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vergrößern 600x399Ums Skifahren geht es bei den jährlichen Openings nur einer relativ kleinen Anzahl der Gäste.
vergrößern 500x333Internationale Top-Acts wie Swedish House Mafia garantieren da schon viel größeren Massenzulauf.
vergrößern 600x288Aber auch heimische Bands wie die Grabenland Buam sorgen für das Wichtigste bei derartigen Events: Partystimmung.
Ich bin in Wien geblieben. Aus anderen Gründen. Aber die Rahmenbedingungen machten es mir nicht noch schwerer, auf Schladming zu verzichten: Der Scan der Schnee-Nachrichten ließ wenig Zweifel daran, dass es beim Ski-Opening ebendort - so wie in den meisten Ski-Destinationen - eher um die Party, als ums Skifahren gehen würde. Ich bin Skifahrer: Ich hätte die Party als Ausrede genutzt, den Schnee zu begrüßen. Möglichst weit weg von der Piste.
Damit bin ich ein braver "follower of fashion". Denn Skifahren geht heutzutage in zwei Richtungen: Zum "Après" oder ins komplett schirmbarfreie Terrain. Seit gut fünf Jahren entdecken alle Medien zu Winterbeginn den Trend ins freie Gelände. Henne oder Ei: Mittlerweile will eh fast jeder ins Backcountry.
Freilich: Hütten-Tschimbumm, Pisten-Ballermann und systematischer Alkoholmissbrauch machen den Abschied vom "kontrollierten Skirau" nicht schwer. Obwohl nicht zuletzt die Rücksicht auf Anzeigenkunden und die Angst davor, als "vorgestriger" Spaßbremser zu gelten, viele schreibende und filmende Kollegen manche Zusammenhänge weiterhin nur am Rande oder gar nicht erwähnen lässt: So wird die Verbindung zwischen Überforderung, Alkohol und niedergefahrenen Pisten-Unfallopfern kleingeredet. Und die Frage, ob Gemeinden und Regionen heute eventuell mehr am Suff als an Liftkarten, Gastro und Hotellerie verdienen, gehört sich nicht.
Egal, darum soll es auch hier nicht gehen. Denn zum Skifahren gehört schon auch der Spaß danach. Partys sind heute eben so, wie Partys sind - vor allem bei Ski-Openings.
Also gilt, was im Eventbusiness immer gilt: Size matters. Und: Nur wer früh dran ist, fällt überhaupt auf. Also Metastsasisieren die Saisonstartevents und sind auf dem gleichen Trip wie Nikolo, Weihnachtsschmuck und Osterhase. Da beginnt das Getöse ja auch früher und früher - obwohl die Daten fix sind. Der Haken beim Wintersport: Im August loslegen geht halt (noch) nicht.
Deshalb buchen Touristiker und Eventer ihre Chart-Acts für den theoretisch frühestmöglichen Termin - und beten zumincest nach außen hin um einen frühen Wintereinbruch. Oder um kunstschneetaugliche Temperaturen. Obwohl jeder weiß: Schnee wird überbewertet. Es geht auch ohne. Schneelose Schnee-Events kann man sich leisten - eine Absage nicht.
Früher war das anders. Da war die Party die Sideshow. Ohne Schnee ka Musi: DJ Hansi konnte man mit zwei Bier, einem Abendessen und zwei Mädels zurück ins Hotel schicken - und es nächste Woche noch einmal versuchen. Bei internationalen Topacts wie etwa der "Swedish House Mafia", geht das nicht.
Das war in Schladming - wohin Maturareisegroßveranstalter Didi Tunkel am vergangenen Wochenende zum "Snow Break" geladen hatte - heuer auch so: 14.000 Partyheads reisten an. Tunkel, der mit seinem "Summersplash" jährlich tausende Neo-Maturanten bespaßt, hatte Hotels und Herbergen vor- und ausgebucht: Eine solide Buchungsbasis für die lokalen Betriebe - unabhängig vom Schnee.
Parallel hatte Tunkels PR-Apparat im Vorfeld dafür gesorgt, dass all die unverzichtbaren Superlative tatsächlich überall vorkamen- und in der Realität auch hielten: Fünfstellige Besucherzahlen, eingeladene/angekarrte Promis und Medien, Sponsoren- und VIP-Klimbim. Der Winter? Stand auf der Gästeliste. Zusage? Jein.
Tatsächlich war das aber eh wurscht: Sobald die kritische Masse erreicht ist, macht eine gut party-sozialisierte Masse genau die Party, die sie von sich und den Veranstaltern erwartet. Da lässt sich Elias Cannettis Buchtitel von "Masse und Macht" eindampfen auf "Masse macht": Und zwar a) es sich drinnen lustig. Und b) von draußen mitunter Angst.
Und der Schnee? Im Package inkludiert waren After- und After-After-Partys. Wer kein totaler Loser ist, kommt da erst zu einem Zeitpunkt und in einem Zustand heim, der es schwer macht, am nächsten Tag tatsächlich für mehr als das Hangschrägrutschen zur nächsten Hüttengaudi auf die Piste zu gehen.
Klar: Der zu dieser Zeit österreichweit nicht gerade üppig vorhandene Schnee war natürlich Thema. APA & Co fragten die nicht-hochalpinen Skiregionen in ganz Österreich ab, was aus den Openings würde. Ein Pflichtstück in angewandt-bravem Journalismus: Den Tourismusmanager, der laut sagt, dass Schnee vom "Must" zum "Nice to have" geworden ist, gibt es nicht. Manche Dinge sagt man eben nicht. Und da man ein paar Lifte immer irgendwie zum Laufen bringt und es sich für eine Handvoll Fotos auch immer ausgeht, ist das ja gar nicht nötig.
Obwohl die Wahrheit niemanden stören würde: Ich kenne etliche Menschen, die gerne mehrtägige Skiopening-Events besuchen und nicht im Traum daran dächten, Ski oder Board mitzunehmen. Ganz ehrlich: Solche Leute sind mir lieber, als jene, die sich bis in den Morgen die Kante geben - und dann am nächsten Tag auf der Piste als "unguided missiles" unterwegs sind. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 5.12.2012)
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was is eigentlich aus Germknödl (im randvoll mit Butterschmalz gefüllten Suppenteller) mit Skiwasser wordn?
In meinen Jugendjahren (is noch gar net solange her) gehörte das zum Skitag wie die Ski - heutzutage trinkn meine Bekannten beim Skifahren zu Mittag literweise Jägermeister und Knödl mit Schmalz würden nur den Jägermeister beim "einfoahrn" mildern.
Aber mir kommt vor, Wiener verstehn unter Skifahrn generell was andres (saufn, a bissi Schneerutschn und weitersaufn) als wir Leute vom Land, die nebn der Piste aufgwachsn sind...
Was draus geworden ist?
DJ Ötzi, die Hinterholzkopfbuam und der Massenkommerz. Das ist draus geworden. Die Spassgesellschaft beim auffeiern...ob die Labels überhaupt noch irgendeinen Bezug zur realen Welt haben ist irrelevant.
Aber gut sollen sie ihre Party haben...hält die Leute zufrieden, und sorgt dafür das sie in ihren mies bezahlten 50 Stunden Leiharbeitsjobs nicht anfangen unzufrieden zu werden.
Ich geb derweil eben ein wenig mehr aus, und wedel die guten Pisten abseits der Partyhochburgen ab. Frische Piste, knirschenden Neuschnee, a gut gwachstes paar Ski unter den Füssen an Schlepplift und a paar Eisflächen dass es net gar zlangweilig wird...mehr brauch ich gar nicht.
Die Partygesellschaft kann vma bleiben wo der Pfeffer wächst.
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