Chinesische Forscher entwickeln Gewächshaus für Mond- und Mars-Missionen

4. Dezember 2012, 13:58

System zum Gemüseanbau im Weltall nach eigenen Angaben erfolgreich getestet

Peking - Chinesische Forscher haben nach eigenen Angaben ein System entwickelt, das es zukünftigen Raumfahrern ermöglichen soll, auf dem Mars und auf dem Mond Gemüse anzubauen. Bei einem Probelauf in Peking seien vier Gemüsesorten in einem 300 Kubikmeter großen "ökologischen Lebenserhaltungssystem" (controlled ecological life support system, CELSS) gezogen worden. Mit dem Versuch, der seit 2011 läuft, wollten die Wissenschafter den dynamische Kreislauf von Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasser in einem abgeschlossenen System mit zwei Menschen und den Pflanzen untersuchen.

Nächster Schritt: Tiere als Fleischlieferanten

In Zukunft könnte ein derartiges in sich geschlossenes Gewächshaus Raumfahrer bei ihren Missionen mit Luft, Wasser und Nahrung versorgen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Das CELSS sei das Modell für ein chinesisches Astronauten-Lebenserhaltungssystem der dritten Generation. Ähnliche Systeme sollen auf Mars- und Mond-Stationen einmal Chinas Raumfahrer versorgen, erklärte der Forscher Deng Yibing vom Forschungs- und Ausbildungszentrum für Astronauten in Peking. In einer zukünftigen, erweiterten Variante wollen die Forscher auch Tiere als Fleischlieferanten und Mikroorganismen zur Abfallentsorgung implementieren.

China will im Zuge seines ehrgeizigen Raumfahrtprogramms kommendes Jahr erstmals ein Forschungsfahrzeug auf den Mond schicken. Langfristig ist auch eine bemannte Mondmission geplant. Bisher ist es allein den USA gelungen, Menschen auf dem Erdtrabanten zu landen, doch wurde das US-Weltraumprogramm zuletzt zurückgefahren. (APA/red, derStandard.at, 04.12.2012)

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24 Postings
Civilization

erinnert mich an das PC Game Civiliziation - keine Ahnung welche Version

Nur 300 m³?

Das scheint mir ziemlich wenig, um den Sauerstoff für 2 Menschen zu erzeugen.

Andererseits gibt´s auf dem Mond keine Bewölkung und es erreicht viel mehr Sonnenenergie den Boden.

Wird wohl mit künstlichem Licht simuliert worden sein.
Interessant wäre auch noch gewesen, ob man auch den Tag/Nacht-Zyklus des Mondes simuliert hat.
14 Erdentage Tag, 14 Erdentage Nacht verträgt sicher nicht jede Pflanze.

Nur 300 m³?

Eine chinesische Mondstation in 15 oder 20 Jahren

wär schon was. Vielleicht fängt der Rest der Welt dann auch wieder an sich für die Thematik zu interessieren.

das wäre fantastisch! wenn dort rohstoffabbau lohnt würden sicher auch viel mehr gelder für die forschung und weiterentwicklung aufgebracht werden.

Bei der Überbevölkerung in China, muss nach mehr Lebensraum gesucht werden.

Zu ihrer Information EW/km^2 für einige Länder:

China 140
Deutschland 230
Österreich 100
Bagladesh 965

china wird wegen deren gesetzlicher geburtenkontrolle immer kritisiert

Nette Idee aber wäre da eine rein vegetarische Ernährung für Astronauten zur Zeit nicht viel sinnvoller?
Warum Nutztiere am Mond/Mars züchten für was? Brauchen die nicht viel zuviel Energie und Wasser ?
Ich würde an deren Stelle erstmal das Gewächshaus perfektionieren und eins am Mond aufstellen und danach mir über andere Sachen gedanken machen ...

Da gibts schon recht interessante Ansätze: http://en.wikipedia.org/wiki/Aquaponics

Kurz: Abfälle der Fische sind Dünger der Pflanzen; Abfälle der Pflanzen sind Futter der Fische.

das ist schon ein faszinierendes system oder? mich würde interessieren wie sich die mit einer geschlossenen wasserversorgung, nämlich der rückgewinnung von verdunstetem wasser, kombinieren ließe um in wüstengebieten nahrungsmittel anzubauen.. immerhin habe ich in einem video zum thema aquaponics gehört, dass sich damit bis zu 10mal höhere anbaudichten als bei konventioneller landwirtschaft erreichen lassen. dies würde die kosteneffizienz des "kondenzwasser rückgewinnenden" treibhauses erhöhen..

Danke für den Link, interessante sache. Fische sind da vielleicht nicht so kritisch. Aber andere Tiere verbrauchen meiner Meinung nach viel zu viele Rohstoffe die man erst auf den Planeten bringen muss und auch teilweise immer nachliefern muss.

Glauben Sie wirklich,

daß ein Taikonaut (=Chinesererastronaut) jemals auf seine Ente süß-sauer, sein Chop Suey oder sein Schweinefleisch Sezchuan verzichten würde?

Sehr ambitioniert die Pläne Chinas. Bis die Europäer den Mars

erreichen ist der schon mit Chinarestaurants zugepflastert.

Viele beschweren sich über die chinesische Regierungsform aber kein demokratisches Land der Welt hat es je geschafft, den sozialen Status von so vielen armen Menschen zu heben.
Während bei uns die Armut steigt, steigt in China der Wohlstand, die Bildung und auch die Qualität.
Österreichs Sozialdemokratie fährt im Gegensatz dazu unser Land Jahr für Jahr näher an die Wand.

das problem ist, dass die sozialdemokratie gegen die wand gefahren wird. daher der verfall.

Ich kann diesmal Deine Meinung nicht teilen.
Die Chinesen pumpen gerade eine Blase auf, die bald platzen wird. Sie tun das auf Teufel komm ´raus, ohne Rücksicht auf Verluste, inkl. Menschenleben. Regimekritiker werden immer noch wie am Fließband hingerichtet, die Umwelt wird in unglaublicher Kaltblütigkeit vergewaltigt und den "sozialen Status" der Fabriksarbeiter, die Billigkopien für den US-Markt erzeugen, will ich lieber nicht wissen.
Das kann nicht lange gut gehen und wird am Ende mehr Elend erzeugen.
Österreich hat schon seine Macken, keine Frage, aber wer einmal ein paar Jahre im Ausland gelebt hat weiß, daß sich im Vergleich die Österreicher alle zehn Finger ablecken können...

sorry

aber das Bild, dass sie von China haben, ist vollkommen überzogen und schlichtweg falsch.
Das ist nicht ihre Schuld, wird hier ja nicht anders dargestellt. Ich habe 2 Jahre in China gelebt und kann ihnen sagen, Kritiker werden nicht hingerichtet, Umwelttechnisch werden die Chinesen bald die Nase vorn haben und der Lebensstandard der Arbeiter steigt und steigt und steigt.
Es gibt noch viele Probleme in China, teilweise haarsteubende, aber bei China habe ich das Gefühl (im Gegensatz zu Europa) das es ein gewisses Bewusstsein für die Probleme gibt und durchaus den Willen die Probleme zu beheben.

mfg

Wenn Europäer es sich leisten können nach China zu reisen, werden sie wahrscheinlich auch nicht in einem Armenviertel hausen und ihre chinesischen Freunde werden ihnen nicht Geschichten von Hinrichtungen erzählen, genau so wenig werden sie Namen und Adressen von Regimekritikern hergeben.
Wenn man mit Chinesen in China spricht ist immer alles recht und schlecht OK. Das kenn ich schon. Fragen über Politik und Lebensstandard, Sicherheit und Staatsinterventionen bleiben immer unangenehm unbeantwortet und man hört auf zu fragen, möchte ja niemanden beleidigen. Die sind alle gut abgerichtet, ich würde eher sagen eingeschüchtert.
Ausländische Journalisten berichten mit westlichen (meinen) Standards was ich oben geschrieben habe.

Es darf kann halt nicht sein, was nicht sein darf. Sie brauchen mir nicht zu glauben, aber ich weiß was ich erlebt habe, ich weiß auch wie ich es zu interpretieren habe.Ich hatte nie Problem in China Dissidenten, Mao oder andere Probleme anzusprechen

keinem ist das unangenehm, im Gegenteil, es gibt sehr viel politische Diskussionen, mehr als hier, und die Menschen haben absolut keine Scheu, Kritik zu äußern. Zeigt nur wie falsch ihr Chinabild ist.
Schön dass sie alles glauben, was westliche Journalisten berichten (zu mal sie ja ihre eigenen Vorurteile bestätigen), ich bin zu der Erkenntnis gelangt, wie wenig man den Meinungen der Medien vertrauen darf und wie vielfältig und facettenreich die Welt stattdessen ist.
Ich habe Dinge erlebt und danach gelesen, wie im Westen darüber berichtet wird. Ich habe glatte Lügengeschichten gelesen, welche 2 Wochen später kleingedruckt revidiert wurden.
Ich kann ihnen nur eines sagen, wenn sie nicht selber in einem Land waren, haben sie keine Ahnung.

Ein Land wie China hier auszudiskutieren wird unmöglich sein. Andere Erfahrungen, andere Meinungen.
Ich schätze sehr mit welcher Hingabe und gleichzeitig Höflichkeit Sie Ihre Sache vertreten.
Sie erinnern mich daran, daß Ich den letzten Satz Ihres Postings selbst schon 100 Mal ausgesprochen habe und er ist noch immer richtig.

schön das sie das so sehen

ich dachte eigentlich, dass ich in der Hitze des Gefechtes (das Thema liegt mir sehr am Herzen) wieder mal zu unhöflich und barsch war. Danke, dass sie mich verstanden haben.

mfg

Wann waren Sie das letzte mal in China? Ich war jetzt seit

2 Jahren nicht mehr dort aber davor regelmässig und von mal zu mal wurde es besser. Aus meiner Sicht schafft China die Entwicklung von agrar-Leibeigentum über die industrie-Sklaverei zum Mittelstand in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit. Denken Sie mal dran wie lange das bei uns gedauert hat.

Denken Sie mal dran wie lange das bei uns gedauert hat.

und trotzdem scheint china aus unseren fehlern nicht zu lernen sondern 1:1 dieselben zu machen nur halt schneller.

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