Israels "East-1": Ein Kreis an Siedlungen schließt sich

Blog | Andreas Hackl, 3. Dezember 2012, 22:51
  • Das Polizeihauptquartier in "E-1".
    foto: ap/schalit

    Das Polizeihauptquartier in "E-1".

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    Jerusalem Barrier: Ma'ale Adumim Land Requisitioned (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs in the occupied Palestinian territory)

Warum sorgt dieses "E-1" für derartigen Wirbel?

Für die internationalen Freunde des Friedensprozesses war das Wiederaufrollen des israelischen Siedlungsbauprojekts "E-1" diese Woche genau ein Punkt zu viel in dem, was die israelischen Minister als Reaktion auf die Aufnahme Palästinas als Staat in die UNO beschlossen hatten. Die Genehmigung 3000 neuer Wohnungen in Siedlungen und die Kürzung von Steuerrückzahlungen wären ohne das Reizwort "East 1" wohl gemäß der Nahost-Routine mit dem Wort "besorgt" von USA, EU, Russland und UNO zur Kommentar-Sammlung ins Regal gestellt worden. Doch der internationale Wortprotest fiel diesmal heftiger aus als üblich. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach sogar von einem "beinahe tödlichen Schlag" für den Frieden. Warum sorgt dieses "E-1" für derartigen Wirbel?

Erstmals 1999 bewilligt, später jedoch wieder auf US-Druck eingefroren, sollte der Siedlungsblock "E-1" auf einem Gebiet von 12 Quadratkilometern die jüdischen Siedlungen in Ostjerusalem mit der Großsiedlung Ma‘ale Adumim verbinden. Vorgesehen wären darin Wohnungen für rund 20.000 Siedler, Hotels und kommerzielle Infrastruktur. Die Konsequenzen für Palästinenser wären fatal: der Siedlungsblock würde das palästinensische Ostjerusalem noch weiter vom Westjordanland abschneiden, als das durch die Sperrmauer ohnehin schon der Fall ist. Und der schmale Verbindungskorridor zwischen dem nördlichen und südlichen Westjordanland wäre damit fast zur Gänze gekappt.

Ein Keil vor Ostjerusalem

Das Gebiet auf dem "East-1" gebaut werden soll besteht hauptsächlich aus wüstenähnlicher Hügellandschaft, die sich vom Jordantal und dem Toten Meer, an der 40.000-Einwohner Siedlung Ma'ale Adumim vorbei, bis nach Ostjerusalem erstreckt. Auf einem der Hügel thront ein israelisches Polizei-Hauptquartier. Ein Straßennetzwerk wurde bereits angelegt, bleibt jedoch für Zivilisten geschlossen. In den engen Tälern haben sich teilweise Beduinen niedergelassen, denen dem ursprünglichen Plan nach Zwangsumsiedlung drohen würde. Doch einige Jahren lang wird es auch ohne US-Druck nicht dazu kommen, weil die israelische Regierung nicht etwa den Baubeginn, sondern nur die Weiterentwicklung des Projekts genehmigt hat. Rund 1000 Beduinen in der Gegend könnte jedoch schon früher die Räumung drohen. Dafür gibt es bereits einen gesonderten Plan.

Der Grund für die internationale Entrüstung über "East 1" ist jedoch nicht das Schicksal der Beduinen in dem Gebiet, sondern die potenzielle Langzeitwirkung des Bauvorhabens. Denn die weitere Zerteilung des von Siedlungen durchlöcherten Westjordanlandes in unzusammenhängende palästinensische Einzelteile dürfte im Falle von Friedensverhandlungen selbst die besten Kartenzeichner vor eine unlösbare Aufgabe stellen. Auch würde E-1 einen 12-Quadratkilometer großen israelischen Keil zwischen Palästinenser in Ostjerusalem und Palästinensern im Westjordanland schieben. Diesen wieder zu entfernen dürfte schwierig werden. Und hier liegt ein weiteres Problem für zukünftige Lösungsansätze des Konflikts: mit jeder neuen Siedlung wächst die Zahl der Siedler, und mit ihnen die Abhängigkeit der israelischen Regierung von deren Interessen. Die internen Vorwahlen in der regierenden Likud-Partei haben diesen politischen Trend bereits angedeutet, indem radikale Siedler-Vertreter die oberen Listenplätze der Partei erobert haben.

Siedlungsring

Folgt man den Details vergangener Friedensverhandlungen, ist ein palästinensischer Staat neben Israel eine Grundvoraussetzung für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts. In jedem Fall ist ein Staat Palästina an der Seite Israels die Lösung für die chronische Heimatlosigkeit der indigenen palästinensisch-arabischen Bevölkerung, die ein international anerkanntes Recht auf Selbstbestimmung hat. Dieses Recht hat die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) nun im Rahmen der UNO-Anerkennung als staatliches Nicht-Mitglied bekräftigt, und sollte möglichen Friedensverhandlungen nicht im Weg stehen. Die israelische Regierung sieht das anders, und fasst den Schritt als Provokation auf, wenn es auch nur um einen Staat am Papier geht. Der Siedlungsbau zerstört hingegen weiterhin die Aussicht auf zwei friedlich nebeneinander existierende Staaten, und das nicht nur am Papier.

"East 1" ist dabei nur ein Teil strategisch motivierter israelischer Bauvorhaben, die Ostjerusalem vom Westjordanland abkoppeln, obwohl es die Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates werden soll. Ein mögliches "E-1" neben Ma'ale Adumim, gemeinsam mit dem Ring jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem und der Route der israelischen Sperrmauer, könnte aus Ban Ki-moons Prophezeiung eines "beinahe tödlichen Schlags" für den Frieden bald ein "tödlicher" werden. Wenn die USA und die Europäische Union weiterhin nur Drohungen aussprechen, auf die keine Taten folgen, wird die israelische Regierung weiterhin den Status-Quo ausbauen, bis er zur einzigen Alternative wird, weil eine Lösung am Verhandlungsweg nicht mehr möglich ist.

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mal für alle Schwarz-Weiß-Maler hier

ein Artikel zu Maale Adumim aus der Jüdischen Allgemeinen:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/v... w/id/14736

Mal halblang

Maale Adumim würde nach allen bislang vorgelegten enrstzunehmenden Friedensplänen (inkl. der Genfer Initiative) bei Israel verbleiben und durch einen Korridor auf dem Gebiet von E1 mit dem Rest des Staatsgebiets verbunden sein. Dadurch verlängert sich in der Tat der Weg von Ramallah nach Betlehem, wenn man kein isr. Gebiet kreuzen kann/will. Aber kurvige Grenzverläufe sind in der Welt nichts Ungewöhnliches, und wer von Jerusalem nach Nord-Israel will, muss auch einen ziemlichen Umweg um das WJL fahren.

Und abgeschnitten vom WJL werden die arabischen Viertel in Jerusalem auch nicht, wie ein Blick auf die verlinkte UN-Karte zeigt.

"indigenen palästinensisch-arabischen Bevölkerung"

Also bitte, auf Wikipedia nachlesen, was zum Begriff "indigen" gehoert !!! zB eine eigenstaendige Kultur zu haben, oder einmal ein Volk gewesen zu sein !

She said that in her eyes Ehud Olmert, Ehud Barak, Ismail Haniyeh, and Hezbollah are equivalent: "They enjoy watching children die."

http://en.wikipedia.org/wiki/Nuri... ed-Elhanan

Palästinenser drohen mit Gang vor Kriegsverbrechertribunal

Mit dem neuen UN-Beobachterstatus ist Palästina berechtigt, wegen Kriegsverbrechen zu klagen. Von diesem Recht will das Land nun Gebrauch machen, um Israel in der Siedlungspolitik unter Druck zu setzen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/n... y/30912100

Palästina ... Israel ... Äpfel ... Birnen ...

Palästina = Landstrich, auf dem sich mehrere Staaten (u.a. Israel) sowie umstrittene Gebiete (u.a. Westbank) befinden.

wieso kommt mein post nicht durch war das jetzt schon wieder antisemitisch?

na den post brauchts ma net freigeben, den anderen, ebenfalls nicht antisemitischen post möchte ich sehen, ich habe ja angeblich das recht auf freie meinungsäußerung, dieses recht wird mir ein weiteres mal verwehrt.

Lol. Sehr schlau von Israel. Die Fatah hat für Ruhe in WjL gesorgt und bekommt dafür watschn. Die Hamas in Gaza lässt man alles durchgehen. Wieder hat Israel die Extremisten auf der Gegenseite gestärkt.

Nur so aus Interesse...

worauf genau stützt sich Ihre Aussage, wonach "die Fatah für Ruhe im WJL gesorgt hätte"?

http://www.haaretz.com/news/dipl... l-1.392126

"Since 2007, [the Palestinian Authority] in the West Bank has made great efforts to fight terrorism," Diskin said on Wednesday. " As someone who was involved for many years in what was happening there, from 1993, I don't remember a time during which the Palestinians have fought terrorism as seriously as they are today."

Löblich, das Ganze, aber auch zu ihrem eigenen Vorteil

Der Lebensstandard der Palästinenser im Westjordanland ist auf Grund des regelmäßigen Wirtschaftswachstum von 10%+ der letzten Jahre enorm gestiegen. Darauf wollen´s verständlicherweise nicht verzichten, und passen halt entsprechend auf terroristische Tendenzen auf. Deswegen hat´s ja der Abbas auch schwer, sich auf die pösen Besatzer auszureden.

Israel will vollendete Tatsachen schaffen!

Ein paar Zahlen die einiges erklären: Bevölkerungsdichte = Einwohnerzahl pro km²: Israel 340/km² - Westjordanland 433/km²
Frage dazu: Wozu braucht Israel Siedlungsgebiet, bzw. warum breiten sie sich aus ins WJL wenn dort eh schon viele wohnen und offensichtlich in Israel mehr Platz wäre.
Die Antwort ist klar - Israel will Jerusalem einverleiben dazu ist jedes hinterfotzige, unverschämte Mittel recht!

Bewußt falsche Zahlen?

Bevölkerungsdichte:

Israel: 340/km2
Westbank: 280/km2

Das ergibt erstmal ein total entgegengesetztes Bild vom "Platz".

Ägypten: 80/km2
Jordanien: 60/km2

Die anderen arabischen Nachbarn haben ähnlich niedrige Bevölkerungsdichten.

Warum nehmen denn diese Staaten keine "Brüder" aus Gaza oder Westbank auf, wenn es dort so eng (und in Gaza ist es wirklich eng) zugeht?

Nicht nur die Häuser und Siedlungen an sich sind das Problem..es sind genauso die Verbindungswege die nicht von den Arabern passiert werden dürfen..

Das ist so wie wenn die Kärtner den Slowenen-Kärtnern verbieten würden die Bundesstraßen zu benutzen..Wobei nein..Wie wenn sie in Slowenien illegal Straßen bauen und dann den Slowenen verbieten drauf zu fahren..
Und dann regt sich die ganze Bundesregierung/-Präsident auf über das "Ortstafelproblem"(zurecht)..aber Israel ist weiterhin alles zu erlauben! Für DE hat ja das Wohl Israels sogar höchste Priorität..

Bitte da stimmt doch was ganz und gar nicht... -_-

Die Umwege die Israelis machen müssen wenn sie z.b. von Jerusalem nach Beer Sheva müssen oder von Jerusalem nach Beit Shaan sind ihnen wurscht. Diese Umwege müssen Israelis siet 1949 auf sich nehmen haben sich darüber aber noch nie beschwert noch haben Leute wie sie oder ihre arab Freunde das zur Kenntnis genommen. sie messen eben mit zweierlei Maß.

Das separate Wegesystem wurde errichtet um Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern möglischst zu vermeiden.
Das wurde auch von diversen NGOs gefordert.
Israel hat hier sehr viel Geld zur Konfliktvermeidung aufgewendet.

Sich jetzt beschweren dass die Pal. diese Wege nicht benützen dürfen ist wohl nur sarkastisch zu verstehen.

unzumutbar..

was die israelis sich mittlerweile erlauben. lediglich 25% der errichteten mauer steht auf der grünen linie - der rest ragt ins westjordanland!
aber gut. man darf ja gegen israel nichts sagen.. eh schon wissen warum ...

Warum?

das hat leider nur historische Gründe, die total lächerlich sind: Der Grund für dieses Einverständnis ist zwischen 1933 und 1945 in Deutschland und deren damaligen besetzten Gebieten passiert; Der Staat Israel, der sich va. aus zugewanderten Juden und Palästinensern zusammensetzt, wurde 1948 (auch aufgrund dieser vorangegangenen Ereignisse in Mitteleuropa) gegründet! Ja es ist war so schlimm was damals passiert ist 1933-1945, aber es hat überhaupt nichts mit dem Staate Israel zu tun, deshalb meine Meinung: Man soll Israel genauso behandeln, wie jeden anderen Staat auch, der das macht, was Israel in den letzten Jahrzehnten gemacht hat!

Da les ich aber jetzt nicht richtig! Die Gründe für die Staatwerdung Israels wären "lächerlich"!?

"Ja es ist war so [sic!] schlimm, was da passiert ist" (immerhin), aber es hätte "überhaupt nichts mit dem Staat Israel zu tun"?

Wie bitte?

Ohne die Shoah wäre Israel nie oder auf keinen Fall so bald entstanden.

"Man soll Israel genauso behandeln..."

Es gibt keinen Vergleichsfall. Oder womit wollen sie den Nahostkonflikt vergleichen?

Nie hat ein Staat mit der Fläche von Niederösterreich sich gegen zuerst alle, später dann gegen die meisten angrenzenden Staaten, die zu Beginn alle darauf aus waren "die Juden ins Meer zu schmeissen" wehren müssen. Nebenbei gesagt.

Israel ist so friedensunwillig weil sie dank USA/EU am längeren Ast sitzen.

Ich hoffe nur dass die Pal. nicht genauso konsequent die Isr. vertreiben wenn sich das Kräfteverhältnis mal ändert.

Davon können Sie ausgehen, wenn nicht von viel schlimmerem. Fast 1 Million haben die Araber vor Jahrzehnten schon vertrieben. Falls sich die Kräfteverhältnisse tatsächlich einmal stark ändern werden, halte ich einen neuerlichen Genozid an den Juden nicht für ausgeschlossen, sondern sogar für wahrscheinlich. Der Hass sitzt sehr sehr tief und ist zusätzlich noch durch religiöse Wahnvorstellungen legitimiert.

Fast 1 Million haben die Araber vor Jahrzehnten schon vertrieben.

Ja, wenn man der Propaganda glauben mag. Diese "fast eine Million" ist freiwillig nach Israel gezogen, weil sie sich dort das "Paradies" erhofften, Erez Israel.

Leider wahr...

Israel will unter keinen Umständen einen palestinensischen Staat neben sich dulden und schafft Tatsachen, während sich die Welt mit leeren Protesten begnügt bis es zu spät ist. Dann wird es heißen: traurig, aber das ist leider nicht (mehr) anders möglich.
So erreicht man auch sein Ziel!

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