Platini drängt Kroatien zu härterem Durchgreifen

4. Dezember 2012, 12:44
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Andernfalls droht der UEFA-Boss mit "verhängnisvollen Konsequenzen"

Zagreb - UEFA-Präsident Michel Platini drängt Kroatien zu einem härteren Durchgreifen gegen Hooligans. Für den Fall, dass dies nicht geschehe, kündigte der Chef der Europäischen Fußball-Union "verhängnisvolle Konsequenzen" für den kroatischen Fußball an.

"Die kroatischen Verantwortlichen müssen die Bedeutung des Problems von Gewalt und Hooliganismus verstehen", sagte Platini in einem Interview mit der kroatischen Tageszeitung Jutarnji List. "Leider warten wir noch immer auf eine angemessene Reaktion. Mein Rat ist es, nicht so lange zu warten, bis die Konsequenzen für den Fußball zu groß werden", sagte Platini, der am Dienstag zu den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des kroatischen Verbandes HNS erwartet wurde.

Ein Lichtblick ist laut Platini Davor Suker, der neue Präsident des Verbandes, der die "Gewaltprobleme letztendlich lösen" könne. "Dazu brauchen wir mutige Menschen, mutige Entscheidungen, aber ebenso eine starke politische Unterstützung", forderte Platini.

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Ausschreitungen mit kroatischer Beteiligung gekommen. Heute wurde bekannt, dass neun kroatische Hooligans wegen eines Angriffs auf griechische Fußballfans ins Gefängnis müssen. Ein Gericht verurteilte die Anhänger von Dinamo Zagreb am Dienstag zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und zweieinhalb Jahren. Die Männer hatten 2010 während eines Europa-League-Spiels einen Fanbus des griechischen Vereins PAOK Saloniki angegriffen.

Dinamo Zagreb begrüßte das Urteil. "Solche Hooligans haben nichts mit Sport und Fußball zu tun", schrieb der Verein auf seiner Homepage. UEFA-Präsident Michel Platini forderte von dem Land, hart gegen Hooligans vorzugehen. "Mein Rat ist: Wartet nicht zu lange, denn die Konsequenzen für den kroatischen Fußball könnten fatal sein." (SID/APA/red), 4.12.2012)

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