Annäherung bei Kollektivvertrag für Journalisten

3. Dezember 2012, 19:15
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Fortschritte sollen Zeitungsverleger und Gewerkschaft beim Verhandlungsmarathon über einen neuen Kollektivvertrag erzielt haben - Im Jänner wollen sie weiterreden über gleiche Regeln für alle

Wien - Es war offenbar kein schlechtes Omen, dass zu Beginn der Drucker streikte: Nach Infos des STANDARD näherten sich die Verhandler von Zeitungsverband und Journalistengewerkschaft an. Freitag bis Sonntag berieten sie im Wiener Hotel Rainer über einen neuen Kollektivvertrag für Journalisten. Über die Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart. Entsprechend blieben STANDARD-Anfragen um Stellungnahme unbeantwortet.

Ziel der Verhandlungen ist die Anstellung von Print- wie Onlinejournalisten nach einem neuen Journalistenkollektivvertrag. Gerade Webredakteure werden häufig nach anderen Kollektivverträgen, etwa für IT oder Gewerbe, angestellt. Bei den jüngsten Gesprächen soll man sich grundsätzlich auf ein Gehaltsschema für neu eintretende Redakteure geeinigt haben. Die Übergangsfristen für nach altem KV Angestellte werden etwa noch diskutiert. Im Jänner soll es eine weitere Klausur geben.

Zeitungsverband und Gewerkschaft verhandeln vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen bei praktisch allen Verlagen. Die Werbeeinnahmen der Zeitungen und Magazine sind bei den meisten 2012 deutlich zurückgegangen; auch Abonnements und Kioskverkauf sind bei vielen Titeln rückläufig. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer stehen vor der Frage, wie hoch der Anteil der Konjunktur an den Rückgängen ist und welche Rolle Strukturverschiebungen unter den Mediensektoren spielen, etwa von Print zu Online.

FAZ: Millionenverluste

Zuletzt berichteten "Die Zeit" und "Hamburger Abendblatt" über deutliche Millionenverluste bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Vor allem der Stellenmarkt, eine bei vielen Qualitätszeitungen zentrale Einnahmequelle, sei 2012 merklich zurückgegangen. Das Abendblatt schrieb von zweistelligen Verlusten bis 20 Millionen Euro. Geschäftsführer Tobias Trevisan bestätigte der Zeitung einen Einbruch im Stellenmarkt, kommentierte Zahlen aber nicht. Der Verlag habe Rücklagen gebildet und plane vorerst keinen Kündigungen. (red, DER STANDARD, 4.12.2012)

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