Nationalstiftung für Forschung vergibt 70,3 Millionen Euro

Empfehlung des Forschungsrats über Verteilung der Mittel

Wien - Die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung stellt 2013 voraussichtlich 70,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das wäre wieder deutlich mehr als im laufenden Jahr, als die Stiftung nur 48,9 Millionen Euro ausgeschüttet hat. 2010 und 2011 waren es jeweils rund 75 Millionen Euro. Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) hat für die Verteilung der Mittel für 2013 nun seine Empfehlung abgegeben. Die Vergabesitzung der Stiftung findet am 18. Dezember statt.

Der RFT empfiehlt, 24 Millionen Euro der Forschungsförderungsgesellschaft FFG für die Programme "Bridge" (20 Millionen Euro; Brückenschlagprogramm zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung) und "Competence Headquarters" (4 Millionen Euro; Stärkung und Ausbau bestehender F&E-Headquarters) zur Verfügung zu stellen. Der Wissenschaftsfonds FWF soll 18,2 Millionen Euro für je zwei neue Spezialforschungsbereiche (7,3 Millionen Euro) und Doktoratskollegs (8,4 Millionen Euro) sowie die Verlängerung laufender Doktoratskollegs erhalten.

Für die Venture-Capital-Initiative der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) sind 10 Millionen Euro vorgesehen. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) soll 8 Millionen Euro bekommen und damit ihre neue Initiative "New Frontiers Groups" finanzieren können. Die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG) soll 5,6 Millionen Euro erhalten und damit zwei Institute (Health Technology Assessment und Klinisch-Forensische Bildgebung) verlängern können. Für die Christian-Doppler-Gesellschaft (CDG) empfiehlt der Rat 4,5 Millionen Euro, die damit den Finanzierungsbedarf von sieben CD-Labors abdecken können soll.

Tiefststand 2009

Die Nationalstiftung war 2003 gegründet worden, um insbesondere "langfristig verwertbare interdisziplinäre Forschungsmaßnahmen" zu fördern. Dafür sollten nach dem Willen der damaligen Regierung jährlich 125 Millionen Euro ausgeschüttet werden, wobei 75 Millionen Euro von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und 50 Millionen Euro aus dem ERP-Fonds kommen sollten - und zwar aus Zinserträgen der beiden Einrichtungen. Diese Summen wurden in den ersten Jahren auch tatsächlich erreicht, doch seit 2007 hat die Zinsentwicklung diesen Vorgaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. 2009 wurde mit knapp 37 Millionen Euro der Tiefststand der Zuwendungen erreicht.

In seiner aktuellen Empfehlung weist der Rat erneut auf die Notwendigkeit des bei der Gründung beabsichtigten Finanzmittelvolumens von 125 Millionen Euro hin. In Zeiten angespannter öffentlicher Budgets komme der Nationalstiftung eine besondere Bedeutung zu. (APA, 04.12.2012)

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