Ein paar Grenzfälle und ein Aktivist

3. Dezember 2012, 17:25

Brisantes und Kritisches beim Polit-Film-Festival in Innsbruck

Das Polit-Film-Festival stellt sich unter das Motto "Umbruch und Status quo". Eröffnungsfilm war gestern der äußerst brisante Film Blut muss fließen von Regisseur Peter Ohlendorf. Ohlendorf zeigt den Journalisten Thomas Kuban, der aus Sicherheitsgründen seine wahre Identität nicht preisgibt, auf seinen Reisen durch Europa.

Der Film Grenzfälle von Regisseur Kurt Langbein, der heute (19.30) gezeigt wird, begleitetet Schriftsteller Robert Menasse an die österreichisch-tschechische Grenze. Hier verbrachte Menasse die Sommer seiner Kindheit dicht am Eisernen Vorhang. Der Vorhang ist zwar längst gefallen, doch die Grenzen sind aus Kultur und Mentalität noch lange nicht verschwunden.

Morgen ist der Stummfilmklassiker Die unglaublichen Abenteuer des Mister West im Lande der Bolschewiki (UdSSR 1924) des Filmpioniers Lew Kuleschow, in einer Neuvertonung und live begleitet vom Kino-Glaz-Ensemble, zu erleben. Ein naiver US-Geschäftsmann unternimmt, trotz Warnung vor den roten Barbaren, eine Reise nach Russland, wo er auch prompt Opfer einer Bande wird.

Am Donnerstag ist das Porträt eines CDU-Hinterbänklers aus der Nazizeit des Regisseurs Andreas Dresen zu sehen: Einblick in den Berufsalltag eines Provinzpolitikers, der scheinbar ohne kontroverse Meinung und Überzeugung auskommt. Den Abschluss macht am Freitag der Dokumentarfilm von Alyson Klayman Ai Weiwei: Never Sorry. Drei Jahre begleitete sie den chinesischen Künstler, der trotz rastlosen Aktivismus in sich ruht. (dns, DER STANDARD, 4.12.2012)

Share if you care
2 Postings

Auch dass stimmt so nicht: "Ein naiver US-Geschäftsmann unternimmt, trotz Warnung vor den roten Barbaren, eine Reise nach Russland, wo er auch prompt Opfer einer Bande wird." Er wird zwar Opfer einer Bande, aber nicht der "roten Barbaren" - und muss seine Vorurteile überdenken (siehe zB. film-zeit.de).

kann nicht stimmen

"Porträt eines CDU-Hinterbänklers aus der Nazizeit des Regisseurs Andreas Dresen" - kann nicht stimmen, oder?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.