Beschneidung: Israelitische Kultusgemeinden zeigen nun Gegner an

3. Dezember 2012, 14:37

"Herabwürdigung religiöser Lehren, der Verhetzung und der Verleumdung"

Wien - Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs antwortet auf eine Sachverhaltsdarstellung gegen den Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister mit einer Gegenanzeige. Die "Initiative gegen Kirchenprivilegien" hatten diesen wegen Körperverletzung angezeigt, da dieser Beschneidungen bei Unmündigen durchführe. In diesem juristischen Vorgehen sehen die Kultusgemeinden wiederum die Tatbestände der Herabwürdigung religiöser Lehren, der Verhetzung und der Verleumdung erfüllt, hieß es am Montag in einer Aussendung. (APA, 3.12.2012)

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unlogisch

ich verstehe den brauch nicht....was soll der zeigen? die zugehörigkeit zu gott? soll das eine "prüfung" sein?

da frag ich mich natürlich schon ob gott bisserl krank im kopf ist, wenn er sich solche prüfungen ausdenkt...das hätte ja genausogut ein ohrringerl sein können, dann würde sich niemand aufregen...und gott ist allwissend er wusste also um die aufregung jetzt dürfte also sehr interessiert daran sein streit zu sähen...

abgesehen davon --> gott allwissend, er weiß also schon vorher wer die prüfung bestehen wird und wer nicht, dass wiederum macht die prüfung ad absurudm.

wenn man allwissend ist, braucht man keine beweise, dass ist ja logisch, die einzge erklärung wäre, dass gott menschen gerne leiden sieht...

Tatbestand der Verleumdung ist das Lügen!

Der Beklagt gibt seine Taten offen zu.
Verhetzung verlangt, dass man gegen die Glaubensgemeinschaft als solche nun ja gehetzt wird.
Herabwürdigung religiöser Lehren, ich würde das eher Modifizieren nennen - es ist ja nicht Ziel den Brauch als solchen abzuschaffen, sondern nur ihn bei Kindern.
Wenn die Gesetzte so stimmen wie sie stehen muss die Klage abgewiesen werden!
Quellen:
§188 Herabwürdigen religiöser Lehren
§283 Verhetzung
§297 Verleumdung
http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeF... r=10002296
Und selbst wenn nicht, die Kinderrechte (Unversehrtheit, Selbstbestimmung, negative Religionsfreiheit) stechen diese Paragraphen und die Elternrechte (positive Religionsfreiheit, Erziehungsrecht).

Nach israelischem Recht muss ein Jude unbedingt eine jüdische Mutter haben.,.Religion und Abstammung des Vaters sind dabei völlig nebensächlich.

Wenn also die jüdische Mutter so ungeheuer wichtig ist und der Vater so unwichtig, warum werden dann nicht statt der jüdischen Knaben die jüdischen Mädchen beschnitten/markiert?

Logik ist der Feind jeder Religion.

Und vor allem: Wenn ein Kind durch die Geburt durch eine jüdische Mutter eh schon jüdisch ist, dann gehört es doch schon zum auserwählten Volk und ist damit mit Gott im Bunde. Das Vorhautabschneiden ist nur ein äußerlich sichtbares Zeichen, aber macht das Jüdischsein oder das Auserwähltsein um nichts stärker.

Und umgekehrt natürlich ebenso....

Religionskritik macht sicher Sinn, wo eine Religion eindeutig Schaden anrichtet,

so zB durch Verbieten von Kondomen und Familienplanung. Das zu verneinen, führt zu in vielen Teilen der Welt zu Krankheit, ungewollter Schwangerschaft, unsicheren Abtreibungen und Müttersterblichkeit. Das ist auch gut belegt.

Männliche Beschneidung ist ein ganz anderer Fall. Es ist nicht nur eine religiöse Praxis, sondern wird in den USA, Korea und auch anderen Ländern aus präventiv-medizinischen Gründen angewandt. Die Vorteile sind in Dutzenden hochwertigen Studien belegt. Wie Impfungen kommt Beschneidung nicht ohne Risiken, aber die Abwägung sollte auch hier den Eltern überlassen sein.

Wo es gute wissenschaftliche Belege für die Sinnhaftigkeit eines Eingriffs gibt, ist ein Verbot anti-wissenschaft oder zumindest anti-pluralistisch.

mittlerweile wird nicht einmal mehr bei phimosen standardmäßig beschnitten. der gesundheitlich und hygienische aspekt ist nämlich mittlerweile völlig widerlegt. man lebt hier nicht ohne unterwäsche im wüstensand ... und wir haben bäder und duschen!

die beschneidung hat einen rein religiösen aspekt, sonst nix. und es ist tatsächlich äußerst fraglich, ob man die religiöse freiheit über die körperliche unversehrtheit eines kindes stellen darf. ich möchte es stark bezweifeln!

Was sie sagen, ist nicht richtig. Gerade in den letzten Jahren wurden in neuen grossen Studien, medizinische Vorteile der Beschneidung belegt (eine 60 % Risikioreduktion bei HIV, etwa 25-40 % Risikoreduktion bei HPV, das verschiedene Krebsarten hervorrufen kann, weniger Harnwegsinfekte etc.). Daher ist Beschneidung durchaus mit einer Impfung zu vergleichen. Eine Impfung (ein tiefer Nadelstich, bei Kindern oft bei wiederholtem Stechen traumatisch) ist nach der Logik einiger Poster hier genauso eine Körperverletzung. Warum man sie erlaubt oder empfiehlt? Weil sie einen Nutzen hat. Ich finde nicht dass man in Europa Beschneidung allgemein empfehlen sollte (wie in den USA diskutiert), aber erlauben sollte man sie.

60 % Risikioreduktion bei HIV durch Beschneidung?

-
Biologisch überhaupt nicht nachvollziehbar, nicht einmal ansatzweise medizinisch zu begründen ist diese Behauptung und die angeblich so seriösen, hochwertigen Studien dazu.
Das solche Studien von Beschneidungsfanatikern finanziert werden und die Gelder wohl nur dann fließen, wenn das Eintreten der gewünschten Ergebnisse absehbar ist, drängt sich hier wirklich auf.

Gerade bei den Harnwegsinfekten ist das Gegenteil der Fall, was 9 von 10 Urologen auch bestätigen, ist doch die Urethra, die Stelle am Penis wo Krankheitserreger bevorzugt in den Körper gelangen, nicht mehr von der Vorhaut geschützt und allen möglichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die damit verbundene Reizung der Schleimhaut begünstigt nicht selten auch eine Entzündung.

Einer meiner Schüler wurde vor ein paar Wochen beschnitten. Seither hat er eine Harnwegsinfektion nach der anderen.

Eh klar.
Und die Eltern reden sich wahrscheinlich ein, weil sie es zu spät gemacht haben und dass es noch viel schlimmer wäre, wenn da auch noch eine schmutzige Vorhaut dran wäre.

"Daher ist Beschneidung durchaus mit einer Impfung zu vergleichen."

wenn eine beschneidung mit einer impfung zu vergleichen wär, wär sie sowieso sinnlos, weil dann würd man davon unmittelbar nach dem eingriff schon nix mehr davon sehen.

außer man impft mit einer harpune. da sieht man das ergebnis dann wahrscheinlich auch lebenslänglich.

dann würde sie aber auch völlig ausreichen, wenn sie im alter von 14 durch geführt wird und somit der entscheidung des einzelnen unterliegt.

ich habe auch nicht gefordert, dass sie verboten wird, sondern dass sie erst an mündigen vorgenommen wird. unter 14 ist die ansteckungsgefahr durch sexualkontakt mit HPV und HIV ja doch relativ klein.

harnwegsinfekte sind eher eine mädchen- und frauenerkrankung, burschen haben damit sehr selten probleme.

jeder eingriff, auch eine zirkumzision birgt natürlich auch risiken ... die darf man auch nicht außer acht lassen.

daher sollte man damit auf alle fälle warten, bis der betroffene selber entscheiden kann.

Es stimmt, dass Geschlechtskrankheiten vor 14 wenig relevant sind und es ist eine sinnvolle Haltung, sein Kind in die Entscheidung einzubeziehen. Andererseits hat die Neugeborenenbeschneidung auch Vorteile: die Wundheilung ist wesentlich schneller, Komplikationen sind geringer, zwischen 14 und 18 kann es schon zu Geschlechtsverkehr kommen, dh zu Infektionen mit Geschlechtskrankheiten und/oder Komplikation der Wundheilung.

Mit anderen Worten: wenn man Eltern die Neugeborenenbeschneidung verbietet, setzt man ihren Sohn, sollte er beschnitten werden, diesen Nachteilen aus. Daher sollte die Entscheidungsfreiheit der Eltern erhalten bleiben wie bei Impfungen.

Das klingt ja fast so, als ob eine Beschneidung vor Geschlechtskrankheiten schützt. Und als ob man unbeschnitten automatisch beim ersten Geschlechtsverkehr eine Geschlechtskrankheit bekommt. Das ist aber sicher nicht der Fall. Ich halte solche Vorstellungen ehrlich gesagt für ziemlich neurotisch.

Was sie sagen, hat niemand behauptet. Sie schützt nicht, sie verringert das Risiko. Das bedeutet, dass man sich trotzdem schützen muss, dass aber bei gleicher Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und gleicher Kondomverwendung das Risiko laut derzeitigem Stand der Forschung bei HIV 60 % und bei HPV rund 25 bis 40 % geringer ist. Natürlich bekommen viele beim ersten Verkehr keine Geschlechtskrankheit. HPV ist allerdings sehr leicht übertragbar, weshalb die Impfung bei Mädchen ja auch früh empfohlen ist und nicht mit 18.

Nicht einmal verringert. Das sind gefälschte Studien.

Sie argumentieren genau so wie die Fundamentalisten, die nicht an die Wirksamkeit von Kondomen und Impfungen glauben und die Forschung dazu in Frage stellen. Die Studien sind in den besten medizinischen Journalen der Welt wie Lancet publiziert und von weltweit führenden Gesundheitsinstitutionen validiert und akzeptiert.

genaue quelle bitte.

Gewisse Praktiken widersprechen den Menschenrechten.

Und schließlich hat man sich auf diesem Planeten auf die Menschenrechte verständigt.
Religionen oder Sekten können sich nicht über diesen gemeinsamen Nenner hinwegsetzen.

Wegen meiner kann sich der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden nebst Schlomo Hofmeister untereinander antun was sie wollen. Solange die Praktiken nur an Einwilligungsfähigen vollzogen werden können sie sich abschneiden und absaugen was sie wollen. Meinetwegen können sie sich auch das Hirn piercen.
Aber das perverse Herumschnibbeln an Kindergenitalien als "Religion" zu bezeichnen sollten sie unterlassen, denn damit begehen sie eine nie dagewesene hetzerische Herabwürdigung der Religion.

Juden und Angehörige des Islam können....

...von mir aus, sich untereinander oder gegenseitig, soviel abschneiden wie Sie Glauben :-) Wem das nicht passt, der möge doch in das nächste jüdische oder muslimische Gemeindezentrum gehen und dort seine Meinung kundtun. Auf gehts ...Nur Mut...Ich drücke die Daumen!!

Die Erwachsenen, sofern sie dem zustimmen, dürfen sich eh gegenseitig alles abschneiden, was sie wollen. Kein Problem.

Aber den Kindern haben sie nichts abzuschneiden.

IKG Mitglied Dr. Jerome Segal: - "Als Jude sage ich, Beschneidung ist ein barbarischer Akt“. Teil 1

Teil1
Utl: Empörung über "Gegenanzeige“ von IKG Präsident Deutsch. Ausweg: Umstieg auf symbolische Beschneidung.

(Wien, 5.12.12, PUR) Auch Juden brechen nun ihr Schweigen und kritisieren Beschneidung an nicht einwilligungsfähigen Babys als barbarischen Akt. Wissenschaftshistoriker Jerome Segal, Assistenzprofessor an der Pariser Sorbonne, derzeit in Wien lehrend, übt nun massive Kritik an der Haltung der israelitischen Kultusgemeinde. "Ich bin empört über Oskar Deutschs Gegenanzeige“, sagt Segal. Ein Missbrauchs- sowie ein Beschneidungsopfer haben ja vergangene Woche einen Mohel (Beschneider) angezeigt, der angibt, über 1000 jüdische Buben beschnitten zu haben.

KG Mitglied Dr. Jerome Segal: - "Als Jude sage ich, Beschneidung ist ein barbarischer Akt“. Teil 2

Teil2
"Es muss doch möglich sein, barbarische religiöse Rituale kritisieren zu dürfen.“ Segals drei Söhne sind nicht beschnitten, auch er selbst ist es nicht – obwohl er Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde ist. "Ich halte Beschneidung an nicht einwilligungsfähigen Babys und Kindern für grausam. Es ist eine starke Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit. Österreich hat die Kinderrechtskonvention ratifiziert“, so Segal weiter. "Aus Art.19 gehe klar hervor, dass Kindern keine körperliche Gewalt zugefügt werden darf“.

"Todesstrafe wurde ebenfalls abgeschafft“
Piercing ist erst ab 14 und Tätowierung ab 16 erlaubt (mit Zustimmmung der Eltern).

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