Verletzte österreichische Soldaten heimgekehrt

3. Dezember 2012, 17:00
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Auf dem Weg zum Flughafen angeschossen

"Neben mir ist ein Kamerad gesessen, der am Helm getroffen worden ist, da haben wir dann mitgekriegt, dass sie auf uns geschossen haben", erzählt Daniel Pretscherer leise und zögernd. "Wir haben uns auf den Boden gelegt, und der Kraftfahrer ist dann gleich Vollgas weitergefahren - kurz später hab ich gemerkt, dass ich auf meinem Arm was hab, das Projektil ist vom Helm zu mir abgeleitet worden."

So schildert der 25-jährige Korporal aus der Steiermark den Zwischenfall, bei dem er am Donnerstag auf der Fahrt zum Flughafen von Damaskus angeschossen wurde. Am Montag wurde er mit einer Maschine des österreichischen Bundesheeres von Tel Aviv nach Linz geflogen. Mit an Bord: der ebenfalls verletzte Vizeleutnant Anton Lorenzer.

Beide Männer waren am Freitag auf dem Landweg über die israelisch-syrische Waffenstillstandslinie auf dem Golan nach Israel gebracht und mit einem israelischen Armeehubschrauber ins renommierte Rambam-Spital in Haifa geflogen worden. Hier wurden sie sofort operiert. Den 53-jährigen Lorenzer, einen burgenländischen Berufsunteroffizier, hatte es mit einem Schulterdurchschuss schlimm erwischt. Er war am Montag wieder auf den Beinen und in Uniform, wird aber in Österreich noch einmal operiert werden müssen - die Genesung "wird mit der Rehab drei bis fünf Monate dauern."

Lorenzer hat seit 1986 sechs Golan-Einsätze absolviert: "Das war mein letzter Einsatz, und genau am letzten Tag bei der Heimreise ist das passiert." Jetzt ist er dankbar für die gute Betreuung: "Das medizinische Team des Bundesheers und die israelische Armee haben den Transport super organisiert, auch die Operation hier im Spital ist sehr gut gelaufen." Undof-Bataillonsarzt Major Werner Steinberger, der die Erstversorgung vorgenommen hat, glaubt, dass "dieses Krankenhaus dafür prädestiniert war, da es für Schuss- und Kriegsverletzungen bestens vorbereitet ist, eines der besten Spitäler weltweit".

Während des Flugs wurden die beiden Soldaten in einem ins Flugzeug geladenen "Sanitätsmodul" betreut. Nach der Landung sollte Lorenzer ins Spital nach Eisenstadt und Pretscherer ins Wiener Heeresspital weitertransportiert werden. Auf die Frage, ob denn Regierungstruppen oder Rebellen auf sie geschossen haben, antwortet Pretscherer: "Keine Ahnung wer's war - gesehen hat man nichts." Aber nach dem Weihnachtsurlaub will er gleich wieder auf den Golan: "Mir bleibt noch ein halbes Jahr Dienstzeit." (Ben Segenreich aus Haifa /DER STANDARD, 4.12.2012)

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