Chinesische Forscher entwickeln Gewächshaus für Mond- und Mars-Missionen

System zum Gemüseanbau im Weltall nach eigenen Angaben erfolgreich getestet

Peking - Chinesische Forscher haben nach eigenen Angaben ein System entwickelt, das es zukünftigen Raumfahrern ermöglichen soll, auf dem Mars und auf dem Mond Gemüse anzubauen. Bei einem Probelauf in Peking seien vier Gemüsesorten in einem 300 Kubikmeter großen "ökologischen Lebenserhaltungssystem" (controlled ecological life support system, CELSS) gezogen worden. Mit dem Versuch, der seit 2011 läuft, wollten die Wissenschafter den dynamische Kreislauf von Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasser in einem abgeschlossenen System mit zwei Menschen und den Pflanzen untersuchen.

Nächster Schritt: Tiere als Fleischlieferanten

In Zukunft könnte ein derartiges in sich geschlossenes Gewächshaus Raumfahrer bei ihren Missionen mit Luft, Wasser und Nahrung versorgen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Das CELSS sei das Modell für ein chinesisches Astronauten-Lebenserhaltungssystem der dritten Generation. Ähnliche Systeme sollen auf Mars- und Mond-Stationen einmal Chinas Raumfahrer versorgen, erklärte der Forscher Deng Yibing vom Forschungs- und Ausbildungszentrum für Astronauten in Peking. In einer zukünftigen, erweiterten Variante wollen die Forscher auch Tiere als Fleischlieferanten und Mikroorganismen zur Abfallentsorgung implementieren.

China will im Zuge seines ehrgeizigen Raumfahrtprogramms kommendes Jahr erstmals ein Forschungsfahrzeug auf den Mond schicken. Langfristig ist auch eine bemannte Mondmission geplant. Bisher ist es allein den USA gelungen, Menschen auf dem Erdtrabanten zu landen, doch wurde das US-Weltraumprogramm zuletzt zurückgefahren. (APA/red, derStandard.at, 04.12.2012)

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