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vergrößern 800x565Daten der ESA-Mission "Venus Express" deuten auf mögliche aktive Vulkane auf unserem Nachbarplaneten.
Auf der Venus gibt es entgegen der vorherrschenden Meinung möglicherweise doch noch aktive Vulkane. Messungen einer Sonde der Europäischen Weltraumagentur ESA, die den Nachbarplaneten der Erde seit 2006 umkreist, hätten Anzeichen für vulkanische Aktivität ergeben, hieß es in einer am Montag in der Wissenschaftszeitung "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie. Das unbemannte Raumfahrzeug registrierte demnach bei seiner jahrelangen Mission starke Schwankungen eines Gases, das auf Vulkanausbrüche hinweist.
Die Sonde "Venus Express" habe festgestellt, dass sich im Jahr 2006 in der Atmosphäre des Planeten noch zehn Mal mehr Schwefeldioxid (SO2) befand als heute. Das Gas wird auf der Erde zum größten Teil bei Vulkanausbrüchen freigesetzt. Allerdings werden SO2-Moleküle innerhalb weniger Tage von der Sonne zerstört, erläuterte der französische Physiker Emmanuel Marcq in einer Mitteilung der ESA. Die gemessenen SO2-Konzentrationen müssten daher kurz zuvor verursacht worden sein.
Eine alternative Erklärung abseits von aktiven Vulkanen könnten aber auch Besonderheiten der Planeten-Zirkulation sein, die noch nicht gänzlich verstanden werden, so Co-Autor Jean-Loup Bertaux. Die "super-rotierende" Atmosphäre der Venus umrundet den Planeten in nur vier Erd-Tagen - 243 Tage braucht die Venus hingegen für eine Umdrehung um die eigene Achse. Diese Besonderheiten könnten Bertaux zufolge ebenfalls zu den gemessenen SO2-Konzentrationen führen. Zudem wird das Schwefeldioxid derart rasch in der Atmosphäre verbreitet, dass es schwer fällt, den Ursprung der Gas-Entstehung zu lokalisieren.
Auf der Venus gibt es mehr als tausend Vulkane. Bisher glaubten die meisten Astrophysiker, dass diese bereits seit Millionen von Jahren erloschen sind. Nur einige Wissenschafter gehen davon aus, dass manche Vulkane - wie auf der Erde - noch aktiv sind. Bereits in den 1980er-Jahren hatte eine Mission der US-Weltraumbehörde NASA einen Anstieg der SO2-Konzentration in der Atmosphäre der Venus ergeben. Diese Daten wurden aber vielfach mit früherer Vulkan-Aktivität und dem rechtzeitigen Eintreffen der Sonde erklärt. "Pioneer Venus" hatte unseren Nachbarplaneten von 1978 bis 1992 umkreist. (APA/red, derStandard.at, 3.12.2012)
Abstract
Nature Geoscience: Variations of sulphur dioxide at the cloud top of Venus's dynamic atmosphere
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Solche Prozesse sind aber wichtig für den Vulkanismus.
Auch ist die Lithosphäre der Venus viel mächtiger als der Erde, was wiederum einen ungehinderten Wärmestrom nicht zulässt.
Man schätzt aus Radaraufnahmen, dass die Oberfläche der Venus ca. 800 bis 900 Millionen Jahre alt ist. Aufgrund der Dicke der Lithosphäre ist man bisher davon ausgegangen, dass es nicht fortlaufend zu Vulkanausbrüchen kam, sondern dass es periodisch zu enomen Vulkanausbrüchen kam (viel größer als jeder Supervulkan).
Auch auf der Erde merken wir in den letzten einer Milliarde Jahre ein starkes nachlassen der vulkanischen Aktivität. Aufgrund der Dicke der Lithosphäre nimmt man daher an, dass der Wärmefluß nicht mehr für vulkanische Aktivität ausreicht.
Diese Supervulkane haben praktisch die ganze Venus eingehüllt. Dadurch ist zu erklären warum das Gestein so Jung ist.
Ich hab mal gehört, dass man sich es so vorstellen kann, wie wenn die ganze Kruste einfach aufbricht und überall Magma rauskommt ... was wiederum langsam erhärtet.
Ansonsten kann ich alles nur Bestätigen was mein Vorposter gesagt hat. Genau so kenne ich das auch!
Ja, so kann man sich das vorstellen. Es gibt einen massiven Wärmestau unter der Kruste, der sich über Jahrmillionen ansammelt und irgendwann bricht die gesamte Kruste auf.
Ähnlich wie beim Sibirischer Trapp vor 250 Millionen Jahren, wo ein Plume die Erdkruste durchbrach. Das geschieht allerdings nicht alles aufeinmal, sondern dauerte 100.00e Jahre, dafür war das in etwa so, wie ein großer Vulkanausbruch jeden Tag und das eine Million Jahre lang.
Die Ausbrüche auf der Venus dürften noch heftiger gewesen sein, weil sich durch die Dicke der Lithosphäre mehr ansammeln muss und wenn das dann ausbricht, natürlich es ein größer Ausbruch ist.
...aber dafuwr haette ich gerne eine quelle. Fuer thermische konvektionsstroemungen im Inneren der Venus sollte einfach ein temperaturgradient nach aussen hin reichen, der steil genug ist. Die de fakto fehlende Rotation und der fehlende Mond haben wohl was mit dem fehlenden magnetfeld zu tun, aber warum es deshalb keinen vulkanismus geben soll verstehe ich nicht
Auf der Erde kann Magma sehr leicht die Lithosphäre durchdringen. Auf der Venus dagegen kaum. Dazu muss sich über Jahrmillionen eben Magma ansammeln, bis irgendwann der Punkt erreicht ist und ein ganzer sogenannter Plume die Kruste durchbricht.
Weiteres Argument ist, dass in der letzten Milliarden Jahre die vulkanische Aktivität massiv nachgelassen hat - zumindestens auf der Erde. Gleiches können wir, aufgrund der Abkühlung der Planeten, auch von der Venus annehmen.
Damit kann sich aber auch nicht mehr derart viel Wärme ansammeln um die Lithosphäre (also Kruste und Lithosphärischer Mantel) zu durchbrechen. Und die ist um das Mehrfache so dick wie die auf der Erde. Auf der Erde ca. 100 bis 200 km, auf der Venus bis zu 1000 km.
ich will nicht länger nerven und werde mich nach Lesbarem zum Thema umsehen. Irgendwie wird das Bild nicht komplett, denn auch die unterschiedliche Stärke der Lithosphären auf den beiden Planeten müsste einen Grund haben, die auf der Venus wäre immerhin 400K wärmer und daher weniger viskos...Danke auf jedenfall für Ihre Bemuehungen und Ihre immer interessanten Postings
Aber aufgrund der Dicke der Lithosphäre der Venus im Verhältnis zur Venus-Asthenosphäre, ist Plattentektonik dort kaum möglich und damit fehlt ein wichtiger Faktor für den Vulkanismus. Die fehlende Plattentektonik merkt man auch an den geringen Höhenunterschieden auf der Venus, es gibt dort nur sehr wenige Erhebungen.
Was es auf der Venus gegeben hat ist der sogenannte Hot Spot Vulkanismus. Also ein Plume aus dem Erdmantel, der Vulkane auf der Oberfläche speist. Weil die Lithosphäre der Venus aber so dick ist, geschah das auf der Venus nur periodisch, in dem sich soviel Magma ansammelte, bis es zu einem gigantischen Ausbruch kam.
Heutztage (nimmt man an) sind die Plume zu schwach um die Lithosphäre durchbrechen zu können.
"sie sprechen hier von der Atmosphärentemperatur, die ist aber weitgehens unerheblich."
Die Venusoberfläche hat so ziemlich überall über 700K, und das seit Jahrmillionen... bzw. ist mir nicht bekannt, ob die Venus überhaupt jemals durch eine "kalte Phase" durchgegangen wäre. Der Kern der Venus wird eine vergleichbare Temperatur wie der Erdkern haben (es gibt keinen Grund, etwas anderes anzunehmen), also dürfen wir über die lange Zeit und den 2. Hauptsatz komfortabel sicher annehmen, dass die äusserste Kruste der Venus ein paar hundert K wärmer ist als die der Erde und damit weicher. Und genau da müssen die Plumes durch... dass das völlig egal sein soll halte ich für eine gewagte Behauptung
dafür brauchen sie keine Quelle, das ist normale Logik.
Ein Temperaturgradient der steil ist löst eine Konvektion aus.
Konvektion von Material führt zu einem Magnetfeld.
Deshalb ist man davon ausgegangen, dass wenn kein Magnetfeld vorhanden ist kann keine (nennenswerte) Konvektion stattfinden, wenn keine nennenswerte konvektion stattfinden kann dann gibt es keinen steilen Temperaturgradient.
und ohne den gibts wie sie schon sagen keinen Vulkanismus.
"Ein Temperaturgradient der steil ist löst eine Konvektion aus."
ja
"Konvektion von Material führt zu einem Magnetfeld."
Nein, nur wenn der ganze Planet rotiert. Das ist notwendige Bedingung für den Geodynamo bzw "Venusdynamo". Sonst können wir Konvektion haben und trotzdem kein Magnetfeld.
"Deshalb ist man davon ausgegangen, dass wenn kein Magnetfeld vorhanden ist kann keine (nennenswerte) Konvektion stattfinden, wenn keine nennenswerte konvektion stattfinden kann dann gibt es keinen steilen Temperaturgradient."
Einerseits funktioniert deiser Umkehrschluss nicht (siehe oben), andererseits gibts es keinen guten Grund warum es den steilen Temperaturgradinten nicht geben soll. der Planet hat ca. die gleiche Masse wie die Erde.
... braucht es die Konvektion eines leitfähigen Materials und die Rotation des Planeten, die ist notwendig. Der Mond ist dafür nicht nötig da habe ich Unsinn geredet.
Warum aber die Rotation für den Vulkanismus eine notwendige Bedingung ist check ich nicht
Da durch eine schnelle EIgenrotation angenommen werden kann, dass die unterschiedlichen Sphären des Planeten auch untershciedlich rotieren. Das fördert Konvektionströmungen. Natürlich gibt es auch Konvektionströmungen durch Temperaturunterschiede, besser funktioniert das allerdings wenn es eine schnelle Eigenrotation gibt.
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