Spread in Italien unter 300-Punkte-Marke

4. Dezember 2012, 10:43

Rom - Der italienische Premier Mario Monti hat allen Grund zu feiern. Die Risikoaufschläge auf Italiens Staatsanleihen, der sogenannte Spread, sind am Dienstag zum zweiten Tag infolge unter die Schwelle von 300 Punkten gesunken. Seit dem 21. März war der Spread nicht mehr unter die 300 Punkte-Marke gefallen. Zum Vergleich: Zum Amtsbeginn der Regierung Monti Mitte November 2011 lag er noch bei 574 Punkten. Italien musste für Staatsanleihen Risikoaufschläge in Höhe von 4,38 Prozent zahlen.

"Das ist ein positives Signal, der Spread ist unter die 300-Punkte-Schwelle gefallen, doch ich bin noch nicht zufrieden. Mein Ziel ist, die Risikoaufschläge auf 287 Punkte zu drücken. Das ist genau die Hälfte der 574 Punkte, mit denen wir unsere Arbeit begonnen hatten", berichtete Monti. Der Premier betonte, dass Italiens Staatsschuld zwar immer noch sehr hoch sei. Auf internationaler Ebene sei jedoch anerkannt worden, dass das Land wichtige Sanierungsschritte unternommen habe.

Italien profitiere auch vom optimistischeren Klima bezüglich der Zukunft Griechenlands. "Was für Griechenland von Vorteil ist, ist auch für uns gut", betonte Monti. Er drängte die EU zu Reformen, um die Beschäftigung in Europa anzukurbeln. Vor allem gegen die Jugendarbeitslosigkeit müsse sich Brüssel stark machen. "Strukturelle Reformen sind dringend notwendig, um vor allem den jüngsten Generationen Hoffnung zu geben", erklärte Monti.

Noch unklar ist, ob der Wirtschaftsprofessor nach den italienischen Parlamentswahlen im Frühjahr eine zweite Regierung führen wird. Der 69-jährige Monti, der seit einem Jahr eine Technokratenregierung führt, hat erklärt, bei der Wahl nicht anzutreten, da er als Senator auf Lebenszeit bereits im Parlament sitzt. Zugleich hat er aber seine Bereitschaft betont, als Ministerpräsident weiterzumachen, wenn dies nötig sein sollte - etwa bei einem unklaren Wahlausgang im kommenden Jahr. (APA, 4.12.2012)

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