Arbeitsmarkt: Jung gegen Alt war gestern

Kommentar |

Die Anforderungsprofile an die Generationen sind im Job ganz anders

Die Eurokrise weitet sich immer deutlicher auf die robusteren Staaten der Währungsunion aus, die schlechteren Arbeitsmarktdaten sind ein untrügliches Zeichen dafür. Im Vergleich zur letzten Rezession, die vor rund vier Jahren begann, gibt es einige Unterschiede. Die gute Nachricht: Derzeit deutet nichts darauf hin, dass ein vergleichbarer Absturz bevorsteht. Die schlechte: Die Stagnation könnte um einiges länger dauern, weil die Probleme in der Eurozone - insbesondere der notwendige Schuldenabbau - nicht rasch lösbar sind

Verkehrter Weg Frühpension

Obwohl die Konjunkturschwäche eine kontinentale, teilweise globale ist, muss die Devise nun Gegensteuern heißen. Womit nicht etwa die Wiederbelebung unrentabler Infrastrukturvorhaben gemeint ist, sondern Qualifikation und Marktöffnung, insbesondere in den freien Berufen. Völlig verkehrt wäre es jetzt, aus Jobnot die Tür in die Frühpension wieder weiter aufzumachen. So unambitioniert die bisherigen Schritte auch waren, zeigen sich doch, dass die Beschäftigung Älterer wegen der Reduktion von Schlupflöchern steigt. Den Jungen werden dadurch kaum Jobchancen genommen, weil die Anforderungsprofile ganz andere sind. Das lässt sich auch am unterdurchschnittlichen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ablesen.

Am Arbeitsmarkt gibt es bereits genug Herausforderungen, für künstliche Probleme wie Jung gegen Alt sollte keine kostbare Zeit verschwendet werden. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 4.12.2012)

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