewendeten Geld begleichen?

Ich kann Steuerhinterzieher verstehen ;-)

wirds nicht

leider

bla bla bla Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist im Ministerrat beschlossen worden

bei allem Respekt aber was bringt es diverse Novellen zu beschliessen wenn sich die Radler generell über die StVO hinweg setzen ...

Leider ist es in Österreich generell sehr üblich, sich über die StVO hinwegzusetzen.

Denn als Radfahrer, der die StVO kennt und einhält, frage ich mich, warum man mich immer wieder abdrängt, auf meiner Fahrbahn steht oder man mir den Vorrang nimmt.

telefonierend mit rad am gehsteig bitte gleich € 150!!!!

spazierengehen auf dem radweg bitte auch gleich ein hunderter!

§67 (3)

"Radfahrer dürfen weder gefährdet noch behindert werden."

Irgendwie ist es traurig, dass man so einen Satz überhaupt in einen Gesetzestext schreiben muss...

Kontrolliert wird es dann auf der Donauinsel.

... weil es dort am meisten praktiziert wird ;-)

Minus mal Minus ist Plus...

Handyfonieren am Fahrrad war immer schon (de facto) verboten, jetzt verbietet man das Verbotene, ist es damit wieder erlaubt?

de facto verboten,

wie kommst drauf?

weil...

...es ja Bestimmungen gibt, die das einhändige Fahren verbieten (wegen Handzeichen, Bremsbereitschaft, "Fahrzeugkontrolle", etc.). Lernt man schon im Kindheitsalter...
...kümmert mich aber auch nicht. Vielleicht ist es eh besser mit dem Handyverbot, denn viel öfter habe ich die Kamera in der Hand, das ist ja dann nicht verboten :-)

es is nur verboten, freihändig zu fahren, nicht einhändig,

sonst könnte man ja gar keine handzeichen geben.

Freihändig - einhändig

Wenn man mit einer Hand telefoniert, kann man mit der anderen kein Handzeichen mehr geben. Ergo: Verboten.

es steht nix davon in der stvo, dass man grundsätzlich nix machen darf, währenddessen man momentan grad keine handzeichen geben kann.

was auch sinn macht, weil man ja auch ned ununterbrochen handzeichen geben muss. zB wenn man die praterhauptallee entlangfährt. und zur not kann man, falls man an extremer gesetzestreue leidet, immer noch das telefon wegschmeißen, um sein handzeichen zu geben.

ein radl mit rahmenschaltung dürfte man sonst ja auch gar nicht benutzen. da muss man schließlich auch eine hand vom lenker entfernen, um zu schalten, währenddessen könnte man kein handzeichen geben!

Verbote. Verbote. Verbote. Verbote. Verbote.

Darf ich mich noch an den Eiern kratzen beim Radfahren?
Ich könnte aber dann mit der anderen Hand aber nicht gut Handzeichen geben?
Freihändig fahren droht sowieso Führerscheinentzug oder?

Mit unseren Gesetzen wäre die Menschheit vor 1000 Jahren ausgestorben, da wette ich alles.

Kratzen ist nur eine temporäre Notlösung! Waschen, falls möglich täglich, wäre besser!

PS.: Mit Seife! ;)

Mit Verlaub - Ihr Skrotum interssiert niemanden

wenn allerdings jemand mit dem Handy in der Hand ein Rad lenkt, ist diese Person defacto sehr wohl abgelenkt und viel eher noch in seiner Fahrtauglichkeit beinträchtigt, als beim Auto fahren.
Ich bin auch kein Freund von jeglichem verbieten, aber gerade am Sektor der Verkehrssicherheit darf man hier schon mit Strafen drohen, weil es div. Dauertelefonierer sonst nicht schnallen.
Knopferl ins Ohr, und gut is, daher kann niemand über mangelnde Alternativen raunzen.

50 € sind aber viel zu viel - Wenn ein Autofahrer jemanden überfährt hat es sicherlich andere Konsequenzen als wenn ein Radfahrer macht. Es sollte hier doch diversifiziert werden. Bekomme ein Organmandat weil ich beim Radfahren aufs Handy geschaut habe (navi) Kann es nachvollziehen dass es u.U. gefährlich war (am meisten wahrscheinlich für mich) aber gleich 50-72€ ist doch übertrieben, oder?
Außerdem wusste ich auch nicht, dass bereits das Hantieren strafbar ist.

Heißt das,

es gilt weiterhin die Radwegbenutzungspflicht, außer es werden extra Ausnahmen festgelegt?
Klingt etwas kompliziert.
Wie werden die Ausnahmen gekennzeichnet?
Gibt es dann eine neue Verkehrstafel für Radwege ohne Benützungspflicht?
Fragen über Fragen.

Ich freu mich dann schon auf die vielen zusätzlichen Schilder:

* Radwegbeginn
* Radwegende
* Radwegbeginn ohne Pflicht
* Radwegende ohne Pflicht
* Radwegbeginn ohne Pflicht mit Zusatztafel nur am Samstag/Sonntag wenn kein Einkaufssamstag ausg. 8. Dezember

ja, super, der war echt gut.
Oder:
Radwegbeginn ohne Pflicht nur werktags für langsame Radfahrer

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